Was können Sie sonst noch gegen Kopfschmerzen tun?
Zur Vorbeugung und Behandlung von
Spannungskopfschmerzen und Migräne gibt es neben der Behandlung
mit Arzneimitteln auch alternative Methoden. Diese können die
Arzneimitteltherapie meist nicht ersetzen, aber ergänzen. Dadurch
kann oft die Schmerzmittelmenge vermindert werden.
Progressive Muskelentspannung
Die Progressive Muskelentspannung geht auf
den Neurologen Edmund Jacobson zurück. Er entwickelte sie bereits
1909. Dabei werden durch die aufeinanderfolgende Anspannung und
Entspannung der verschiedenen Muskelgruppen Spannungszustände
gelöst und eine tiefe Entspannung erreicht.
Die Progressive Muskelentspannung
-
verbessert die Durchblutung der gesamten Muskulatur
-
normalisiert Körperfunktionen wie Blutdruck und
Herzfrequenz
-
senkt die Schmerzempfindlichkeit
-
vermindert seelische Anspannung und Nervosität
-
hilft, den Alltagsstress besser zu bewältigen
-
beseitigt Einschlafstörungen oder schwächt sie ab
-
und verbessert ganz allgemein das Körpergefühl.
Der Patient lernt mit Hilfe dieser Methode,
seine Muskeln bewusst anzuspannen und ebenso bewusst wieder zu
entspannen. Ziel ist es, alle Muskelgruppen - insbesondere Gesäß,
Bauch, Rücken, Schultern, Arme, Hände, Hals und Gesicht - so
stark wie möglich zu entspannen. Dazu gehört auch, dass der
Patient das angenehme Gefühl nach der Lockerung eines Muskels
intensiv genießt. Insgesamt nimmt er den Zustand seiner
Muskulatur bewusster wahr.
Die Technik der Progressiven
Muskelentspannung ist schnell und einfach zu erlernen. Sie lässt
sich ohne Vorübungen, ohne großen Zeitaufwand und ohne
Hilfsmittel überall und jederzeit durchführen.
Autogenes Training
Ziel des Autogenen Trainings ist es, durch
Autosuggestion eine Entspannung des gesamten Organismus zu
erreichen. Die Methode muss unter fachlicher Anleitung
systematisch erlernt und regelmäßig geübt werden.
Biofeedback
Mit Hilfe der Biofeedback- Therapie kann der
Patient lernen, bewusst solche Körperfunktionen zu beeinflussen,
die sich normalerweise nicht willentlich steuern lassen. Bei
Kopfschmerzpatienten misst ein Therapeut zunächst vor allem die
Aktivität der Kopfmuskulatur sowie den Pulsschlag. Über einen
Bildschirm erhält der Patient eine Rückmeldung (englisch:
feedback) über seine Körperfunktionen. Anschließend lernt er,
diese gezielt zu lenken und so z. B. Migräneattacken bewusst zu
mildern.
Akupunktur
Die Wirkungsweise dieses alten chinesischen
Heilverfahrens ist noch nicht genau bekannt. Durch das Einstechen
von Nadeln in bestimmte Hautpunkte soll die körpereigene
Schmerzabwehr aktiviert werden.
Empirisch belegt ist, dass die Häufigkeit
von Migräneattacken in der ersten Zeit einer Akupunkturbehandlung
abnimmt.
Allerdings zeigt die Mehrzahl der Studien,
dass die Abnahme der Attackenhäufigkeit sich nicht von der bei
einer Placebobehandlung unterscheidet.
TENS- Behandlung
Die Transkutane Elektrische
Nervenstimulation (TENS) ähnelt in ihrer Wirkung der Akupunktur.
Statt Nadeln benutzt der Therapeut bei einer TENS- Behandlung
Elektroden, die er an bestimmten Hautpunkten auflegt. Die
Elektroden stimulieren die Nerven durch die Haut hindurch
(transkutan). Mit Hilfe eines kleinen Geräts von der Größe einer
Zigarettenschachtel können sich Kopfschmerzpatienten selbst
behandeln.
Das Verfahren wird zumeist nur bei
chronischem Kopfschmerz vom Spannungstyp als eine sinnvolle
Behandlungsmöglichkeit angesehen.
Stressbewältigungstraining
Beim Stressbewältigungstraining lernt der
Patient, mit Stress umzugehen. Eine Analyse der möglichen
Stressauslöser soll ihm ermöglichen, in belastenden Situationen
ein anderes Verhalten aufzubauen.
Verwendete Literatur
sell
|