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Welche Arzneimittel werden gegen Magenerkrankungen eingesetzt?

Gegen Sodbrennen, Magenschleimhautentzündungen und Reizmagen hat die Apotheke eine Reihe von gut wirksamen Arzneimitteln zu bieten. Welche das sind und was sie können, lesen Sie im Folgenden.

Welche Arzneistoffe helfen bei Sodbrennen?

Treten leichte Beschwerden nur ab und zu auf, reichen Arzneimittel, die für relativ kurze Zeit die Säure im Magen neutralisieren. Sie werden Antacida genannt und  beeinflussen weder die Säureproduktion noch deren Freisetzung:

  • Schichtgitterantacida, wie beispielsweise Hydrotalcit oder Magaldrat
  • Carbonat-haltige Antacida, wie beispielsweise Calciumcarbonat oder Magnesiumcarbonat
  • Aluminiumhydroxid oder Magnesiumhydroxid
  • Magnesium- Aluminium-Silikate

Bei mittelschweren Beschwerden kommen solche Präparate zum Einsatz, die die Säureproduktion hemmen. Man nennt sie H2-Blocker. Eingesetzt werden beispielsweise folgende Wirkstoffe:

  • Ranitidin
  • Famotidin
  • Nizatidin
  • Roxatidin

Für massive Beschwerden bleiben die Protonenpumpenblocker, die die Säureproduktion im Magen vollends lahm legen. Wirkstoffe sind beispielsweise:

  • Omeprazol
  • Pantoprazol
  • Lansoprazol
  • Rabeprazol
  • Esomeprazol

Welche Arzneistoffe helfen bei einer H. pylori-Infektion?

Die Folgen einer Helicobacter-Infektion wie Gastritis und die verschiedenen Geschwüre sind vermeidbar – durch eine spezielle medikamentöse Behandlung, die Fachleute auch als Eradikationstherapie bezeichnen. Dem Erreger macht man am effektivsten mit der so genannten Tripeltherapie den Garaus. Das ist eine Kombinationstherapie, die aus drei Arzneistoffen besteht: Protonenpumpenblocker und zwei Antibiotika.

Der Protonenpumpenblocker legt die Säureproduktion im Magen lahm, so dass die Säure die Magen- und Darmschleimhaut nicht mehr attackieren kann. Er lindert bereits nach kurzer Zeit die Magenschmerzen, ist gut verträglich und schafft ein Magenklima, das es den beiden Antibiotika erst ermöglichst, H. pylori zu vernichten. Die beiden antibiotischen Arzneistoffe töten den Magenteufel direkt ab oder hemmen zumindest empfindlich sein Wachstum. Dabei kommen folgende Arzneistoffe zum Einsatz:

  • Als Protonenpumpenblocker die Wirkstoffe Omeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol oder Esomeprazol.
  • Als Antibiotika bevorzugt die Wirkstoffe Clarithromycinund Amoxicillin. Anstatt Amoxicillin eignet sich auch Metronidazol.

Die drei Arzneistoffe müssen sieben Tage lang regelmäßig eingenommen werden, und zwar morgens und abends in festgelegter Dosierung. Nach einer Woche konsequenter Einnahme aller erforderlichen Tabletten ist H. pylori mit großer Wahrscheinlichkeit eradiziert. Die Dreier-Kombination vernichtet den Keim mit 94-prozentiger Sicherheit. Die Wiedererkrankungsrate liegt unter zwei Prozent.

Welche Arzneistoffe helfen bei Reizmagen?

So unterschiedlich die Beschwerden, so reich ist das therapeutische Arsenal an Substanzen. Arzneistoffe sollten erstens symptomorientiert und zweitens zeitlich begrenzt angewendet werden.

Pflanzliche Arzneimittel helfen bei leichten Beschwerden. In Frage kommen:

  • Extrakte der Gelbwurz (Curcuma longa) und
  • Extrakte von Artischockenblättern. Fettbestandteile der Nahrung werden durch verstärkte Gallensäurenproduktion besser verdaulich. Das hilft gegen Völlegefühl.
  • Arzneimittel mit Pfefferminz- und Kümmelöl. Beide ätherischen Öle wirken krampflösend.
  • Kombinationsarzneimittel mit Extrakten der Schleifenblume (Iberis amara) als Hauptbestandteil wirken gegen Blähungen und Schmerzen.

Antacida, H2-Blocker oder Protonenpumpenblocker helfen bei säurebedingten Beschwerden. Alle drei Arzneistoffgruppen unterbinden ein Zuviel an Säure. Sie haben unterschiedliche Angriffspunkte und wirken dadurch unterschiedlich stark.

  • Bei den Antacida bieten sich Schichtgitterantacida, wie Hydrotalcit oder Magaldrat an.
  • Carbonat-haltige Antacida, die beispielsweise Calcium- oder Magnesiumcarbonat enthalten, haben für Reizmagen-Patienten den Nachteil, dass sie Kohlendioxid freisetzen. Da bei diesem Krankheitsbild ohnehin häufig gasbedingte Beschwerden vorliegen, könnte das die Patienten zusätzlich belasten.
  • Bei Aluminium- und Magnesium-Hydroxiden ist zu bedenken, dass sie bei längerer Anwendung Verstopfung oder Durchfall auslösen können.

Kommt man mit Antacida nicht weiter, sieht die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft in ihren Therapieempfehlungen zur funktionellen Dyspepsie vom Säuretyp den Einsatz von

  • H2-Blockern vor, wie beispielsweise Ranitidin, Famotidin, Nizatidin oder Roxatidin. Allerdings wirken die H2-Blocker frühestens nach einer halben Stunde.

Erst danach rangiert der Einsatz von den stark wirksamen

  • Protonenpumpenblockern wie Omeprazol, Pantoprazol, Lanseprazol, Rabeprazol oder Esomeprazol.

Prokinetika, Polysiloxane, Ballaststoffe helfen bei gas- beziehungsweise motilitätsbedingten Beschwerden.

  • Prokinetika bringen den Rhythmus der Magenentleerung wieder in den richtigen Takt. Es kommen unter anderem zum Einsatz: Metoclopramid, Bromopridund Domperidon.
  • Unter den Polysiloxanen haben Simeticon und Dimeticon die größte Bedeutung. Ihre Wirkung beruht auf einem physikalischen Prinzip. Sie verändern die Oberflächenstruktur des zähen Schaums, der daraufhin in sich zusammenfällt. Das eingeschlossene Gas kann dann entweichen.
  • Dyspepsie-Patienten, die verstärkt unter Verstopfung leiden, können versuchen, den Engpass mit Ballaststoffen zu beheben. Ein Plus an Ballaststoffen reduziert mitunter auch die Häufigkeit von Darmkrämpfen. Allerdings ist es ratsam, gelbildende Ballaststoffe, wie Pektine, Guar oder Plantago ovata-Samenschalen einzunehmen, da sie weniger Blähungen verursachen als Cellulose-haltige Faserstoffe, wie Weizenkleie oder Leinsamen. Wichtig ist, gleichzeitig zur Einnahme viel zu trinken.

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Quelle: wolf

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Letzte Änderung: 24.02.2003