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Wie werden die Hauterkrankungen behandelt?
Die Behandlung der Neurodermitis im akuten Schub und in der chronischen Phase wird erklärt, ebenso die Therapien bei Nesselsucht und Kontaktekzem.
Die Behandlung allergischer Hauterkrankungen liegt in der Hand des Arztes.
Allergisches Kontaktekzem
Der Patient sollte den Allergie-Auslöser
strikt meiden. Vor der Behandlung sollte er die Haut mit einem
Syndet frei davon waschen. Bei einem nässenden Ekzem helfen
feuchte Umschläge mit abgekochtem Wasser. Neigt die Haut zur
Austrocknung, kann sie vorher mit Vaselin »unterfettet« werden.
Bei starker Entzündung kommt alternativ eine
Glucocorticoid-Salbe/-Creme unter den Umschlag. Nach Entfernen
des Umschlages oder zur Nacht wird die Haut mit einer
Zinkschüttelmixtur behandelt. Die folgenden Tage kann alleine mit
einer Glucocorticoid-Lotion oder -Creme und schließlich mit
-Salbe weitertherapiert werden. Je intakter die Haut ist, umso
fetter kann die Grundlage sein. Sämtliche Stoffe, die die Haut
zusätzlich irritieren, sind zu meiden.
Neurodermitis
In der akuten Phase werden Juckreiz und
Ekzem behandelt, im beschwerdefreien Intervall steht die
Hautpflege und Vorbeugung im Vordergrund.
Im akuten Schub stillt Kälte den Juckreiz:
Tragen leichter Kleidung (Baumwolle, Seide), niedrige
Zimmertemperaturen, kühles Schlafzimmer, kalte Bettwäsche,
Spaziergänge in der kalten Abendluft, kalte Dusche. Um die
Kratzdefekte abzumildern, sollten Patienten die Fingernägel kurz
schneiden. Nachts sind Baumwollhandschuhe zu tragen, oder Eltern
ziehen den Kindern Schlafanzüge mit angenähten Handschuhen an.
Abends können Patienten müde machende Antihistaminika, tagsüber
nicht müde machende einnehmen.
Bei stark nässenden oder bakteriell
infizierten Ekzemen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Stark
nässende Ekzeme können mit feuchten Umschlägen (abgekochtes
Wasser, schwarzer Tee, Gerbstoffe) behandelt werden. Bakterielle
Infektion werden täglich mit Wasser und milder Seife gewaschen;
bei Bedarf werden angewendet: Desinfektionsmittel wie
Polyvidon-Iod, das Antibiotikum Fusidinsäure oder antimikrobielle
Badezusätze.
Lässt das Nässen nach oder ist von
vornherein nicht so stark ausgeprägt, verordnet der Arzt
Glucocorticoide als Lotion, Creme oder Salbe; für die ersten Tage
stärker wirksame, danach schwächer wirksame. Alternativ kann der
Arzt Präparate mit Bufexamac einsetzten; sie wirken aber nicht so
stark wie Glucocorticoide. Bei schwachen Hautreaktionen reicht
eventuell Zinkschüttelmixtur, die mit Zinkpaste
"überfettet" oder im Wechsel mit einer rückfettenden
Creme aufgetragen wird. Ein Polidocanol-Zusatz wirkt
juckreizstillend. Sobald sich die Haut bessert, kann der Patient
mit Cremes (wie Unguentum emulsificans aquosum oder Unguentum
leniens aus der Apotheke) die Haut pflegen.
Bei sehr schwerem Verlauf kommt der Patient
in die Klinik.
In der chronischen Phase wird die Haut mit
Salben und Cremes gepflegt. Der Patient sollte immer eine Auswahl
davon zu Hause haben, und je nach Hautzustand wechseln. Er muss
testen, was behagt. Generell gilt: Je akuter und nässender der
Hautzustand ist, umso wässriger sollte die Hautpflege sein; je
trockener die Haut, umso fettiger. Der Hautpflege kann zugesetzt
sein: Harnstoff, Glycerin, Salicylsäure, Heilpflanzen, deren
Extrakte oder -öle (zum Beispiel Ringelblume, Kamille,
Nachtkerze, Borretsch, Bittersüßer Nachtschatten) oder
Dexpanthenol. Zum Duschen und Baden sollte der Patient Ölbäder
anwenden.
Nesselsucht
Die Auslöser sollten aufgespürt und gemieden
werden. Da das nicht immer gelingt, vor allem bei der chronischen
Nesselsucht, empfiehlt sich die Einnahme von nicht müde machenden
Antihistaminika. Selten werden Glucocorticoide äußerlich und
innerlich angewendet. Bei Schocksymptomen und Erstickungsanfällen
sofort den Notarzt rufen!
Verwendete Literatur
TSCH
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