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Sonderfall starke Schmerzen: Wie geht man vor?

Schmerzgeplagte Rheumatiker brauchen vor allem eins - und das sofort: eine rasche, ausreichend starke und anhaltende Schmerzhemmung.

Schmerzgeplagte Rheumatiker brauchen vor allem eins - und das sofort: eine rasche, ausreichend starke und anhaltende Schmerzhemmung. Denn sonst gräbt sich der Schmerz auf zentraler Ebene in das Gedächtnis ein, wird chronisch, verselbstständigt sich und ist praktisch eine eigenständige Krankheit. Um dies zu verhindern, reichen NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika) und Glucocorticoide oft nicht aus. Schmerztherapeuten sind sich einig, so genannte Opioide in die Behandlung mit einzubeziehen, wenn Basistherapeutika und NSAR keinen ausreichenen Erfolg erzielen. Die frühzeitige Schmerzbekämpfung erhält Rheuma-Patienten zudem die Beweglichkeit oder stellt sie wieder her - eine wichtige Voraussetzung für krankengymnastische und ergotherapeutische Übungen.

Stichwort Opioide: Opioide sind eine ganze Klasse von Schmerzmitteln, die stärker wirksam sind als NSAR; die einzelnen Substanzen der Opioid-Klasse wirken wiederum unterschiedlich stark. Um Opioide ranken sich eine ganze Reihe von Mythen und Vorurteilen. Tatsache ist: Werden sie von einem erfahrenen Schmerztherapeuten eingesetzt, machen sie nicht abhängig.

Therapiert wird nach einem Stufenplan, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgestellt hat. Auf der Stufe I des WHO-Schemas verabreicht der Arzt NSAR. Lässt sich der Schmerz auf diese Weise nicht ausreichend kappen, sollte keine Scheu vor schwachen Opiod-Analgetika (Opioid-Schmerzmitteln) bestehen.

Die Stufe 2 des WHO-Schemas sieht zusätzlich zu den NSAR schwach wirksame Opiode vor wie

  • Dextropropoxyphen
  • Dihydrocodein
  • Tilidin/Naloxon
  • Tramadol

Bei extrem starken Schmerzen sind zusätzlich zu NSAR analog der Stufe 3 des WHO-Plans stark wirksame Opioid-Analgetika einzusetzen wie

  • Buprenorphin
  • Fentanyl TTS
  • Hydromorphon
  • Levomethadon
  • Morphin
  • Oxycodon

Zusätzlich sieht das WHO-Schema auch Arzneimittel gegen Depressionen, zur Entspannung der Muskulatur und zur Vorbeugung gegen Krampfanfälle vor. Diese haben besonders bei Fibromyalgie-Patienten große Bedeutung. In jedem Fall ist die Schmerzbehandlung eine Individualtherapie. Schmerzmittel, Dosierung und Dosierungshäufigkeit sowie Applikationsform sind individuell auf dem einzelnen Patienten abzustimmen.

Verwendete Literatur

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Letzte Änderung: 27.08.2003