Welche Arzneimittel werden gegen Schizophrenie eingesetzt?
Schizophrenie wird hauptsächlich durch Psychopharmaka behandelt. Am gängigsten ist die Behandlung mit Neuroleptika. Die Medikamente gehören überwiegend zu den Stoffgruppen der Phenothiazine und Butyrophenone. Substanzen dieser Gruppen werden als typische oder klassische Neuroleptika bezeichnet.
Zu der chemischen Gruppe der Phenothiazine
(trizyklische Neuroleptika) gehören unter anderem:
Zu der chemischen Gruppen der Butyrophenonen
gehören unter anderem:
Typische Neuroleptika verbessern vor allem
die produktiven Symptome der Schizophrenie und die Psychomotorik.
Sie haben eine antipsychotische Wirkung. Es wird angenommen, dass
sie die Dopaminrezeptoren blockieren. Darüber hinaus wirken sie
entspannend und schlafanstoßend, und sie bieten einen Schutz vor
einer Wiedererkrankung.
Die wenigsten Präparate zeigen eine
sofortige Wirkung auf die Symptome. Die Wirkung tritt erst nach
einigen Tagen oder Wochen ein. Bis dahin werden Neuroleptika mit
rasch wirksamen, entspannenden und angstlösenden Medikamenten
(Benzodiazepine) kombiniert. Nach dem Absetzen lässt die Wirkung
von Neuroleptika nicht sofort nach. Nicht jeder Betroffene
spricht auf jedes Präparat an.
Zu den Nebenwirkungen von Neuroleptika
gehören Unruhe, Krampfanfälle, Konzentrationsstörungen,
extrapyramidal-motorische Symptome wie das Parkinson-Syndrom mit
Rigor, Tremor und Akinesie.
Neben den typischen Neuroleptika gibt es
eine Reihe sogenannter atypischer Neuroleptika. Clozapin
(Leponex) ist davon am bekanntesten. Ihre Wirkung auf die
produktiven Symptome entspricht der typischer Neuroleptika.
Atypische Neuroleptika wirken aber offenbar besser auf
Minussymptomatik als typische Neuroleptika.
Extrapyramidal-motorische Störungen treten nur selten auf.
Zu den atypischen Neuroleptika gehören unter
anderem:
Neben typischen und atypischen Neuroleptika
werden noch vier weitere Medikamentengruppen ergänzend oder in
Kombination eingesetzt:
- Benzodiazepine
- Antiepileptika
- Antidepressiva
- Antiparkinsonmittel
Ältere, selten eingesetzte und teilweise
nicht mehr praktizierte Behandlungsmethoden sind chirurgische
Eingriffe in das Gehirn, bei denen verschiedene Fasern
durchtrennt werden. Auch die Insulin-Koma-Therapie, bei der die
Betroffenen durch eine Überdosis Insulin in ein künstliches Koma
versetzt werden und die Elektrokrampftherapie, bei der ein
Krampfanfall des Gehirns durch elektrische Reizung herbeigeführt
wird, werden nur noch äußerst selten angewendet.
mson
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