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Welche Arzneimittel gibt es gegen Tuberkulose?

Es gibt verschiedene Arzneimittel, die die Tuberkulose-Bakterien abtöten. Für eine erfolgreiche Behandlung muss der Patient zuerst in der Anfangsphase zunächst vier verschiedene Medikamente, anschließend in der Stabilisierungsphase noch zwei einige Monate lang einnehmen. Dabei ist das Wichtigste, dass der Patient die Medikamente regelmäßig und lange genug einnimmt.

Bei möglichst frühzeitiger Diagnose und konsequenter Einnahme der Arzneimittel heilt die Tuberkulose folgenlos aus. Bei zu spätem Erkennen der Krankheit oder einem schlechten Allgemeinzustand drohen Lungen- und andere Organschäden. In den Entwicklungsländern sterben ungefähr 40 Prozent, in den Industrienationen etwa 10 Prozent der Tuberkulose-Patienten an den Folgen der Krankheit. Unbehandelt sterben etwa 50 Prozent der Erkrankten an der Tuberkulose.

An angezüchteten Bakterienkulturen testet der Arzt vor Beginn der Behandlung, ob die Medikamente auch wirklich wirksam sind.

Standardtherapie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt als Standardtherapie eine Kombination von anfangs vier, nach zwei Monaten zwei Arzneimitteln. Insgesamt dauert die Behandlung mindestens sechs Monate, bei AIDS-Patienten bis zu zwei Jahren. Nach der Therapie wird jeder Patient noch zwei Jahre lang vom Arzt regelmäßig auf einen Rückfall hin kontrolliert.

Die Wirkstoffe in den Arzneimitteln (Antituberkulotika) für die ersten zwei Behandlungsmonate sind

  • Rifampicin
  • Isoniazid
  • Pyrazinamid
  • Ethambutol
  • Streptomycin

Anschließend nimmt der Patient weitere vier Monate lang Rifampicin und Isoniazid ein.

Patienten mit "offener Tuberkulose" können drei bis vier Wochen nach Beginn der Behandlung die Isolierungsstation verlassen.

Einnahmehinweise

Der Tuberkulose-Patient soll die Tabletten einmal täglich - am besten zum Frühstück - alle zusammen einnehmen.

Rifampicin verfärbt den Urin und die Tränen orange. Bei Frauen ist die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille vermindert, solange sie Rifampicin einnehmen. Es müssen zusätzliche Maßnahmen zur Empfängnisverhütung ergriffen werden. Während der Behandlung sollte der Patient nicht sonnenbaden und möglichst keinen Alkohol trinken.

Die Arzneimittel gegen Tuberkulose sind gut verträglich. Nur in Einzelfällen kommt es zu schweren Nebenwirkungen. Um diese rechtzeitig zu erkennen, muss der Patient während der Behandlung regelmäßig den Arzt aufsuchen.

Problem: Resistenzen bei vorzeitigem Therapieabbruch

Ein Problem bei der Behandlung der Tuberkulose ist, dass der Kranke sich nach einigen Wochen wieder gesund fühlt und deshalb nicht einsieht, warum er die Tabletten noch länger einnehmen soll.

Nimmt der Patient die verordneten Arzneimittel nicht lange genug konsequent ein, werden die Tuberkulose-Bakterien resistent gegen die Behandlung. Damit verschlechtert der Erkrankte seine Chancen auf endgültige Heilung. Außerdem sinkt durch solche Resistenzen die Wirksamkeit der Arzneimittel gegen Tuberkulose auch bei anderen Patienten.

Resistenzen stellen weltweit ein großes Problem bei der Behandlung der Tuberkulose dar. Besonders in den Entwicklungsländern nehmen viele Patienten die nötigen Arzneimittel weder in ausreichender Menge noch lange genug ein. So besteht die Gefahr, dass wirksame Medikamente gegen Tuberkulose knapp werden.

Weitere Arzneimittel bei Tuberkulose

Wirken die Arzneimittel der Standardtherapie nicht ausreichend, kann der Arzt die Behandlung mit sogenannten Reservestoffen fortsetzen. Dazu zählen beispielsweise

  • Protionamid
  • Cycloserin
  • Terizidon
  • Kanamycin
  • Amikacin
  • Tetracycline
  • Levofloxacin
  • Ofloxacin
  • Ciprofloxacin
  • Azithromycin
  • Clarithromycin

Begleitend zu den Arzneimitteln, die die Bakterien töten, können Mittel gegen den Hustenreiz die Beschwerden lindern. Hier kommen Hustenblocker in Frage  wie

  • Clobutinol
  • Codein
  • Dihydrocodein
  • Pentoxyverin

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Letzte Änderung: 06.05.2003