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Homöopathisches Arzneimittelbild
Wie findet ein Homöopath das individuell passende Arzneimittel?
Arzneimittelprüfung am Gesunden
Das zweite Grundprinzip der Homöopathie ist
die Arzneimittelprüfung am Gesunden. Um die Wirkung der Arzneien
kennen zu lernen, gibt man sie gesunden freiwilligen Personen und
beobachtet ganz genau, welche Veränderungen an Körper, Seele oder
Geist passieren. Alle zusammen ergeben das so genannte Arzneimittelbild. Weitere
Erkenntnisse zum Arzneimittelbild stammen aus Vergiftungen oder
aus der Erfahrung am Krankenbett oder aus der Volksheilkunde.
Diese Methode wird heute noch angewendet, um ein neues Mittel für
die Homöopathie zu erschließen.
Die Homöopathie versteht sich als Reiz- und
Regulationstherapie. Das heißt:: Das Mittel will die
Selbstheilungskräfte des Körpers anregen, damit der Körper selbst
ein Ungleichgewicht oder eine Fehlfunktion ausgleicht. Ein
passendes Mittel befindet sich quasi in Resonanz mit dem Körper,
der auf diesen Reiz reagiert. Antwortet der Körper zu heftig,
entsteht die so genannte
Erstverschlimmerung. Dann macht man eine Therapiepause,
bis sich die Überreaktion gelegt hat.
Individualität wird großgeschrieben
Das Arzneimittelbild alleine reicht aber
nicht aus, um ein passendes Medikament für einen Patienten zu
finden.
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Der homöopathisch arbeitende Arzt oder Heilpraktiker
muss genau beobachten, welche Krankheitszeichen ein Patient
schildert.
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Er lässt sich berichten, wann die Symptome auftreten
hat, wodurch sie besser oder schlimmer werden, was der Patient
als wohltuend empfindet oder wovor er sich fürchtet.
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Je spezieller die Beschwerden und ihre Umstände sind,
umso eher wird der Arzt oder Heilpraktiker ein passendes Mittel
finden.
Genauso wird der Apotheker nach den genauen
Umständen einer Krankheit fragen, wenn Sie mit dem Wunsch nach
einem homöopathischen Mittel in die Apotheke kommen. Dazu ein
Beispiel: "Ich habe Fieber und eine Erkältung" reicht
als Beschreibung nicht aus. Der Apotheker könnte Sie fragen:
"Müssen Sie stark schwitzen oder ist die Haut eher heiß und
trocken? Geht es Ihnen besser in der Wärme oder eher im Kühlen?
Fühlen Sie sich insgesamt wohl oder haben sie das Gefühl, ganz
schwach und erschöpft zu sein? Alle diese Umstände, die so
genannten Modalitäten, führen
auf die Spur des richtigen Mittels. Besonders wichtig sind dabei
die Leitsymptome, also Anzeichen, die immer wieder und ganz
typisch auftreten.
In der Homöopathie sind die Symptome wie
Wegweiser zur Findung der Arznei, die im ganz individuellen Fall
die richtige ist und die Heilung einleitet.
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Die Mittel, die sich auf ein Organ und seine Funktion
bezieht, nennt man organotrop oder funktionotrop. In der
Selbstbehandlung von leichteren Beschwerden setzt man immer diese
Mittel ein, die auf ein Organ oder Gewebe oder seine Funktion
zielen.
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Homöopathika, die die ganze Persönlichkeit erfassen,
also personotrop wirken, dürfen nur von erfahrenen Homöopathen
verordnet werden. Die Arzneimittelfindung ist sehr umfassend und
dauert oft lange.
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Wenn das Mittel gut ausgewählt ist, reagiert der Körper
rasch, zum Schrecken des Patienten zunächst oft mit einer
Verschlimmerung. Der Fachmann spricht von einer
Erstverschlimmerung; diese ist recht typisch für die Wirkweise
der homöopathischen Arzneien.
Literatur
ABDA
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