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Der schnelle Griff zur Pille - drei Fallbeispiele
Drei Fallbeispiele zeigen: Ohne es zu wollen können Menschen in eine Situation hineingeraten, in denen ihre Seele oder ihr Körper sie zum Arzneimittelmissbrauch zwingt.
Fall 1: Wolfgang K., 45 Jahre, Manager
Wolfgang K., 45 Jahre, gestresster Manager, ist im Moment in einer besonders angespannten Phase. Der sonst so erfolgsverwöhnte Geschäftsmann hat jetzt manchmal Angst, dass er seiner Aufgabe nicht gerecht wird. Um seine innere Unruhe zu dämpfen, greift er tagsüber immer öfter zu einem Beruhigungsmittel. Dieses wirkt dann allerdings leider auch bei abendlichen Konferenzen, in denen Herr K. früher immer mit seiner Spannkraft glänzte. Herr K. meint, die Situation im Griff zu haben, und nimmt ein Aufputschmittel. Klar, dass er dann Probleme mit dem Einschlafen hat. Aber da ist ja noch sein Beruhigungsmittel, das auch tagsüber immer so gut wirkt. Morgens ist Herr K. seit einiger Zeit immer wie erschlagen. Er greift erneut zum Aufputschmittel...
Fall 2: Helga L., 33 Jahre, Hausfrau und Mutter
Helga L., 33 Jahre, Hausfrau und Mutter von drei Kindern, ist den ganzen Tag auf den Beinen. Kopfschmerzen kann sie dabei nicht gebrauchen. Früher hat Frau L. nur ab und zu eine Tablette genommen. Seit einiger Zeit greift sie aber schon jeden Morgen zur Tablette - vorsichtshalber, damit die Kopfschmerzen erst gar nicht auftreten. Damit liegt sie auch richtig -glaubt Frau L.. Kaum setzt sie ihr Schmerzmittel einen Tag ab, wird sie von quälenden Kopfschmerzen geplagt. Was Frau L. nicht weiß: Sie leidet unter sogenannten Entzugskopfschmerzen, die nur daher kommen, dass ihr Körper an das Kopfschmerzmittel gewöhnt ist.
Fall 3: Claudia W., 19 Jahre, Abiturientin
Claudia W., 19 Jahre, Abiturientin, sieht dem Frühling mit gemischten Gefühlen entgegen: Die paar Pfund Winterspeck müssen schnell noch runter. In der Werbung hat sie einen erfolgversprechenden Schlankmacher entdeckt, der ihr Hungergefühl einfach bremst. Den nimmt sie jetzt seit sechs Wochen. Und das beste: Sie hat nicht nur abgenommen, sondern ist irgendwie "viel besser drauf". Zumindest galt das bis vor kurzem. Jetzt leidet Claudia W. unter Schlafstörungen und ist immer nervös. Ob das etwas damit zu tun hat, dass sie das Medikament einfach länger eingenommen hat, als ihr vom Apotheker empfohlen wurde?
ABDA
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