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Antibiotika kompakt

Noch Anfang dieses Jahrhunderts waren Infektionskranheiten oft lebensbedrohliche Erkrankungen, weil nur die Symptome behandelbar waren und der Organismus mit dem Bakterium selbst fertig werden musste. Dies änderte sich mit der Entwicklung von Antibiotika.

Heute stehen weit über hundert verschiedene Antibiotika für die Therapie zur Verfügung. Die Vielfalt ist notwendig, da nicht jedes Antibiotikum gegen jeden Keim eingesetzt werden kann. Das bedeutet also, der Arzt muss wissen, welcher Keim für die Infektion verantwortlich ist um gezielt therapieren zu können. Außerdem muss auch auf eine unerwünschte Wirkung der Antibiotika geachtet werden, die Resistenzentwicklung.

Bakterien wehren sich

Jeder Mensch verfügt über ein eigenes Abwehrsystem, das Immunsystem, das vor der Entdeckung der Antibiotika alleine für die Ausheilung einer Infektion verantwortlich war. Ebenso besitzen auch die Bakterien ein Abwehrsystem gegen Antibiotika. So entwickeln sie zum Beispiel gegen Penicillin ein Enzym, das den Abbau dieses Antibiotikums beschleunigt. Die Folge: Penicillin, das normalerweise durch Schädigung der Zellmembran das Bakterium tötet, kann seine Wirkung nicht mehr entfalten. Aber nicht nur gegen Penicillin entwickeln Bakterien Abwehrmechanismen, sondern gegen alle Antibiotika. Einige Wissenschaftler befürchten schon, dass in nicht allzu langer Zeit einige Keime gegen alle verfügbaren Antibiotika Resistenzen entwickelt haben. Zur Zeit lassen sich noch durch Neuentwicklungen Resistenzlücken schließen.

Ärztliche Anweisung befolgen!

Um einer Resistenzentwicklung vorzubeugen ist es unter anderem wichtig, dass ausreichend hoch therapiert wird. Das heißt für den Patienten, dass die vom Arzt vorgegebene Einnahmemenge und -dauer muss unbedingt eingehalten werden muss, auch wenn der Patient das Gefühl hat die Infektion bereits überstanden zu haben.

Bei zu kurzer Einnahme überleben einige Keime, die dann ihre Resistenz aufbauen können. Die Infektion flammt nach einiger Zeit wieder auf, das wieder eingesetzte Antibiotikum wirkt dann nicht mehr.

Wichtig ist auch beim Einsatz als Antibiotika auf Überempfindlichkeiten zu achten. Als körperfremde Stoffe können sie Allergien auslösen, die bei Antibiotika sehr häufig auftreten.

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Quelle: Hartmut Morck: Arzneimittel verstehen GOVI-Verlag GmbH

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Letzte Änderung: 01.07.2005