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Sensible Haarwurzeln
Die Gründe für Haarschwund sind sehr verschieden. Beim hormonell-erblichen Haarausfall beispielsweise spielen, wie der Name schon sagt, hormonelle und erbliche Faktoren eine Rolle. Hormone sind Botenstoffe, die in unserem Körper verschiedene Aufgaben übernehmen. So steuern beispielsweise Geschlechtshormone unter anderem das Haarwachstum von Mann und Frau. Die Haarwurzeln von Betroffenen reagieren empfindlich auf einen Abkömmling des männlichen Geschlechthormons Testosteron. Denn eine genetische Veranlagung macht die Haarwurzeln sensibel für das Hormon. Sie verkümmern und die Haare verlieren daraufhin ihren Halt. Zu guter Letzt fallen sie aus. Auch wenn Testosteron ein männliches Hormon ist, produzieren Frauen es in geringer Konzentration ebenfalls. Deshalb können auch Frauen am hormonell-erblichen Haarausfall leiden.
Häufig klagen Frauen wenige Monate nach der Geburt ihres Kindes über Haarverlust. Der Grund: Während der Schwangerschaft schüttet der Organismus hohe Konzentrationen an weiblichen Geschlechtshormonen (Oestrogene) aus. Die Oestrogene bewirken bei vielen Frauen nicht nur eine rosige und glatte Haut, sondern auch glänzendes und volles Haar. Nach der Geburt des Kindes fällt der Oestrogenspiegel im Blut. Die Folge: Die Haare werden im Wachstum gestoppt und können ausfallen. Das Phänomen lässt sich häufig zwei bis drei Monate nach der Geburt beobachten.
Das Immunsystem spielt verrückt
Anders als beim erblich-hormonellen Haarausfall sind die Gründe für den kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bisher nicht geklärt. Fachleute können über die Gründe nur spekulieren. So wird im Allgemeinen eine Störung im Immunsystem als Ursache angenommen. Die Abwehrzellen, die normalerweise Viren, Bakterien oder Pilze im Körper bekämpfen sollen, erkennen die Haarfollikel nicht als körpereigene Strukturen und greifen sie an. Die Haare verlieren in der Folge ihre Verankerung und fallen aus.
Des Weiteren gibt es eine Reihe von Gründen, die einen Haarausfall verursachen können. Beispielsweise sind verschiedene Erkrankungen häufig von Haarausfall begleitet: Schilddrüsenüber- oder unterfunktion, Typhus, Grippe, Tumore oder AIDS. Manchmal führt auch die Einnahme bestimmter Medikamente zu einer Ausdünnung der Haare bis hin zum kompletten Haarverlust. Vor allem Zytostatika, also Arzneimittel, die bei einer Tumorbehandlung zum Einsatz kommen, lassen die Haare schwinden. Bei manchen Patienten werden auch Haarverluste nach Operationen, die unter Vollnarkose durchgeführt werden, beobachtet. Hohe Belastungen an Schadstoffen im Körper können sich ebenfalls durch Haarausfall bemerkbar machen. So sind Umweltgifte wie Cadmium, Arsen, Kupfer oder Quecksilber dafür bekannt.
Vitamine, Mineralstoffe und Co.
Damit die Haare wachsen können, brauchen sie verschiedene Nährstoffe wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Damit nicht genug: Vitamine und Mineralstoffe sind für gesundes Haar ebenfalls unerlässlich. Verschiedene Erkrankungen führen zu einem Mangel dieser notwendigen Substanzen. Zum Beispiel: Durchfall, Magersucht, Bulimie, chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Nach Crash-Diäten, Fastenkuren oder durch Fehlernährung können verschiedene Nährstoffe, Vitamine oder Mineralstoffe (zum B eispiel Zink und Eisen) ebenfalls knapp werden.
Ähnlich wie sich Tiere im Sommer ein dünneres Fell zulegen, zeigt sich bei manchen Menschen ein saisonal verstärkter Haarverlust. Im Hochsommer und Frühherbst fallen bei ihnen die Haare verstärkt aus. Die Ursache ist nicht genau bekannt. Manche Experten vermuten, dass die längeren Tage in den Sommermonaten eine Rolle spielen. Andere führen es auf die direkte Sonneneinstrahlung zurück. Daneben können Pilz- oder bakterielle Infektionen, Verbrennungen oder Verletzungen auf der Kopfhaut Narben hinterlassen. An diesen Stellen wachsen keine Haare mehr. Allerdings lässt sich nicht immer eine Ursache für den plötzlichen Haarausfall finden. Gerne werden dann psychische Gründe wie Stress als Auslöser herangezogen. Das mag in vielen Fällen auch zutreffen. Allerdings lassen sich Ursache und Wirkung oft sehr schwer trennen. Denn jeder verstärkte Haarausfall löst Stress aus. Was zuerst da war - der Haarausfall oder Stress - lässt sich dann häufig nicht mehr nachvollziehen.
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