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Apotheker berät Seniorin zu einem Arzneimittel

Bei Problemen mit Arzneimitteln können Patienten ihren Apotheker vor Ort ohne Scham ansprechen. Er wird gerne helfen.
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7 Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie im Alter

Mit steigendem Alter wächst meist die Zahl der Einschränkungen, mit denen sich Patienten plagen müssen. Sehbehinderungen, schlechtes Gehör und Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis erschweren den Alltag und somit auch die Arzneimitteltherapie, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit.

Wer die Anweisungen des Arztes nicht richtig versteht oder Medikamente mit ähnlichen Verpackungen nicht mehr zuordnen kann, sollte ohne Scham seinen Apotheker vor Ort ansprechen. Auch wenn Verwandte oder Freunde feststellen, dass Betroffene in ihrem Umkreis Wahrnehmungsstörungen oder Gedächtnisprobleme haben, sollten sie sich von einem Apotheker beraten lassen, wie die Person unterstützt werden kann. Hat der Patient erst den Überblick über seine Medikamente verloren, besteht die Gefahr der Vergiftung durch Überdosierung. Andere Patienten brechen aus Unsicherheit die Arzneimitteltherapie ab und gefährden ihre Gesundheit indem lebensnotwendige Medikamente nicht mehr eingenommen werden. Zusätzlich stiften häufige Wechsel der Medikamente durch Rabattverträge, die zwischen Krankenkassen und Herstellern geschlossen werden, Verwirrung. Der Apotheker kann vorbeugend helfen:

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  • Tipp 1: Dosierung kennen
    Der Patient sollte sicher sein, dass er die Dosierung und den Einnahmezeitpunkt seiner Medikamente kennt. Dabei kann er sich von seinem Apotheker unterstützen lassen. Bestehen Verordnungen von mehreren Ärzten, kann der Patient in der Apotheke prüfen lassen, ob sie miteinander verträglich sind und die Anwendungshinweise gegebenenfalls vom Apotheker auf der Packung ergänzen lassen. Die schriftlichen Informationen sollten gut lesbar sein, damit Fehlinterpretationen möglichst ausgeschlossen sind.
  • Tipp 2: Sortier- und Dosiersysteme
    Um den Überblick zu behalten, ob ein verordnetes Arzneimittel zum vorgesehenen Zeitpunkt auch eingenommen wurde, gibt es in der Apotheke Sortier- und Dosiersysteme in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Patienten erhalten in der Apotheke eine Beratung, wie sie sicher mit den Systemen umgehen und die Einnahmeintervalle einhalten.
  • Tipp 3: Richtig halbieren
    Manchmal werden Präparate mit dem Hinweis: "Eine halbe Tablette einnehmen" verschrieben. Vielen älteren Menschen fällt es allerdings schwer, die Tabletten richtig zu teilen oder sie vergessen, dass sie nur eine halbe Dosis einnehmen dürfen. Lässt sich diese Dosierung aber nicht vermeiden, sollte in der Apotheke nach einem Tablettenteiler gefragt werden, einem einfachen Gerät, mit dem ohne Kraftaufwand die Tabletten genau geteilt werden können.
  • Tipp 4: Angehörige hinzuziehen
    Bei fortgeschrittenen Einschränkungen oder ernsthaften Hinweisen darauf, dass der Patient sich nicht selbst versorgen kann, sollte die Arzneimittelzuteilung und Anreichung durch Angehörige geleistet werden, um einer Schädigung des Patienten durch Medikationsfehler vorzubeugen.
  • Tipp 5: Lagerung der Medikamente an einem Ort
    Alle Arzneimittel sollten an einem Ort in der Originalverpackung gelagert werden. Auf diese Weise können Patienten und Pflegende leichter die Übersicht behalten. Wichtig dabei: Arzneimittel sollten wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und der Temperaturschwankungen nicht im Badezimmer oder in der Nähe des Küchenherdes aufbewahrt werden. Optimal ist ein eigener Schrank oder eine Schublade in einem trockenen, gleichmäßig temperierten Raum.
  • Tipp 6: Regelmäßige Gespräche mit Verwandten
    Angehörige sollten bei älteren Menschen besonders auf Verhaltensänderungen und Anzeichen von zunehmender Schwäche oder veränderter Wahrnehmung achten. Hinweise auf Probleme können das Beklagen von Gedächtnisstörungen, Orientierungsprobleme, sozialer Rückzug, neue ungewohnte Krankheitssymptome, untypische Stimmungsschwankungen, Probleme in der Haushaltsführung oder Körperpflege sowie "fixe Ideen" sein.
  • Tipp 7: Seh- und Hörvermögen regelmäßig überprüfen lassen
    Die regelmäßige Überprüfung des Seh- und Hörvermögens hilft, Eigenständigkeit und Alltagskompetenzen zu erhalten. Wer schlecht sieht, läuft eher Gefahr, Arzneimittel zu verwechseln und wichtige Informationen zu übersehen. Die Packungen sehen sich oft ähnlich und das Lesen des Beipackzettels inklusive der Dosierungsanleitungen stellt dann eine Hürde dar. Wer schlecht hört, nimmt die Anweisungen des Arztes oder Apothekers vielleicht nicht richtig wahr oder versteht sie falsch.

AK Niedersachsen

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