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Ananas: Königin der Tropenfrüchte

Vollreif muss die Ananas bei der Ernte sein – dann birgt das saftige Fruchtfleisch über 100 Aromen, Vitamin C und ein ganz besonderes Enzymgemisch.

Am 4. November 1493 legte Christoph Kolumbus mit seiner Schiffsflotte an der Karibikinsel Guadeloupe an – und die einheimischen Indianer empfingen ihn mit einem kleinen Gruß aus der Küche. Sie kredenzten eine saftige Frucht, die bislang kein Europäer gekostet hatte: eine Ananas. Der Leckerbissen war historisch. Kolumbus nahm die Ananas mit nach Spanien und beglückte Europa mit dem herrlichen Obst, dessen Fruchtfleisch gelb wie die Sonne leuchtet und in dem mindestens 130 Aromastoffe zum Konzert aufspielen.

Eine aufgeschnittene Ananas und eine ganz dahinter.

Ananas schmeckt lecker und steckt voller Vitamin C.
© Oleksiy Ilyashenko - Fotolia

Heimat Südamerika

Ursprünglich stammt die "Königin der Tropenfrüchte" jedoch aus Südamerika, vermutlich aus Brasilien und Venezuela. Dort kultivierten die Indianer Ananaspflanzen, lange bevor die Spanier und Portugiesen kamen. Heute wachsen sie in vielen tropischen und subtropischen Ländern. Bei uns erhältliche Ananas kommt hauptsächlich aus Costa Rica, aber auch aus Ecuador, Südafrika, Honduras, Ghana und von der Elfenbeinküste.

Die Ananas wiegt sich nicht in hohen Palmen, sondern sitzt ganz erdverbunden inmitten einer krautigen Pflanze aus der Familie der Bromeliengewächse. Da sie nur dürftig in der Erde verwurzelt ist, helfen die rosettenförmig geordneten Blätter beim Sammeln von Wasser und Staub und sichern so die Versorgung mit Nährstoffen. Aus der Mitte der Rosette sprießt ein Fruchtstiel mit einem Schopf grüner Blätter, unterhalb dem sich Blüten und später Beeren entwickeln. Die Beeren verwachsen mit der Blütenachse zu einem fleischigen Fruchtverband aus bis zu 200 Einzelfrüchten. Das Ergebnis: stattliche, saftige Ananasfrüchte, die aussehen wie ein übergroßer Pinienzapfen – und deshalb auf Englisch pineapple, also Pinienapfel, heißen.

Vitamin-C-Bombe

Es gibt zwar über einhundert Ananassorten, doch bedeutsam sind nur wenige. Besonders beliebt ist eine Sorte namens MD2. Sie schmeckt sehr süß, hat wenig Säure und enthält drei- bis viermal so viel Vitamin C wie andere Sorten. Normalerweise liefern 100 Gramm Ananas 20 Milligramm Vitamin C, das entspricht einem Fünftel des Tagesbedarfs. Außerdem stecken in dem süßen Fruchtfleisch zwölf Prozent Zucker, der Muskeln und Gehirn schnell mit Energie versorgt.

Wasser marsch

Hauptsächlich besteht eine Ananas jedoch aus Wasser, genau genommen aus 85 Prozent. Deshalb bietet sie leichte Kost und eignet sich durchaus zum Abnehmen. Von einer reinen Ananas-Diät raten Experten jedoch ab. Wie jede einseitige Kost versorgt sie den Körper nicht mit allen notwendigen Nährstoffen. Und anders als die Werbung verspricht, haben die Früchte leider keine Fett spaltenden Enzyme, die lästige Kilos zum Schmelzen bringen.

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Naturmedizin mit Bromelain

Die Ananas besitzt aber ein anderes außergewöhnliches Enzymgemisch. Es heißt Bromelain, sitzt im Strunk und spaltet Eiweiße. In der Küche wirkt sich das eher negativ aus: Kommt frische Ananas mit Milch und Milchprodukten in Kontakt, spaltet Bromelain das Eiweiß in bittere Bruchstücke, und Speisen mit Gelatine werden nicht fest. Die Naturmedizin nutzt Bromelain jedoch schon lange, unter anderem als Mittel gegen Schwellungen und Entzündungen nach Operationen oder Verletzungen. Und offenbar hilft es auch, fest haftenden Schorf von Brandwunden zu lösen.

Eine reife Ananas hat frische, grüne Blätter, eine klare Schalenfarbe und gibt auf Druck leicht nach. Matte Früchte mit weichen Stellen sind schon überreif und schmecken fad. Das beste Aroma haben vollreif geerntete Flugananasse. Nach dem Kauf sollte man die Früchte möglichst schnell essen – und das dürfte angesichts der vielen Einsatzmöglichkeiten nicht schwerfallen. In ihren Heimatländern ist die Ananas aus der Küche nicht wegzudenken und begleitet Gerichte aus Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel und Fleisch. Uns schmeckt sie vor allem pur, in Cocktails, auf Kuchen oder im Obstsalat.

Raffinierter Nachtisch

Und raffinierte Desserts lassen sich mit Ananas ebenfalls zaubern, wie dieses Rezept zeigt: Für sechs Portionen eine halbe Orange auspressen. Eine Stange Zitronengras längs halbieren, ein walnussgroßes Stück Ingwer schälen und fein würfeln. Mit dem Orangensaft zwei Esslöffeln Limettensaft, zwei Kaffirblättern – gibt es in vielen Gewürzabteilungen der Supermärkte – und einem achtel Liter hellem Rübensirup fünf Minuten köcheln lassen.

Von einer Ananas sechs Scheiben abschneiden, schälen und den Strunk herausschneiden. Einen Esslöffel Butter erwärmen, jede Ananasscheibe auf einer Seite damit einpinseln und mit insgesamt zwei Esslöffeln Zucker bestreuen. Mit der Zuckerseite nach oben auf ein Blech mit Alufolie legen, acht bis zehn Minuten unter dem Grill karamellisieren und mit dem Sirup beträufelt servieren. Guten Appetit!

Dipl. oec. troph. Dorothee Hahne

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