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Kind wird an den Händen festgehalten und durch die Luft gewirbelt.

Kinder lieben es, durch die Luft gewirbelt zu werden. Sie dafür an den Händen zu fassen, ist aber keine gute Idee.
© Miredi - Fotolia

Engelchen flieg besser nicht

Das Kind an den Händen nehmen und durch die Luft ziehen. Ein Spiel, das Groß und Klein begeistert. Doch Kinderärzte warnen vor "Engelchen flieg".

Eltern sollten, wenn sie ihr kleines Kind hochheben wollen, es immer mit den Händen um die Brust fassen. Ziehen sie ein Kleinkind an seinen Händen hoch, kann versehentlich das Ellenbogengelenk gelockert werden. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hin. Bei Kleinkindern bis zum Alter von vier Jahren kann sich die Verbindung im Ellenbogengelenk zwischen Unterarm und Oberarm bei Belastung noch leicht lösen.

Kinder nicht durch die Luft schwingen

"Deswegen sollten Eltern sie nicht durch die Luft schwingen, wie beim Spiel 'Engelchen flieg', während sie sie an den Händen halten", warnt Professor Dr. Hans-Jürgen Nentwich. "Auch wenn Eltern ihre Kinder bei Stürzen oder bei hohen Stufen an einem Arm festhalten, kann es zu einer Ellenbogen-Lockerung kommen", erklärt der langjährige Leiter der Kinderklinik in Zwickau.

Beim Auseinanderziehen des Gelenks rutscht umliegendes Gewebe in den Gelenkspalt. Beim Loslassen kann dieses Gewebe durch das zurückgleitende Gelenk eingeklemmt werden. Dies verursacht starke Schmerzen. Betroffene Kinder weinen meist und vermeiden dann, den schmerzenden Arm zu bewegen, und können ihn kaum hochheben.

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Alarmsignal Lähmung

In der Regel bildet sich um das Gelenk keine Schwellung. Um es zu schützen, nehmen betroffene Kinder eine Schonhaltung des Armes ein. Sie halten den gebeugten Unterarm leicht gegen den Bauch gedrückt. Die Handinnenfläche zeigt auf den Körper. Der Arm erscheint wie gelähmt, Experten sprechen auch von einer sogenannten Chassaignac-Lähmung, benannt nach einem französischen Chirurgen.

In England heißt diese Verletzung "Nursemaid’s ellbow", Kindermädchen-Ellenbogen, weil Kindermädchen oft damit konfrontiert waren beziehungsweise sind. "Bei jeder Art von Lähmungserscheinung sollten Eltern umgehend für eine genaue Abklärung sorgen, um eine Durchblutungsstörung oder auch Spätschäden auszuschließen", rät Nentwich. "Das gelockerte Ellenbogengelenk kann der Kinder- und Jugendarzt wieder in die richtige Position bringen. Unbehandelt besteht die Gefahr, dass die Beweglichkeit des Arms auf Dauer eingeschränkt bleibt", mahnt der Kinderarzt.

Rasch zum Arzt

Schnelles ärztliches Handeln lohnt sich. Das Kind hat innerhalb von Minuten keine Schmerzen mehr, wenn der Mediziner das Gelenk wieder richtig gelegt hat. Sind bereits einige Stunden vergangen, bis die Lähmung behandelt wurde, kann der Arzt eventuell eine spezielle Schlinge empfehlen. Sind mehrere Tage vergangen, kann unter Umständen eine Schiene sinnvoll sein.

Peter Erik Felzer

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