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Junge Familie

Kinder während einer Autofahrt

Die Vorfreude auf das Reiseziel hilft mit dabei, die Langeweile während der Fahrt zu überstehen.
© somenski - Fotolia

Richtig reisen mit Kindern

Thomas Banhardt engagiert sich seit über 15 Jahren für Kinder- und Familienfreundlichkeit in der Hotellerie. Der Insider gibt nützliche Tipps zur Planung eines gelungenen Urlaubs für Groß und Klein.

Worauf muss man achten, wenn man mit Kindern unterschiedlichen Alters reisen möchte?

Banhardt: Wenn alle Familienmitglieder gemeinsam einen spannenden, aber dennoch auch erholsamen Urlaub verbringen möchten, sollten getrennte Schlafbereiche für Eltern und Kinder zur Verfügung stehen. Ich empfehle außerdem, darauf zu achten, dass es eine altersgerechte Kinderbetreuung gibt. In Indoor- und Outdoor-Spielbereichen fühlen sich idealerweise Kinder verschiedener Altersgruppen wohl.

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Woran erkennt man, ob ein Hotel wirklich kinderfreundlich ist oder nur mit scheinbarer Kinderfreundlichkeit wirbt?

Banhardt: Kinderfreundlichkeit fängt mit einer professionellen und immer auch altersgerechten Betreuung an, am besten durch qualifizierte, gut ausgebildete Mitarbeiter. Die Verpflegungsmöglichkeiten orientieren sich an den besonderen Bedürfnissen von Familien. Am besten eignen sich Buffets. Hier findet jeder, was ihm schmeckt. Zertifizierungen geben Auskunft darüber, welche Sicherheitsstandards im Hotel herrschen.

Wo lauern versteckte Kosten, beziehungsweise welche Angebote sollten im Preis enthalten sein?

Banhardt: Viele Angebote beinhalten die Kosten für die Getränke der Kinder und die Kinderbetreuung. Gute Anbieter listen weitere Kosten, zum Beispiel für Reitstunden, Internetnutzung oder Wellnessbehandlungen für die Eltern, separat auf. Handelt es sich um ein Pauschalangebot, sollten alle Inklusivleistungen einzeln aufgezeigt sein. Bei Unklarheiten am besten vor der Buchung nachfragen.

Im Falle eines Falles: Wie sieht es mit medizinischer Versorgung aus?

Banhardt: Der Gesetzgeber schreibt vor, dass mindestens zehn Prozent der Belegschaft über einen aktuellen Ersthelfer-Schein verfügen muss. Außerdem müssen die Kinderbetreuer mindestens alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs am Kleinkind absolvieren. Eine Arztpraxis, am besten ein Kinderarzt, sollte in der Nähe sein.

Viele Familienhotels werben mit meterhohen Kletterwänden oder Reitmöglichkeiten. Wie sieht es in Sachen Sicherheit und Versicherungsschutz aus?

Banhardt: TÜV-Zertifizierungen zeigen, dass Experten alle Angebote regelmäßig auf ihre Sicherheitsstandards hin überprüfen. Gute Anbieter versichern zudem ihre Gäste im Rahmen einer Betriebshaftpflichtversicherung im Hotel und bei sämtlichen angebotenen Programmen. Mehrere Hotels wurden bereits mit dem speziellen TÜV-Siegel "OK für Kids", ausgezeichnet.

Viele informieren sich heute vorab im Internet. Gibt es Möglichkeiten, bereits an der Homepage des Hotels zu erkennen, ob es hält, was es verspricht?

Banhardt: Eine gute Homepage weckt Emotionen und macht Lust auf einen Besuch des Hotels. Bildergalerien, Filme und Einträge vermitteln einen realistischen Eindruck. Zimmergrundrisse helfen bei der Planung.

Inwiefern kann ich den Bewertungen anderer Gäste trauen?

Banhardt: Existiert eine große Anzahl an Bewertungen, lässt sich eine gewisse Tendenz erkennen, die sich nur schwer manipulieren lässt. Zur Sicherheit einfach verschiedene Bewertungsportale miteinander vergleichen.

Sind kinderfreundliche Hotels eigentlich auch elternfreundlich?

Banhardt: Nicht unbedingt! Deshalb sollten gesonderte Ruhezonen für Eltern zum Angebot gehören. Eigene Programme, etwa beim Sport oder im Wellnessbereich, geben Erwachsenen die Möglichkeit, die "kinderfreie" Zeit für sich zu genießen.

Peter Erik Felzer

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