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Kosmetik und Hautpflege

Mann, der ein Spray hochhält; eine potentielle Quelle für Duftstoffe.

Immer häufiger sind auch Männer von Kontaktallergien betroffen.
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Kontaktallergie: Das Deo war's

Schweißflecken unter den Achseln bei Männern? Das war einmal. Die tägliche Dusche und der Griff zum Deo sind für den gepflegten Mann von heute selbstverständlich. Zu viel Hygiene hat jedoch bisweilen ihren Preis.

Bisher litten meist Frauen unter Duftstoffallergien, da sie viel häufiger Kosmetika verwenden. Aber die Männer holen auf. Bei ihnen sind vor allem parfümierte Deos für Duftstoffallergien verantwortlich.

Duftstoffe gehören mit zu den häufigsten Allergieauslösern. Das verwundert nicht, denn Duft- und Aromastoffe sind fast allgegenwärtig. Nicht nur Kosmetika sind parfümiert, auch Reinigungsmittel, Haarpflegemittel, Zahnpasten, Waschmittel und sogar Lebensmittel tragen eine Duftnote. Solange man nicht sensibilisiert ist, schadet die "Beduftung" nicht. Kritisch wird es, wenn eine Duftstoffallergie vorliegt. Dann kann es passieren, dass der Gebrauch eines Deos zu einem allergisch bedingten Hautausschlag führt. Fachleutesprechen in diesem Fall vom allergischen Kontaktekzem.

Informationen zu Kosmetik-Inhaltsstoffen

Die Broschüre "Bewusster leben mit Kontaktallergien", die unter anderem Informationen über die am häufigsten in Kosmetika eingesetzten Parfümstoffe enthält, ist über folgende Adresse erhältlich:

Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW)
Mainzer Landstraße 55
60329 Frankfurt am Main
Telefon: 069 25561323
Telefax: 069 237631

Damit ein Kontaktekzem entsteht, muss das Allergen erst einmal in den Körper gelangen. Meist geschieht das durch eine kleine Verletzung, zum Beispiel in rasierten Achselhöhlen. Beim ersten Kontakt erkennt das Immunsystem den Stoff als körperfremd und speichert die Information ab. Diesen Vorgang bezeichnet man als Sensibilisierung. Bei erneutem Kontakt – manchmal erst nach Jahren – wird diese Information dann abgerufen. Das Abwehrsystem reagiert, indem es Antikörper bildet, die an den betroffenen Stellen zu einer allergischen Reaktion führen, aus der nach einigen Tagen ein Kontaktekzem entsteht. Typisch sind Rötung, Juckreiz und Bläschen. Wird das Deo abgesetzt, heilt das Ekzem in der Regel wieder ab.

Pflastertest auf Allergene

Um die eine allergieauslösenden Stoffe zu finden, führt der Dermatologe einen Epikutantest durch. Dabei werden Spezialpflaster auf die Haut geklebt, die mit den häufigsten Allergenen getränkt sind. Die Reaktionen werden nach einigen Tagen abgelesen. Hautrötungen und Bläschen deuten auf eine Allergie hin.

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Die positiv getesteten Stoffe werden in einen Allergiepass eingetragen, am besten in der sogenannten INCI-Deklaration. Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten müssen europaweit aufgrund gesetzlicher Vorschriften in der INCI-Schreibweise auf der Packung angegeben werden. Die 26 Duftstoffe, die am häufigsten eine Allergie auslösen, müssen, wenn sie eine bestimmte Konzentration überschreiten, namentlich aufgeführt sein. Bei geringeren Konzentrationen werden sie unter der pauschalen Bezeichnung "Parfum" oder "Fragrance" zusammengefasst.

Den Allergiepass mitnehmen

Allergiker sollten den Allergiepass immer mit sich führen, um beim Kauf ein für sie geeignetes Produkt zu finden. Wem die INCI-Bezeichnungen zu verwirrend sind, kann sich in der Apotheke beraten lassen.

Die beste Therapie bei einem Kontaktekzem ist, allergieauslösende Stoffe zu meiden. Im Fall des Deos kann auf eine unparfümierte Variante ausgewichen werden. Manchmal hilft der Wechsel zu einer anderen Formulierung, zum Beispiel von einem Stift zu einem Roller. Alternativen sind Aluminiumkristalle oder unparfümierte Körperpuder.

Apothekerin Ursula Kindl

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