Fruchtzucker nicht im Übermaß

 

Auch wenn Fruktose als Zuckeraustauschstoff gilt: Diabetiker sollten den Haushaltszucker nicht einfach durch Fruchtzucker ersetzen. Auch Fruchtzucker kann gewichtige Nachteile für die Stoffwechsellage haben, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Juli 2016.

Zwar beeinflusst Fruchtzucker den Blutglukosespiegel und die Insulinausschüttung kurzfristig nur wenig, doch auch unter Fruktose besteht die Gefahr, an Gewicht zuzulegen. So etwa die Einschätzung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Denn Energie steckt in Fruktose genauso wie in Traubenzucker, also Glukose, dem für Menschen wichtigsten Energieträger. Und im Gegensatz zu Glukose fließen Abbauprodukte der Fruktose weniger gut reguliert in den Energie- und Fettstoffwechsel ein und füllen somit die Fettspeicher stärker. Zudem besteht der Verdacht, dass Fruktose schwächere Sättigungssignale bewirkt als Glukose. Insgesamt steigt damit das Risiko, zuzunehmen.

Außerdem problematisch: In größeren Mengen kann Fruktose laut BfR den Blutspiegel des LDL-Cholesterins und der Neutralfette (Triglyceride) erhöhen. Beides fördert Arteriosklerose und damit das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Zuviel aufgenommene Fruktose steht außerdem in Verdacht, einer Gicht und einer Fettleber Vorschub zu leisten, womöglich die Insulinwirkung zu vermindern und so die Insulinresistenz zu steigern.

Dennoch sollten Diabetiker Fruchtzucker nicht komplett meiden. Er steckt etwa in dem auch für Typ-2-Diabetiker in moderater Menge erlaubten Haushaltszucker und in Früchten. Früchte gehören ob ihrer gesunden Inhaltsstoffe regelmäßig auf den Speiseplan. Etwa zwei Handvoll täglich können Diabetiker normalerweise unbedenklich verzehren. Trockenfrüchte oder Konfitüren enthalten dagegen relativ viel Fruchtzucker. Das gilt auch für viele mit Fruktose oder Fruktose enthaltendem Maissirup gesüßte, verarbeitete Lebensmittel oder Süßgetränke.

Wer Süßes mag, aber dennoch nicht zunehmen möchte, greift am besten zu Produkten, die mit Süßstoff hergestellt werden. Süßstoffe liefern keine Kalorien. Ansonsten ist eine ausgewogene Ernährung immer noch die beste Grundlage jedweder Stoffwechseleinstellung.

Außerdem in diesem Heft: Wohlfühlen in den Wechseljahren +++ So nehmen Kinder ihre Arznei leichter +++ Abwarten oder behandeln beim Gerstenkorn

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"