So nehmen Kinder ihre Arznei leichter

 

Das Kind weigert sich, seine Medikamente zu nehmen, oder erbricht sie nach einer bestimmten Zeit der Einnahme. Was können Eltern dann tun? Apotheker wissen Rat, so etwa Apotheker Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Juli 2016.

Wenn Kinder den verabreichten Arzneisaft gleich wieder ausspucken oder den Mund gar nicht erst aufmachen, rät Hubmann, den Hustensaft am besten mit einer Pipette oder Spritze ohne Nadel zu verabreichen. »Wenn man den Saft hinter die Backenzähne träufelt, wird der Schluckreflex ausgelöst. Der Saft kommt dann auch nicht mit den Geschmacksnerven auf der Zunge in Berührung.«

Manchmal hilft es schon, die Arznei wegen eines besseren Geschmacks mit Fruchtsaft, Tee oder Muttermilch zu mischen. Allerdings warnt Hubmann: »Nicht alle Tropfen oder Säfte dürfen verdünnt werden, und nicht alle Medikamenten vertragen sich mit allen Lebensmitteln.« Für Babys gibt es in der Apotheke verstellbare Medikamentenschnuller. Und Zäpfchen lassen sich leichter einführen, wenn sie vorher mit warmem Wasser leicht angefeuchtet wurden.

Wenn das Kind die Arznei erbricht, besteht die Möglichkeit, dass das Medikament gar nicht zur Wirkung kommen kann. Hubmann: »Erbricht sich ein Kind kurz nach der Medikamentengabe oder hat es nach dem Zäpfchen Durchfall, können die Arzneien noch einmal gegeben werden. Sind seit der Einnahme zwischen 30 und 60 Minuten vergangen, sind vor allem Säfte und Lösungen vom Körper bereits aufgenommen worden. Bei Tabletten dauert es länger, bis der Wirkstoff aufgenommen worden ist. Im Zweifel raten wir Apotheker immer, beim Kinderarzt nachzufragen. Treten Durchfall oder Erbrechen erst später auf, sollte auf jeden Fall der Kinderarzt informiert werden. Er wird dann über eine Wiederholung der Arzneigabe entscheiden.«

Außerdem in diesem Heft: Wohlfühlen in den Wechseljahren +++ Fruchtzucker nicht im Übermaß +++ Abwarten oder behandeln beim Gerstenkorn

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"