Mehr Schutz vor gefälschten Arzneimitteln

 

Um das Eindringen gefälschter Arzneimittel in die legale Vertriebskette zu verhindern, verabschiedete das europäische Parlament 2011 eine entsprechende Fälschungsrichtlinie. Damit wird für die Mitgliedsländer der EU ein einheitlicher Fälschungsschutz für verschreibungspflichtige Arzneimittel vorgeschrieben. Um die technischen und organisatorischen Anforderungen zu entwickeln und um der Politik ein funktionsfähiges Modell zu bieten, gründeten Apotheker, Arzneimittelhersteller und Großhändler das gemeinsame Sicherungsprojekt securPharm. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. August 2016.

Ab 2019 muss jedes rezeptpflichtige Arzneimittel vor seiner Abgabe an den Patienten als »echt« identifiziert werden. Die Echtheitsprüfung geschieht durch das Aufbringen von Sicherheitsmerkmalen auf jeder einzelnen Packung. Jede Arzneimittelpackung besitzt damit quasi ein individuelles »Nummernschild«, ähnlich einem Auto. Bei der Abgabe überprüft die Apotheke mithilfe einer Datenbank, ob der Hersteller diese Seriennummer überhaupt vergibt und ob eine andere Apotheke womöglich bereits eine Packung mit derselben Seriennummer abgegeben hat. Bei Unstimmigkeiten erhält der Patient eine andere Packung des gleichen Medikaments. Der Apotheker behält dann die beanstandete Packung ein, und das in Verdacht geratene Produkt wird untersucht. securPharm testet seit 2013 mit einigen hundert Apotheken, Pharmafirmen und Großhändlern das neue System.

»Einen hundertprozentigen Schutz kann kein Verbraucherschutzsystem dieser Welt bieten«, heißt es von Seiten securPharms. »Was aber erreicht werden kann, ist die langfristige Sicherung der legalen Lieferkette – vom Hersteller über den Großhandel bis zur Apotheke – gegen potenzielle Bedrohungen.« Aus diesem Grund unternehmen alle Marktbeteiligten große Anstrengungen, den bereits hohen Schutz weiter auszubauen. Dabei leistet securPharm einen wichtigen Anteil. Der Patient kann ebenfalls dazu beitragen, indem er keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen erwirbt.

Außerdem in diesem Heft: Die Top 5 der Selbstbehandlung +++ Kontinuierlich messen +++ Das Gehirn profitiert von Erfahrung

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"