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Überweisung

Wenn man sich vor einer Spende umfassend informiert, kommt das Geld auch sicher einem guten Zweck zugute.
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Es ist nicht leicht, ein Engel zu sein

Ob per Brief oder Sammelbüchse: In der Vorweihnachtszeit hat die Werbung für Spenden Hochkonjunktur. Viele Menschen möchten gerne etwas geben. Doch wie kann man sicher sein, dass das Geld in seriöse Hände kommt?

Wem soll ich nur spenden? Gute Frage, denn die Menge der mildtätigen Organisationen, die sich dieser Tage vielfach zu Wort melden, ist kaum überschaubar. Noch dazu machen sie sich für ganz unterschiedliche Zwecke stark: von benachteiligten Kindern über Katastrophenhilfe bis hin zu Naturschutzprojekten. Burkhard Wilke, Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), rät: "Verzetteln Sie sich nicht bei der Fülle der Anfragen. Am besten sucht man sich ein, zwei, maximal drei seriöse Organisationen heraus."

Eine gute Hilfestellung dabei leistet Wilkes Institut. Es vergibt das sogenannte Spendensiegel. Dieses Siegel bekommen nur Organisationen, die es beim DZI beantragen und den hohen Auflagen des Instituts gerecht werden. Unter anderem werden dabei die Werbung und Information, die Transparenz der Finanzen sowie die Personalstruktur der Organisationen unter die Lupe genommen. Knapp 250 Organisationen dürfen mittlerweile das Siegel tragen und müssen jährlich unter Beweis stellen, dass sie die Kriterien einhalten. Als Spender kann man davon ausgehen, dass sie mit den ihnen zur Verfügung gestellten Geldern vernünftig umgehen.

Angemessener Verwaltungsaufwand nötig

Selbst bei seriösen Organisationen ist jedoch kaum zu erwarten, dass eine Spende zu 100 Prozent für das vom Spender benannte Projekt verwendet wird. "Um kompetente Arbeit zu leisten, brauchen die Organisationen einen angemessenen Werbe- und Verwaltungsaufwand", bestätigt Wilke. Die Verbuchung der Spenden, die Koordination der Projekte und Mitarbeiter vor Ort sowie die Information der Spender sind nötig und erfordern finanzielle Mittel. Durchschnittlich 16 Prozent ihrer Einnahmen verwenden die Spendensiegel-Organisationen für diese Zwecke.

Informationen für Spender

Eine Liste aller Organisationen, die das Spendensiegel tragen, kann man kostenfrei beim DZI anfordern. Zudem gibt das DZI auch Einzelauskünfte über bis zu drei Organisationen, ganz gleich ob sie das Spendensiegel tragen oder nicht. Für die Liste und/oder die Einzelauskünfte an folgende Adresse schreiben und drei Briefmarken zu 55 Cent beifügen:

DZI – Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen
Bernadottestraße 94
14195 Berlin

Auch auf der Internetseite des DZI finden sich ausführliche Informationen für Spender. Wer mehr über das Siegel des DZI – Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen erfahren will und Tipps zum Spenden haben möchte, kann sich über die Internetseite www.dzi.de informieren.

Wilke empfiehlt, sich vor einer Spende ein Bild von den infrage kommenden Organisationen zu machen. "Schauen Sie sich die Internetseiten oder die Werbebriefe genau an. Seriöse Organisationen informieren sachlich, umfassend und üben keinen Druck auf den Spender aus." Ähnliches gilt auch für die Spendenwerbung an Straßenständen oder an der Haustür. Oft wird dort nicht direkt um Geldspenden geworben. Es sollen Beitrittserklärungen zu einer in der Regel zweijährigen Fördermitgliedschaft unterschrieben werden, was einer Dauerspende gleichkommt. Seriöse Organisationen gewähren bei dieser Art der Unterstützung meist ein jederzeitiges Rücktrittsrecht.

Nicht unter Druck setzen lassen

Egal ob Geld oder Unterschrift: Wilke empfiehlt beim Spenden einen kühlen Kopf. "Wenn die Werbung stark gefühlsbetont und wenig sachlich ist und wenn Sie die Organisation nicht genau kennen, dann auf keinen Fall vorschnell unterschreiben oder spenden! Gehen Sie bei aufdringlichen Werbern ohne schlechtes Gewissen weiter oder schließen Sie Ihre Tür." Seine Faustregel für Spendenwillige lautet: gut informieren und nicht unter Druck setzen lassen. So kommt die wertvolle Spende auch in die richtigen Hände.

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