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Senioren

Modische Frau

Modische Kleidung kennt keine Altersgrenze.
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Abschied von Beige: Farbe bekennen

Viele ältere Menschen scheuen sich, farbige Kleidung zu tragen und mit der Mode zu gehen. Wir haben die Berliner Typberaterin und Seniorenbegleiterin Evelyn Baganz gefragt, warum gerade Senioren Mut zu Farbe und flotten Schnitten zeigen sollten.

Die Lieblingsfarbe der meisten Senioren scheint Beige zu sein. Warum?

Baganz:

Bei älteren Menschen sind die Farben Beige, Eierschale, Altrosa und Hellblau sehr beliebt. Helle Farben wirken einladend, sie signalisieren Nähe. Pastelltöne und weiche Kontraste vermitteln Wärme, Offenheit und Lust auf Kommunikation. Ohne sich dessen bewusst zu sein, drücken ältere Menschen mit heller Kleidung ihre Lust auf Begegnung aus.

Die hellen Töne wirken aber oft auch etwas unauffällig. Brauchen Senioren mehr Mut zur Farbe?

Baganz:

Viele haben noch immer die Vorstellung, dass Farben nichts für das Alter sind. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Kleidung in kräftigen Farben bildet einen wunderbaren Kontrast zu grauem oder weißem Haar. Farben machen jünger, wirken fröhlicher und wecken Lebensfreude. Man kann Senioren also nur empfehlen, Farbakzente zu setzen.

Wie kann ein älterer Mensch die richtigen Kleiderfarben für sich finden?

Baganz:

Entscheidend bei der Farbfindung sind der Hautton und die Haarfarbe. Lange galt die Einteilung in Frühlings-, Sommer-, Herbst- oder Wintertyp. Je nach Typ bekam man dann die kalten beziehungsweise warmen Farben empfohlen, die diesem Farbtyp zugeordnet sind. Dieses starre Schema finde ich überholt. Schließlich gibt es heute jede Farbe in einem kalten und in einem warmen Ton. Man muss einfach ausprobieren, welche Farbnuance sich am besten für den jeweiligen Typ eignet. Bei einer Typberatung lege ich den Senioren zum Beispiel verschiedenfarbige Tücher um die Schultern. Gemeinsam sieht man dann sehr schnell, welche Farben passen. Wichtig ist auch, dass sich die Dame oder der Herr mit der Farbe wohlfühlt. Das finde ich im Gespräch heraus.

Und wie sollte die Mode für Senioren geschnitten sein?

Baganz:

Hier ist die Textilbranche gefordert. Sie müsste eine Mode entwerfen, die modisch ist und zugleich den Anforderungen der Senioren entspricht. Als Seniorenbegleiterin, die oft auf Ausflügen dabei ist, weiß ich, wie wichtig es ist, dass Kleidung bequem an- und ausgezogen werden kann. Das Material sollte leicht, anschmiegsam und pflegeleicht sein.

Informationen

Wer Lust hat, sich in Sachen Stil und Typ beraten zu lassen, findet im Internet unter www.typakademie.de einen Suchservice, der einen Ansprechpartner in der näheren Umgebung nennt.

Wie steht es eigentlich um die Garderobe der Männer?

Baganz:

Häufig beobachte ich, dass sich die Männer mit den Jahren dem Kleidungsstil ihrer Ehefrauen anpassen. Frauen, die den Mut zu Farbe und Schick entwickeln, werden auch Männer dazu bekehren können. Generell ist festzustellen, dass Männer mehr Augenmerk auf sportliche Kleidung mit praktischen Akzenten setzen. Viele unverzichtbare Kleinigkeiten trägt man gern "am Mann", damit sie bei Bedarf schnell einsatzbereit sind.

Muss gutes Aussehen viel kosten?

Baganz:

Natürlich gibt es eine preiswerte Variante. Hier genügt es, den Kleiderschrank komplett auszuräumen, Stücke auf Passgenauigkeit zu prüfen, anschließend gekonnt zu kombinieren und mit ein paar Accessoires aufzuwerten. Senioren, die sich etwas Schönes gönnen möchten, rate ich zu einer Typberatung. Danach weiß man, was einem steht. Es stärkt das Selbstbewusstsein, wenn man das Kompliment bekommt: "Siehst du heute gut aus!"


Claudia Nöllke

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