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Frau mit Apfel

Dank guter Zahnpflege ist der Biss in den Apfel kein Problem.
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Gegen den Schwund im Mund

Am Anfang bildet sich das Zahnfleisch zurück. Am Ende geht es an die Substanz, nämlich an die des Kieferknochens. Die Zähne verlieren ihren Halt. Doch so weit muss es nicht kommen.

Ran an die Beläge, so muss das Motto lauten. Ohne Beläge keine Parodontitis, zu Deutsch: Entzündung des Zahnhalteapparates. Die Beläge bestehen aus einem schmierigen Bakterienfilm, der hartnäckig auf und zwischen den Zähnen haftet. Mit der richtigen und vor allem konsequenten Mundpflege macht man den unliebsamen Bakterien den Garaus, ohne die erwünschten Mundbewohner zu vergraulen.

Leichter gesagt als getan, meint Elfriede F. Die 70-jährige Seniorin vermisst die frühere Kraft und Beweglichkeit ihrer Hände. "In der Landwirtschaft mussten wir immer hart arbeiten", erzählt sie. "Jeder hat mit angepackt, auch wir Frauen. Jetzt fällt es mir sogar schwer, eine Zahnbürste zu halten und zu bewegen. Und bis ganz nach hinten komme ich auch nicht mehr."

Dickerer Griff erleichtert das Putzen

Dann brach sie sich vor einigen Jahren den rechten Arm. "Ich hab versucht, mir mit der linken Hand die Zähne zu putzen", sagt sie. "Aber das ging gar nicht. Alles war seitenverkehrt." Damals kam der erste "Schnickschnack", wie sie es etwas salopp nennt, in ihr Badezimmer: eine elektrische Zahnbürste. Ihre Schwiegertochter hatte sie ihr mitgebracht.

Sieben Zahnpflegetipps für Senioren

  1. Zahnbürsten mit einem verdickten Griff lassen sich besser halten.
  2. Elektrische Zahnbürsten helfen, wenn es mit der Beweglichkeit nicht mehr so klappt. Ihre kleinen Bürstenköpfe putzen auch in hinteren Winkeln. Spezielle Aufsätze reinigen die Zahnzwischenräume.
  3. Zahnseide gibt es auch in einer Haltevorrichtung. Das vereinfacht ihre Handhabung.
  4. Breitere Zahnzwischenräume lassen sich mit sogenannten Interdentalbürstchen säubern.
  5. Zungenreiniger entfernen Beläge von der Zunge und sorgen für einen frischeren Atem.
  6. Mundspüllösungen unterstützen die Mundpflege. Welche sich eignen und wie man sie verwendet, dazu beraten die Apotheken ausführlich.
  7. Trinken für die Zähne: Mineralwasser oder zuckerfreie Tees verdünnen den Speichel und spülen einen Teil der Bakterien weg.

Sie fand die Neuerwerbung erst einmal überflüssig. "Schließlich ging es ja vorher auch ohne", meinte sie – bis sie es ausprobiert hat. "Jetzt lasse ich putzen", freut sie sich. Der dickere Griff lässt sich besser halten. Auch für herkömmliche Zahnbürsten gibt es Hilfen, um den Griff zu verbreitern. Mit Zwischen­raumbürstchen und Zahnseide, die in Halterungen eingespannt ist, erwischt man außerdem Beläge zwischen den Zähnen.

Herzbeschwerden durch Zahnbakterien

Beseitigt man die Beläge nicht konsequent, arbeiten sich darin enthaltene Bakterien unter das Zahnfleisch vor und bilden Taschen. Dort vermehren sie sich weiter. Mundgeruch und Zahnfleischbluten können erste Hinweise auf eine Parodontitis geben. Über die Blutbahn können die Bakterien zudem in den gesamten Körper gelangen und zum Beispiel für Herzleiden, rheumatische Erkrankungen oder eine Verschlechterung der Blutzuckereinstellung sorgen. Sie aktivieren zudem das körpereigene Abwehrsystem, das dadurch stets in erhöhter Alarmbereitschaft gehalten wird.

Bei ihrem letzten Besuch in der Apotheke hat Elfriede F. etwas Neues entdeckt: einen Zungenreiniger. Seine kurzen Borsten entfernen Beläge von der Zunge und sorgen für frischen Atem. Mindestens ein Mal im Jahr leistet sich die Seniorin außerdem eine professionelle Zahnreinigung, um Zahnstein entfernen zu lassen. Für sie heißt es deshalb: statt Schwund im Mund – im Mund gesund.

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