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Tipps vom Experten zum Thema

Abnehmen, gesünder ernähren, mehr Sport treiben: Mit ein paar Tricks schafft man es, an solchen guten Vorsätzen festzuhalten.
© iulianvalentin - Fotolia

Durchhalten leicht gemacht

Stress vermeiden, mehr Zeit für sich selbst und die Familie haben, Sport treiben, gesünder ernähren und abnehmen: Das waren die Top fünf unter den guten Vorsätzen, mit denen die Deutschen laut einer Forsa-Umfrage ins Jahr 2015 starteten. Doch wie schafft man es, tatsächlich durchzuhalten? Werner Tiki Küstenmacher, Autor des Buches "Simplify Your Life", gibt Tipps zum leidigen Thema "Gute Vorsätze".

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Weniger Süßes essen, mehr Bewegung und mit dem Rauchen aufhören: Wie viel darf man sich auf einmal vornehmen?

Küstenmacher: Nicht zu viel! Überforderung ist der häufigste Grund, warum gute Vorsätze nicht klappen. Fangen Sie klein an. Im Inneren unseres Gehirns sitzt das Limbische System, es reagiert blitzschnell und ist zuständig für Emotionen. Weil wir es gemeinsam haben mit allen Säugetieren, stelle ich es mir vor wie ein kleines Wuscheltier und nenne es Limbi. Seit Urzeiten ist in ihm einprogrammiert: süß, lecker, glücklich! Denn wenn unsere Vorfahren ihre Kohlenhydrate so lange gekaut
hatten, bis sie süß schmeckten, waren sie gut verdaulich.

Nun haben wir im Lauf der Jahrtausende Nahrungsmittel entwickelt, die von Anfang an süß schmecken und damit Limbi ausgetrickst. Haben Sie das durchschaut, können Sie Limbi umprogrammieren: Essen Sie weniger süß! Lassen Sie den Zucker weg, im Kaffee, in Getränken und Speisen. "Unmöglich!", denken Sie anfangs, aber schon nach ein paar Tagen werden Sie merken: Diese übertriebene Zuckersüße ist eigentlich unnatürlich. Der Geschmack von frischem Brot oder reinem Wasser erfreut Limbi auf viel tiefere Weise.

Damit hätten Sie einen großen Schritt zu einem gesünderen Leben geschafft.

Wie schafft man es, gute Vorsätze tatsächlich durchzuhalten?

Küstenmacher: Das Erfolgsrezept heißt "Gute Gefühle". Konzentrieren Sie sich auf die positiven Empfindungen des guten Vorsatzes, vor allem die Ihres Körpers. Denken Sie bei "mehr Bewegung" nicht an das Geschwitze beim Radeln oder die Mühen beim Joggen, sondern an den Fahrtwind beim Bergabrollen, die herrliche heiße Dusche danach und das wundervolle Feeling nach einer körperlichen Leistung. Zusatztrick: Machen Sie
es mit anderen zusammen, dann ermuntern sich die Limbis automatisch gegenseitig.

Was kann man tun, um nach einem Rückschlag nicht sofort aufzugeben und motiviert zu bleiben?

Küstenmacher: Sehen Sie Rückschläge nicht als Misserfolg, sondern als etwas ganz Normales. Vom Vielraucher geht der Weg über weniger rauchen zum ganz aufhören. Auch der Jo-Jo-Effekt nach einer Abnehmphase ist normal. Wenn Sie erst 6 Kilogramm abnehmen und dann wieder 3 Kilogramm drauffuttern, war das kein Misserfolg. Noch mal so "scheitern", und Sie
sind am Ziel!

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Natascha Koch.

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