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Fruchtzucker kann dick machen.

Obst ist zwar gesund, enthält aber zum Teil viel Fruchtzucker.
© Christian Stoll - Fotolia

Auch Fruchtzucker macht dick

Fruchtzucker wurde Diabetikern früher als Zuckeraustauschstoff empfohlen. Der Grund liegt darin, dass dieser Zucker unabhängig von Insulin um- und abgebaut wird und den Glukosespiegel im Blut kaum beeinflusst. Klingt zunächst günstig für Diabetiker. Doch mittlerweile weiß man: Die Nachteile von Fruchtzucker fallen buchstäblich stärker ins Gewicht. Lesen Sie hier, warum das so ist.

Wer Süßes mag...

...zugleich aber Pfunde abbauen möchte, greift besser zu mit Süßstoffen hergestellten Produkten. Süßstoffe liefern keine Kalorien. Allerdings enthalten damit hergestellte Lebensmittel beziehungsweise Süßwaren zwar nicht so viele Kohlenhydrate, womöglich aber immer noch viel Fett. Das gilt es im Blick zu behalten. Zu empfehlen ist außerdem, trotz des Einsatzes von Süßstoffen eine ausgewogene Ernährung beizubehalten.

Auch wenn Fruchtzucker den Blutglukosespiegel und die Insulinausschüttung
zumindest kurzfristig nur wenig beeinflusst: Süße ohne Reue bietet er nicht. So weist unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) darauf hin, dass Fruktose zu Gewichtszunahme führen kann. Denn Energie steckt in Fruchtzucker (Fruktose) genauso wie in Traubenzucker (Glukose), dem für Menschen wichtigsten Energielieferanten. Und im Gegensatz zu Glukose fließen Abbauprodukte der Fruktose weniger gut reguliert in den Energie- und Fettstoffwechsel ein und füllen somit die Fettspeicher stärker. Zudem besteht der Verdacht, dass Fruktose schwächere Sättigungssignale bewirkt als Glukose. Insgesamt steigt damit das Risiko, an Gewicht zuzulegen.

Das aber solltenvor allem Diabetiker verhindern, damit das zuckersenkende
Hormon Insulin im Körper nicht noch mehr als ohnehin schon an Wirksamkeit verliert. Abgesehen davon lassen sich durch Gewichtskontrolle zusätzliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck besser vermeiden.

Ein weiteres mögliches Problem: In größeren Mengen aufgenommen,kann Fruktose laut BfR den Blutspiegel des LDL-Cholesterins und der Neutralfette (Triglyceride) erhöhen. Beides fördert Arteriosklerose in Schlagadern und steigert so das Risiko bedrohlicher Herz-Kreislauf-Leiden. Daneben besteht der Verdacht, dass reichlich aufgenommene Fruktose zur Entstehung von Gicht und einer Fettleber beiträgt, womöglich die Insulinwirkung vermindert und so die Insulinresistenz steigert. Fruktose kann im Übrigen für das Verdauungssystem unverträglich sein, vor allem bei Menschen, die eine Aufnahmestörung für diesen Zucker haben. Diese kann bei vermehrter
Fruktose-Zufuhr Blähungen oder Durchfall hervorrufen.

Ersetzt man übrigens bei der Ernährung insulinbehandelter Diabetiker einen Teil der Glukose durch unabhängig von Insulin verarbeitete Kohlenhydrate in Form von Zuckeraustauschstoffen wie Fruktose, kann das zu Problemen führen. Passt man die Insulindosis nicht an, kommt es zu Unterzuckerungen. Das ist auch bei Tabletten der Fall, die den Insulinspiegel erhöhende Sulfonylharnstoffe enthalten.

Trotzdem muss und kann Fruchtzucker nicht komplett gemieden werden. Er steckt unter anderem in dem auch für Typ-2-Diabetiker in moderater Menge erlaubten Haushaltszucker und in Früchten. Früchte aber gehören ihrer vielen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe wegen regelmäßig auf den Speiseplan. Zwei Handvoll täglich können Diabetiker normalerweise unbedenklich verzehren. Trockenfrüchte oder Konfitüren enthalten jedoch vergleichsweise
viel Fruktose. Das gilt ebenso für viele mit Fruktose oder Fruktose enthaltendem Maissirup gesüßte, verarbeitete Lebensmittel oder Süßgetränke. Diabetiker sollten darauf besser verzichten.

Dr. Frank Schäfer

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