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So klappt es mit dem Rauch-Stopp.

Es gibt viele Hilfsmittel, die Raucher dabei unterstützen, sich von ihrem Laster zu befreien.
© Knut Wiarda - Fotolia

Nikotinersatz: Nicht für jeden geeignet

Tabak schadet. Das weiß jeder, doch genügend Menschen übertreiben es trotzdem mit dem Konsum. Gerade für Diabetiker potenzieren sich damit die Risiken für Folgeschäden. Wie kommt man raus aus der Nikotinsucht? Experten geben Rat.

"Medikamente gehören zu den beliebtesten Hilfsmitteln, um mit dem Rauchen aufzuhören", erklärt die Deutsche Herzstiftung. "Berücksichtigen sollte man allerdings, dass die auf dem Markt angebotenen Präparate deutliche Unterschiede aufweisen."

Kaugummis und Lutschtabletten

Als Mittel der ersten Wahl rät die Herzstiftung zu Nikotinpräparaten. Mit ihnen lassen sich Entzugserscheinungen wie Ruhelosigkeit, Nervosität oder depressive Verstimmungen deutlich verringern. Steht eine Situation wie Stress oder Langeweile im Vordergrund, in der man früher typischerweise zur Zigarette gegriffen hat? Dann bieten sich Nikotin-Kaugummis oder entsprechende Lutschtabletten an. Sie entfalten innerhalb von 30 Minuten ihre Wirkung. Möchte man dagegen starke Schwankungen des Nikotinspiegels vermeiden? Dafür eignen sich Nikotinpflaster. Sie setzen den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum frei.

Wichtige Empfehlung der Herzstiftung: Nikotinkaugummis sind langsam zu kauen. So werde der Wirkstoff gleichmäßig vom Körper aufgenommen. Allerdings hängen die Erfolgsraten der Raucherentwöhnung nicht davon ab, ob Nikotin in Form von Kaugummis, Lutschtabletten oder als Pflaster zum Einsatz kommt.

Die Präparate eignen sich allerdings nicht für jeden. So raten Kardiologen bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten innerhalb der vergangenen drei Monate von einer Nikotinersatztherapie ab. Dann muss der Zigarettenentzug auf andere Weise erfolgen. Das gleiche gilt bei einer instabilen Angina pectoris, schweren Herzrhythmusstörungen, akutem Schlaganfall, stark eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion oder Magen- beziehungsweise Zwölffingerdarmgeschwüren.

Rezeptpflichtige Alternativen

Nur per Rezept erhältlich ist der Wirkstoff Bupropion, der zur Klasse der sogenannten Antidepressiva zählt. "Die Erfolgsraten sind bei der Raucherentwöhnung ähnlich hoch wie bei Nikotinersatztherapien. Allerdings zeigen sich unter Bupropion ungünstigere Nebenwirkungen", so die Deutsche Herzstiftung.

Eine weitere mögliche Alternative: Vareniclin, das Andockstellen besetzt, an denen das Nikotin wirkt. "Es gilt als effektives Medikament zur Entwöhnung von Rauchern", berichtet die Pharmazeutische Zeitung. Vermeintlich erhöhte Risiken für Herz und Kreislauf sowie für Depressionen und Selbstmordgedanken haben sich laut einer großen Studie aus dem vergangenen Jahr nicht bestätigt. Vareniclin muss der Arzt per Rezept verordnen.

Hilfe per Telefon

Fazit der Herzstiftung: "Das Wichtigste ist und bleibt der feste Wille zum Aufhören, verbunden mit einer ärztlichen oder psychologischen Betreuung." Hierbei hilft zum Beispiel das Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Die Hotline ist Montag bis Freitag jeweils von 14 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 06221 424200 erreichbar. Zudem bieten viele Apotheken ihre Unterstützung bei der Nikotinentwöhnung an.

Peter Erik Felzer

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