Service

Kaffee ist gesund und schützt vor einigen Krankheiten.

Kaffee schmeckt nicht nur lecker, sondern hat auch eine gesundheitsfördernde Wirkung.
© Photocharts - Fotolia

Wunderwaffe Kaffee

Kaffee gehört für die meisten Menschen zum Alltag. Doch galt das schwarze Gebräu lange als nicht sehr gesundheitsfördernd. Mittlerweile gibt die Wissenschaft Entwarnung.

"Ohne Kaffee komme ich morgens nicht in die Gänge." Eine Aussage, die wohl viele Menschen hierzulande unterschreiben können. Immerhin 90 Prozent der regelmäßigen Kaffeetrinker genießen den braunen Trunk bereits zum Frühstück, um dank der Koffeinwirkung wacher in den Tag zu starten. Zum Schaden ihrer Gesundheit? In aller Regel nicht, wie Forscher mittlerweile wissen.

Viele Studien lassen sogar einen eher günstigen Einfluss von Kaffee vermuten. So zeigte eine Zusammenschau dreier großer, langjähriger US-Studien zum Einfluss der Lebensgewohnheiten auf die Gesundheit, dass der Konsum von bis zu fünf Tassen Kaffee täglich unter anderem:

  • die Wahrscheinlichkeit verringerte, Typ-2-Diabetes zu bekommen,
  • das Sterberisiko durch Herzgefäß- oder Nervenleiden senkte und
  • insgesamt die Gefahr verringerte, im Studienzeitraum zu Tode zu kommen.

Der positive Effekt von Kaffee setzte sich bei Nichtrauchern auch noch fort, wenn sie täglich mehr als fünf Tassen davon tranken. Da es zwischen Kaffee mit oder ohne Koffein keinen Unterschied gab, gehen die an der Studienanalyse beteiligten US-Forscher davon aus, dass der Effekt vor allem auf andere Inhaltsstoffe des Kaffees zurückzuführen ist.

Mögliche Schutzwirkung vor Krebs

Zu dem positiven Bild des Kaffees passt auch, dass er entgegen früherer Annahmen nicht das Krebsrisiko erhöht, es womöglich sogar vermindert. Dazu das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg: "Kaffee ist kein Risikofaktor für die meisten häufigeren Krebsarten. Lungenkrebs, Prostatakrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Eierstockkrebs entstehen bei Kaffeetrinkern nicht häufiger als bei 'Kaffee-Abstinenzlern'."

Nur zu heiß solle man Kaffee nicht trinken, doch dies gelte für alle Getränke und Speisen. Möglicherweise, so das DKFZ, bestehe sogar eine gewisse Schutzwirkung durch Kaffee. Ausreichend belegt sei ein statistischer Zusammenhang außer für Leberkrebs bisher jedoch nur für Krebserkrankungen der Gebärmutter. Möglicherweise existiere eine günstige Wirkung für weitere Tumorarten, doch die vorhandenen Daten reichten derzeit noch nicht, um dies zu beurteilen.

Verringertes Risiko für Parkinson

Einige Studien deuten darauf hin, dass Kaffee das Risiko senkt, Parkinson zu bekommen. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen, scheint Kaffee zudem ein wenig die Bewegungsverlangsamungen und ungewollte Muskelanspannung verringern zu können. Forscher führen die Effekte dabei auf Koffein zurück, das im Gehirn wichtige Botenstoffe beeinflusst, so etwa Dopamin. An diesem Botenstoff fehlt es bei Menschen mit der Parkinsonkrankheit. Koffein bindet an sogenannte Adenosin-Rezeptoren auf Nervenzellen, blockiert sie und scheint so zu bewirken, dass sich im Gehirn die Signalübertragung durch Dopamin verbessert. Über die Blockade von Adenosin-Rezeptoren hält Koffein übrigens auch wach, weswegen man Kaffee vor allem trinkt.

Einfluss auf nächtlichen Unterzucker

Eine kleine Studie aus dem Jahr 2005 hat den Hinweis ergeben, dass tagsüber aufgenommenes Koffein die Dauer nächtlicher Unterzuckerungen verringern könnte. Auch dies läuft womöglich über die Blockade von Adenosin-Rezeptoren, wie die an der Studie beteiligten Forscher vermuten. Dadurch würden Tiefschlafphasen, in denen die Gegenregulation bei Unterzucker abgeschwächt ist, weniger lang anhalten. Dazu sind aber noch mehr Untersuchungen nötig.

Nicht nur günstige Effekte

Doch das wohlschmeckende Bohnengetränk hat nicht nur Vorzüge. So kann Kaffee die Bildung von Magensäure fördern und bei Menschen ungünstig sein, die zu Magenschleimhaut-Entzündungen, Reflux sowie Sodbrennen neigen. Weiterhin wirkt Koffein harntreibend. Wer aber regelmäßiger Kaffeetrinker ist, hat diesen Effekt weniger ausgeprägt und darf Kaffee seiner Flüssigkeitsbilanz zurechnen. Menschen mit Bluthochdruck müssen beachten, dass Koffein die Blutgefäße verengt und dadurch kurzzeitig den Blutdruck steigert. Allerdings lässt auch in diesem Fall die Koffeinwirkung bei regelmäßigem Kaffeekonsum bald nach.

Wer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, sollte den Arzt fragen, wie viel Kaffee er trinken kann. Oder man wählt die koffeinfreie Variante. Insgesamt aber erhöht moderater Kaffeekonsum das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht, eher im Gegenteil. Achten sollte man darauf, dass Kaffee zum Essen dazu führt, dass etwas weniger Eisen mit der Nahrung aufgenommen wird. Zudem nimmt die Calcium-Ausscheidung über den Urin zu, was bei unzureichender Calcium-Zufuhr das Risiko für Knochenmasse-Verluste erhöhen kann.

Wie viel Kaffee darf es sein?

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gelten für einen gesunden, nicht schwangeren oder stillenden Erwachsenen über den Tag verteilt bis zu 400 Milligramm Koffein als gesundheitlich unbedenklich. Das entspricht ungefähr viereinhalb Bechern Filterkaffee, wenn jeder Becher etwa 200 Milliliter Kaffee fasst.

Dr. Frank Schäfer

Anzeige

Wie Sie Ihr Weihnachten entschleunigen

Grüne ErdeTraditionen, lästige Verpflichtungen, anstrengende Besorgungen, kraftraubende Zeremonien – entschleunigen Sie Ihre Weihnachtszeit!

Lesen Sie hier mehr!

Anzeige

Aktuelles

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen