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Seniorin vor Computer

Man ist nie zu alt, um mit dem Internet zu beginnen.
© Konstantin Sutyagin - Fotolia

Senioren im Internet

An seinem 72. Geburtstag dachte sich Gerd Becker: Jetzt reicht’s mir. Er konnte es nicht mehr ertragen, von der Welt des Internets ausgeschlossen zu sein. "Die technischen Fortschritte erlebte ich nur noch als Zuschauer, nicht mehr als Teilnehmer", erinnert sich der heute 75-Jährige. Mittlerweile ist das anders.

Gerd Becker entschied: Schluss mit dem Frust. Und schenkte sich zum Geburtstag einen Laptop. Nur welcher sollte es sein? Sich einfach vom Verkäufer etwas aufschwatzen zu lassen, war ihm zu riskant. "Ich wollte auch nicht nur einen Laptop zu Hause stehen haben, sondern wirklich damit umgehen können", erzählt Becker.

Er überlegte, blätterte in der Zeitung, fand aber keine Lösung. Zufällig traf er dann einen Bekannten, der begeistert vom Senioren-Internetservice SEINS erzählte (Internetadresse steht in der Linkliste). "Die bringen dir alles Schritt für Schritt bei, so dass du es wirklich verstehst", schwärmte er. Klingt gut, dachte sich der frühere Speditionskaufmann. Der Kursus lief auch noch in der Nachbarschaft. Also hin!

In einem hellen Raum mit großem Schreibtisch, Bücherregal und mehreren Laptops begrüßte ihn Leiterin Angela Westfehling. Sie sprachen über Beckers Wünsche und Anforderungen an einen Computer, und nach ein paar Tagen gingen die beiden los und kauften ihm einen Laptop samt Drucker.

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Mit Übung zum späten Meister

Eine Woche später saßen sie wieder gemeinsam im Büro am Schreibtisch, und Angela Westfehling reichte ihm lächelnd eine Tasse Kaffee. Dann machte sie ihn mit der Technik und den bis dahin ungenutzten Möglichkeiten des Computers vertraut. "Meine ersten Bewegungen mit der Maus waren noch etwas ungelenk, und die Klicks musste ich auch erst üben", sagt der Hamburger heute lächelnd. Doch dank Angela Westfehlings geduldiger Anleitung verlor er bald seine Berührungsangst mit dem Computer. Woche für Woche machte er sich mit dem Thema vertrauter. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem der aufgeweckte Senior nicht an seinem Laptop sitzt.

"Zunächst gilt es, den Senioren die Scheu vor der Technik zu nehmen", berichtet Angela Westfehling, die die Kurse mit den Schwerpunkten Betriebssystem, Textverarbeitung und Einführung ins Internet anbietet. Dann habe das Web den Senioren viel zu bieten: "Alten Freunden E-Mails schreiben, Infos im Netz suchen und Online-Shopping sind bei den Silver-Surfern ausgesprochen beliebt", so die Kursleiterin.

Das ist bei Gerd Becker nicht anders. "Besonders liebe ich es, Reiseschnäppchen zu finden. Oder ich recherchiere nach Sachen für den Garten", erzählt er. Kein Interesse hat er an Computerspielen oder Kommunikationsplattformen.

Der Kurs geht weiter

Als großer Fotografie-Fan arbeitet Gerd Becker jedoch auch schon mit Bildbearbeitungsprogrammen und schickt Freunden E-Mails, die er mit Fotos oder Karikaturen verschönert hat. "Daneben schreibe ich auf dem Laptop auch gern Tagebuch", sagt er. Natürlich läuft nicht immer alles reibungslos. Manchmal tauchen unerwartet Probleme auf. "Plötzlich stürzt der Computer ab, ich komme nicht mehr ins Internet, oder die Verbindung ist unterbrochen. So etwas ist ärgerlich", meint er. Er habe sogar schon mal Viren auf seinem Laptop gehabt und dadurch viele Daten verloren.

Einmal in der Woche geht er darum weiterhin zu Angela Westfehling und stellt gezielt Fragen oder lässt Probleme beheben. Dafür zahlt er eine Pauschale von etwa 30 Euro im Monat. "Aber das lohnt sich. Je tiefer man in eine Materie eintaucht, desto mehr Fragen tun sich natürlich auf", sagt er lächelnd und lehnt sich zufrieden zurück. Denn trotz kleiner Pannen ist seine Welt durchs Internet größer und bunter geworden.

Und wenn es um Gesundheitsfragen geht? Viele verlässliche, umfassende und leicht zu verstehende Informationen dazu findet Gerd Becker wie alle Interessierten hier auf www.aponet.de.

Narimaan Nikbakht

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