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Dass Schokolade verstopfend wirkt, ist wissenschaftlich nicht belegt.
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Mal nicht müssen können. Das kennen viele. Die meisten schieben ihre Beschwerden auf die Ernährung. Doch mitunter stecken stattdessen eine Erkrankung oder sogar Medikamente dahinter, die den Darm träge machen.
Manche machen es ein- bis zweimal am Tag. Andere nur zweimal in der Woche. "Und wie oft haben Sie Stuhlgang?" Mit dieser Frage sorgte Privatdozent Dr. Ralf-Marco Liehr für Schmunzeln im großen Saal des Kurhauses im Südtiroler Meran. Hunderte Apotheker aus verschiedenen Ländern grübelten darüber nach, wie oft sie eigentlich müssen müssen. Der Gastroenterologe am Vivantes Humboldt-Klinikum, Berlin, beruhigte den Saal: "Von dreimal am Tag bis dreimal wöchentlich reicht die 'normale' Bandbreite."
Doch wie sieht es aus, wenn man muss, aber nichts oder nur sehr schwer etwas kommt? Offen gesprochen wird nur selten darüber. Liehr: "Deswegen ist es gar nicht so einfach, zuverlässige Zahlen zu bekommen." Experten haben Kriterien aufgestellt, ab wann eine Verstopfung als chronisch zu bezeichnen ist. Wenigstens zwei der folgenden Symptome müssen für mindestens drei Monate auftreten:
In diesen Fällen raten Experten wie Liehr dazu, einen Arzt aufzusuchen. Denn es gibt mitunter ernste Ursachen, die zu einer Verstopfung führen. So machen manche Erkrankungen, aber auch bestimmte Medikamente den Darm träge. Deswegen fragt Liehr seine Patienten zum Beispiel nach Schilddrüsenleiden oder Diabetes. Beides wirkt sich auf die Verdauung aus. Liehr empfahl während seines Vortrages, dringend auf Alarmsymptome zu achten. Hierzu zählen akute und neu auftretende Verstopfungen. Auch wer Blut im Stuhl bemerkt, unter Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder Gewichtsverlust leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Allein der Rat, viel zu trinken, hilft dem Darm nicht weiter. Zu Beginn der Behandlung rät Liehr, den Ballaststoffanteil der Nahrung auf 30 Gramm am Tag zu erhöhen. Gut eignet sich Weizenkleie oder indischer Flohsamen. Entsprechende Präparate bietet die Apotheke an. "Nicht jeder profitiert jedoch gleich gut von Ballaststoffen", weiß Liehr. Führen Ballaststoffe nicht zum Ziel, stehen Präparate zur Verfügung, sogenannte Laxanzien. Im Patientengespräch räumt Liehr auch mit Mythen auf. "Dass Schokolade verstopfend wirkt, morgendlicher Kaffeekonsum oder die 'Verdauungszigarette' abführend sind, ist wissenschaftlich nicht belegt." Und auch hinsichtlich einer großen Sorge kann er seine Patienten beruhigen: Innerlich vergiften kann man sich durch eine Verstopfung nicht.
Peter Erik Felzer
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