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Queen Mary II

Queen Mary II: Reisen auf die luxuriöse Art.
© www.hafen-hamburg.de/C. Spahrbier

Schiff ahoi! Was auf Kreuzfahrten zu beachten ist

Immer mehr Menschen erkunden per Schiff die Welt. Welche medizinischen Bedingungen ein Kreuzfahrtschiff bietet und was auf der Reise zu beachten ist, erklärt Dr. med. Tomas Jelinek, Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM), Düsseldorf, im Gespräch mit der Neuen Apotheken Illustrierten.

"Eine Reise auf einem Kreuzfahrtschiff ist in medizinischer Hinsicht besonders, weil viele Menschen auf relativ engem Raum aufeinandertreffen", sagt Jelinek. Das erleichtert Viren und Bakterien, sich auszubreiten. "Durchfallerkrankungen, verursacht durch Noro-Viren, treten auf Kreuzfahrtschiffen immer wieder auf", weiß der Experte. Bislang gibt es keinen vorbeugenden Schutz. "Ich rechne aber damit, dass es in etwa zwei Jahren eine Impfung gegen Noro-Viren geben wird", so Jelinek.

Was Kreuzfahrern bis dahin bleibt: sich bei einer an Bord kursierenden Infektion an die Hygienemaßnahmen der Schifffahrtsgesellschaften zu halten. "Vor den Türen gibt es Tuchspender, damit man die Türklinken, über die leicht Viren übertragen werden, mit einem Tuch anfasst. Und es gibt Spender mit Handdesinfektionsmitteln", erklärt Jelinek.

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Apotheke an Bord

Wer sich infiziert, bekommt in der schiffseigenen Apotheke alles, was er dann braucht. "Das sind in erster Linie Präparate, die dem Ausgleich von Salz- und Wasserverlusten dienen", so der Reiseexperte. Neben der Versorgung mit Arzneimitteln fehlt es auf einem Kreuzfahrtschiff auch nicht an ärztlicher Hilfe: "In schweren Fällen von Durchfall kann auch eine Infusion notwendig werden. Das ist an Bord problemlos möglich."

Die Reiseapotheke darf bei einem Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff ruhig kleiner ausfallen, weil die wichtigsten und am häufigsten gebrauchten Arzneimittel immer mit an Bord sind. Was jedoch auf keinen Fall fehlen darf: "Menschen mit Vorerkrankungen müssen ihre gewohnten Medikamente mit an Bord nehmen."

Nicht alle Impfungen nötig

Weil es sich bei Kreuzfahrt-Teilnehmern vielfach um ältere Menschen handelt, tendiert Jelinek bei der Beratung dazu, nicht das volle Spektrum an Impfungen zu empfehlen. "Eine Tollwutimpfung oder eine Malariaprophylaxe ist bei einer Reise mit dem Kreuzfahrtschiff meist nicht nötig", sagt er. "Wir schauen uns besonders bei älteren Kreuzfahrern den einzelnen Menschen genauer an, achten auf Erkrankungen und auf das Alter", so der Experte. Letzteres spielt eine Rolle, weil zum Beispiel Menschen ab dem 60. Lebensjahr eine Impfung gegen Pneumokokken brauchen. Dies sollte vor dem Reiseantritt erfolgen.

Apothekerin Isabel Weinert

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