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Mobbing-Opfer bleiben mit ihren Problemen oft allein.
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Jan* ist ein wissbegieriges Kind. Er will alles genau wissen, er ist ein guter Schüler, der gerne und viel liest. Eigentlich alles in Ordnung, kein Grund zur Sorge? Es gibt Grund zur Sorge!
"Streber", hört Jan von Mitschülern schon mit zehn Jahren in der vierten Klasse. Geschubst und getreten wird er auf dem Schulhof. »Warum wehrst du dich nicht?«, fragen ihn seine Eltern. »Die sind doch viel stärker, die würden mir wehtun«, sagt Jan. In der Tat: Der Stärkste ist er nicht, und alles andere als ein Draufgänger. "Warum gehst du nicht wenigstens zur Lehrerin?", fragen die ratlosen Eltern. Die Antwort hätten sie sich denken können: "Das wäre gepetzt, dann würde es noch schlimmer."
Als Ausweg hoffen Jan und seine Eltern auf die weiterführende Schule. Und tatsächlich: Der Start auf dem Gymnasium verläuft vielversprechend. Auch hier ist Jan ein guter Schüler. Aber mit ihm sind Kinder aus der alten Grundschule in seine neue Klasse gewechselt. Eigentlich gut gemeint, so soll den Kindern die Eingewöhnung leichter fallen. Aber für Jan bedeutet es, dass sich bald wieder die alte Rollenverteilung einstellt. "Hey, seht mal, wie schön Jan fallen kann", lästern Mitschüler, die ihm ein Bein auf dem Pausenhof gestellt haben. Und wenn er verspätet aus dem Unterricht auf den Pausenhof kommt, heißt es oft: "Nein, du kannst nicht mehr beim Fußball mitmachen." Anerkennung? Fehlanzeige!
Immerhin spielt Jan gerne Tennis außerhalb der Schule, im Verein. Dort hat er Erfolge, die ihm Selbstbewusstsein geben. Die Eltern stehen zu ihm, loben ihn für seine guten Schulnoten. Ein Klassenwechsel bringt Entspannung. Bis auch hier wieder ein Schüler Jan drangsaliert. Da wird es den Eltern zu bunt: Ein klärendes Gespräch erst mit dem Klassenlehrer und ein Gespräch des Lehrers mit Jan und seinem Mitschüler beenden die Sache erstaunlich schnell. Teils aus Furcht, teils aus Schreck, wie sehr Jan die Übergriffe belastet haben, stellt Jans Mitschüler die Attacken ein. Das hätte früher kommen sollen.
Fachleute raten Eltern in der Tat, bei Mobbing-Verdacht nicht zu lange zu warten. Sie sollten den Konflikt bei Lehrern ansprechen, bevor sich Mobbing-Strukturen verfestigen. Möglicherweise gibt es Vertrauenslehrer, an die sich der Schüler wenden kann. Rat bieten auch Schulpsychologen. Zudem hilft es, sich an Beratungsstellen und Netzwerke zu dem Thema zu wenden. Einige Internetadressen dazu finden Sie nebenstehend. Hier erfahren Mobbing-Opfer sowie deren Eltern, dass sie nicht allein mit ihrem Problem sind. Und sie bekommen Tipps, unter anderem für den Fall von Mobbing in sozialen Netzwerken im Internet.
Lässt sich über Lehrer, Elternvertreter oder Schulleitung die Situation nicht klären, sollten Eltern die Vorfälle dokumentieren und der Schulaufsichtsbehörde melden. Bei Bedarf ist auch eine psychologische Betreuung des Schülers sinnvoll. In verfahrenen Fällen bietet sich als letzter Ausweg der Schulwechsel an. Bei Rechtsverstößen durch Mobber möglicherweise auch juristische Schritte; beispielsweise bei Verstößen gegen das Persönlichkeitsrecht im Fall von Mobbing im Internet.
In eine andere Klasse zu wechseln, nützt Opfern wie Jan oft wenig, sie begegnen Mobbern auf dem Pausenhof oder Heimweg weiterhin. Eltern der Mobbing-Opfer wird abgeraten, sich direkt an die Eltern der Täter oder die Täter selbst zu wenden. Hier ist meist wenig zu erreichen. Ganz wichtig: Von Mobbing betroffenen Kindern helfen keine Schuldzuweisungen, sondern der Rückhalt, das Vertrauen, die Zuhörbereitschaft und die Hilfe ihrer Eltern bei der schrittweisen Lösung des Konflikts.
Dr. Frank Schäfer
*Name von der Redaktion geändert
Das Kind ...
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