Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2011 1. Juli Bei schwerer Akne leidet die Seele

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Jugendliche

Oft haben gerade Jugendliche schwere Akne.
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Bei schwerer Akne leidet die Seele

Heranwachsende haben es nicht leicht: Hormone sorgen für ein Wechselbad der Gefühle, die Seele ist verletzlich, Selbstzweifel bestehen. Und gerade dann leiden manche Jugendliche an schwerer Akne. Das kann sogar zu Selbstmordgedanken führen. Die Betroffenen brauchen Hilfe.

"Ich traue mich auf keine Party." "Immer habe ich das Gefühl, dass Jungs einen Bogen um mich machen." In Internetforen kann man Klagen und Nöte betroffener Jugendlicher lesen. Der tägliche Kampf mit den Pickeln, die mitleidigen Blicke mancher Mitmenschen, die Angst vor Körperkontakt und dummen Sprüchen schwächen das Selbstwertgefühl. Manche Jugendliche verlieren da so gar die Lust am Leben. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem eine Studie aus Norwegen. Wissenschaftler der Universität Oslo befragten 3 775 junge Menschen im Alter von 18 und 19 Jahren zum Thema Akne, von denen 14 Prozent unter einer schweren Form der Hauterkrankung litten. Je ausgeprägter das Krankheitsbild war, desto häufiger dachten die Betroffenen über einen Suizid nach – Mädchen noch öfter als Jungen.

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Pubertät und Pickel gehören zusammen. Viele Jugendliche werden von Hautunreinheiten geplagt. Doch manche erwischt es besonders schlimm. Gesicht, Nacken, Brust, Schultern und Rücken können von Pusteln und Knötchen übersät sein. Schuld daran sind verstopfte Talgdrüsen.

Normalerweise werden über Talgdrüsenöffnungen Talg, Zellen und Schweiß an die Hautoberfläche transportiert. Der ölige Talg sorgt dafür, dass die oberste Schicht der Haut, die Hornschicht, geschmeidig bleibt. Wenn die Hautporen verstopft sind, kann der Talg allerdings nicht nach außen auf die Haut gelangen. Talg und Zellen verbinden sich zu einer Art Brei und bilden den idealen Nährboden für Bakterien. Unter der Haut kommt es zu einer Entzündung. Das entzündete Gewebe wächst und bricht schließlich auch durch die obere Hautschicht durch. Die Folge: unschöne Pickel und Eiterbläschen.

Vererbung, zu viel Talg, Hormone

Bei der Akne spielt Vererbung eine große Rolle. War ein Elternteil von schwerer Akne betroffen, leidet oft auch der Nachwuchs darunter. Bekannt ist auch, dass Betroffene unter einer Talg überproduktion leiden. Da sich Talgdrüsen vor allem im Gesicht und auf dem Rücken befinden, sind diese Körperteile oft besonders stark betroffen. Hormone, vor allem das in der Pubertät vermehrt ausgeschüttete Testosteron, wirken auf die Talg drüsen stimulierend. Dass die Entzündungsbereitschaft der Haut so hoch ist, liegt zudem an einer dort vorkommenden speziellen Bakterienart. Propionibacterium acnes produziert freie Fettsäuren, die dann Entzündungszellen anlocken.

Behandeln statt kapitulieren

Da Akne eine Erkrankung ist, die die Psyche stark belastet, sollte man sie nicht als harm loses, vorübergehendes Problem betrachten. Eine Behandlung ist wichtig. Die Therapie muss über längere Zeit erfolgen. Fruchtsäuren, die behutsame Gabe von Vitamin-A-Säure-Präparaten, Azelainsäure oder Benzoylperoxid können die Verhornungsstörung normalisieren, die Talgproduktion hemmen und gegen Bakterien wirken. Letzteres tun auch Antibiotika, die man nach Maßgabe des Arztes und meist in Kombination mit anderen der hier genannten Mittel sowie für begrenzte Zeit einsetzt. Zur Gesichtspflege sollten pH-neutrale Seifen oder Lotionen aus der Apotheke zum Einsatz kommen. Da Östrogen die Talgdrüsenproduktion vermindert, verschwindet die Akne bei jungen Frauen oft, wenn sie die Antibabypille nehmen.

Bei jeder Therapie sollten Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen werden. Ein Hautarzt ist der richtige Ansprechpartner. Zu den Präparaten berät auch jeder Apotheker.

Claudia Nöllke

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