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Frau im Schwimmbecken

Ausdauerleistung wie Schwimmen stärkt das Herz-Kreislauf-System. Und das fördert die Hirnleistung.
© Techniker Krankenkasse

Sport hält geistig fit

Geistig auf der Höhe zu sein, macht das Leben reicher. Vor allem schafft und erhält dies den Kontakt zu anderen Menschen. Kurzum: Man hat mehr vom Leben. Gute Gründe, die geistige Leistungskraft zu trainieren.

Die Hirnleistung kann man nicht nur erhalten, sondern durchaus noch steigern – sofern dem nicht schwere organische Erkrankungen entgegenstehen. Dr. Siegfried Lehrl, Psychologe an der Medizinischen Fakultät der Universität Erlangen, nannte auf einer Presseveranstaltung die wichtigsten Bedingungen für mehr Hirnfitness: "Das Gehirn braucht regelmäßige Anregungen, sonst mindert es seine Leistung. Und es braucht körperliche Förderung."

Körperliche Förderung klingt im Zusammenhang mit Hirnleistung zunächst befremdlich. Sie spielt aber eine große Rolle, wie Lehrl an einem Beispiel verdeutlichte: "Eine Studie mit 1,2 Millionen 18-Jährigen in Schweden hat gezeigt, dass Personen mit einem schwachen Herz-Kreislauf-System ungefähr 16 IQ-Punkte weniger hatten als die mit einem starken Herz-Kreislauf-System. Und das erwirbt man durch Ausdauerleistungen." Gerade die lassen sich bis ins hohe Alter meist gut fördern, etwa durch Radfahren oder Schwimmen. "Sie können sich also durch Ausdauerleistung intelligent machen ...", folgerte Lehrl aus der schwedischen Studie, schränkte jedoch ein: "... aber nicht allein. Man muss noch Aufgaben zur geistigen Anregung dazunehmen."

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Die kann der Alltag liefern. Viel Lesen, soziale Kontakte pflegen, sich im Beruf, in Vereinen oder für sein Hobby zu engagieren, reisen, vielleicht noch ein Musikinstrument spielen lernen: Das alles regt das Gehirn an. Es gibt zudem ein spezielles Training zur geistigen Anregung, das "Mentale Aktivierungstraining", kurz MAT. Lehrl zu den Grundlagen: "Wenn man entspannt ist, ist die geistige Leistungsfähigkeit nicht hoch. Ist man sehr angespannt, liegt sie auch wieder niedrig. Der mittlere Zustand, die volle Wachheit, ist am günstigsten. In diesen mittleren Zustand soll man gelangen und dabei den Arbeitsspeicher beanspruchen, also geeignete Aufgaben dafür lösen."

Solche Aufgaben können darin bestehen, Zahlenfolgen aus einem wirren Zahlensalat herauszusuchen oder vorgegebene Zahlenmuster zu suchen. Es gibt die Möglichkeit, ein derartiges Training am Computer durchzuführen. Mehr über Möglichkeiten, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten, Stress zu bekämpfen und mehr über Mentales Aktivierungstraining (MAT) steht unter der Internetadresse www.mental-aktiv.de zur Verfügung. Viele geeignete Aufgaben stehen auch in dem unten vorgestellten Buch. Einmal täglich zehn Minuten solche Aufgaben in angenehmer Geschwindigkeit durchzuführen reicht, das allerdings regelmäßig. "Es zeigt sich, dass viele Personen im Verlauf der zehn Minuten MAT immer aktiver werden. Wenn dann die Aufgaben aufhören, wollen sie etwas Richtiges tun und geistig aktiv sein."

Ginkgo schützt Kraftwerke von Nervenzellen

An in Kulturschalen gehaltenen Nervenzellen konnte eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. Jürgen Kopitz, Universitätsklinikum Heidelberg, zeigen, was alles ein spezieller Extrakt aus Blättern des Ginkgo-Baumes bewirkt. Er schützt die "Kraftwerke" der Nervenzellen, die Mitochondrien, vor aggressiven Substanzen. Er erhält ihre Energieproduktion, verhindert Angriffe auf die Hüllen der Zellkraftwerke und er bewahrt deren Erbsubstanz sowie Eiweißbausteine vor Schäden. So kann verhindert werden, dass Nervenzellen frühzeitig absterben. Der Ginkgo-Extrakt ist in Präparaten enthalten, die man in der Apotheke bekommt.

Dieses Training bewirkt mit der Zeit sogar Zuwächse bei Intelligenzmessungen, wie eine Studie der Universität Erlangen zeigte, über die Lehrl berichtete. Gemeindeangestellte, Finanzbeamte und Gymnasiallehrer um die 50 Jahre wurden für die Studie unterwiesen, über 13 Wochen täglich ein paar Minuten mentale Aktivierungsaufgaben zu üben. Zudem erhielten sie Informationen über Stress- und Zeitmanagement. Aus den Studienergebnissen leitet Lehrl die Empfehlung ab, "dass man bei Zeiten leichter Überbeanspruchung im Beruf oder Alltag auf mentale Aktivierungsübungen zurückgreifen sollte." Und wer intensivere Verbesserungen haben möchte oder stark überbeansprucht ist? "Für den ist es mitunter gut, auch unmittelbar auf die Zellfunktion einzuwirken, etwa mit einem Ginkgo-Präparat aus der Apotheke."

Und noch ein Tipp vom Fachmann: "Mittagsschlaf ist günstig zum Lernen, weil im Schlaf nachgespeichert wird. Wenn man mittags kurz schläft, speichert sich alles zuvor Aufgenommene besser ab und ordnet sich. Mehr als 25 Minuten sollten es nicht sein, sonst kommt man in eine Art Trancezustand, und wenn man dann geweckt wird, braucht man lange, bis man wieder richtig da ist."

Dr. Frank Schäfer

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