Service

Älteres, vergnügtes Paar

Eine schwache Blase muss einen nicht am Sex hindern. Wie es mit dem Liebesleben trotz Harn-Inkontinenz gut klappt, lesen Sie hier.
© mauritius images

Sex trotz schwacher Blase

Peinlich! Ausgerechnet beim Sex macht sich die schwache Blase bemerkbar. Allein die vage Angst, Urin während des Geschlechtsverkehrs zu verlieren, hält manchen Mann – und auch manche Frau – von der körperlichen Liebe ab. Darauf weist das Infozentrum Inkontinenz hin. Dabei hilft oft schon ein Gespräch.

Anzeige

Die Nässe, möglicher Geruch, Ekel und nicht zuletzt die Angst des Kontrollverlusts über die eigene Ausscheidung beeinträchtigen den Spaß im Bett ganz erheblich. Viele trauen sich kaum noch, ihrem Partner Avancen zu machen, und gefährden damit ihre Beziehung. Dabei ist Inkontinenz kein Grund, auf Sex zu verzichten – wenn Betroffene offen mit dem Problem umgehen und ihren Partner einweihen.

Weiß er oder sie Bescheid, kann das Paar Vorkehrungen treffen, die entspannten Sex trotz Blasenschwäche erlauben. Außerdem hilft die Aussprache erfahrungsgemäß beiden. Der Betroffene fühlt sich erleichtert, weil er sich endlich jemandem anvertrauen konnte. Der Partner, weil er oder sie hinter der Flaute im Bett vielleicht schon irrtümlich eine Geliebte oder einen Liebhaber vermutet hat. In jedem Fall ist auch der Arzt ein Ansprechpartner, denn sexuelles Wohlbefinden ist entscheidend für die Gesundheit.

So klappt es garantiert:

  • Einige Zeit vor dem Sex nichts mehr trinken
  • Verzicht auf harntreibende Getränke
  • Vor dem Akt auf die Toilette gehen
  • Handtücher bereitlegen
  • Bett mit urindichten Einlagen schützen
  • Raum beduften (Achtung: Partner muss diese Düfte auch mögen!)
  • Männer mit leichter Inkontinenz können Kondome verwenden
  • Stellungen wählen, die die Blase nicht belasten

Kulturelle Unterschiede

Viel Unsicherheit könnten sich Männer und Frauen ersparen, wenn sie über ihre Sexualorgane Bescheid wüssten – und auch darüber reden. So ist beispielsweise der Austritt von Sperma auch vor dem Orgasmus durchaus üblich. Urin ist von diesem Sekret während des Liebesspiels im Grunde nicht zu unterscheiden. Warum also sollte jeglicher Flüssigkeitsverlust einen Mann emotional hemmen?

Auch Frauen verlieren während des Orgasmus teils erhebliche Mengen Flüssigkeit. Experten sprechen von der "weiblichen Ejakulation". Dabei handelt es sich um ein Sekret, das beim Orgasmus aus den sogenannten Skene’schen Drüsen austritt. Das Sekret wird von Laien fälschlich oft mit Inkontinenz verwechselt. In außereuropäischen Kulturen, wie etwa Japan, betrachteten Männer dieses Sekret früher als Verjüngungstonikum. Das bedeutet: Ob etwas als "ekelhaft" oder "normal" empfunden wird, hängt vom kulturellen Hintergrund und von den eigenen Erfahrungen ab.

Ein erfülltes Liebesspiel

Ein paar Tricks erleichtern das Liebesspiel für Menschen mit Harn-Inkontinenz: Urologen empfehlen, vor dem Sex zur Toilette zu gehen und nichts mehr zu trinken. Mit Handtüchern und speziellen Inkontinenz-Unterlagen lässt sich die Bettwäsche schützen. Männer mit leichter Blasenschwäche können sich mit einem Kondom behelfen, um austretenden Urin aufzufangen. Empfehlenswert sind außerdem Stellungen, bei denen der Druck auf die Blase gering ist. Paare sollten auch das besprechen – und ausprobieren. Und wenn doch etwas Harn abgeht? Das ist kein Problem. Auch hier wissen Experten: Da kann nichts passieren, denn Urin ist keine Infektionsquelle.

Infozentrum Inkontinenz

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen