Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2012 15. Februar Die tollen Tage als Chance nutzen

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Zwei Frauen in Verkleidung im Konfettiregen

Mit diesen Tipps kommen auch Diabetiker gut über die tollen Tage.
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Die tollen Tage als Chance nutzen

An Karneval bei Essen und Trinken über die Stränge schlagen oder sich wie gewohnt zurückhalten? Die Leiterin der Diabetes- und Ernährungsberatung an der Diabetes Klinik Bad Mergentheim, Dr. Astrid Tombek, gibt Tipps für die tollen Tage.

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"Zunächst muss man unterscheiden, ob wir von Typ-1- oder von Typ-2-Diabetes sprechen", so Tombek. "Typ-1-Diabetiker können den Kohlenhydratgehalt von Faschingsnaschereien einfach mit Insulin abdecken und müssen eher mit dem Alkohol aufpassen", erklärt die Expertin. Für Typ-2-Diabetiker, die meist auch an Übergewicht leiden, bedeuteten Berliner und Krapfen hingegen etliche zusätzliche Kalorien, weil sie sehr fettreich sind.

Eine Runde extra tanzen

"Doch die Faschingstage sind eine Ausnahme von der Regel. Da kann sich ein Diabetiker bewusst entscheiden, dem Appetit auf Fettgebackenes nachzugeben, wenn er dafür einen Ausgleich schafft", sagt Tombek. Und der könnte folgendermaßen aussehen: "Wenn ich weiß, ich gehe auf eine Faschingsfeier und möchte dort mehr essen, dann kann ich das ausgleichen, indem ich zum Beispiel nur einen Salat zu Mittag oder Abend esse", so die Ernährungswissenschaftlerin. Auch das Tanzbein zu schwingen helfe, den Blutzucker nach Kohlenhydraten außer der Reihe wieder auf Normmaß zu senken.

Wie geht's nach Alkoholgenuss?

Trinken Diabetiker, die mit Insulin oder mit Sulfonylharnstoffen behandelt werden, Alkohol, steigt über mehrere Stunden die Gefahr für eine Unterzuckerung. Tombek rät:

  • Alkohol nur in Maßen trinken,
  • zum Alkohol etwas essen, das Kohlenhydrate enthält,
  • bei einem Cocktail die darin enthaltenen Kohlenhydrate nicht mit Insulin abspritzen,
  • erhöhte Werte (bis etwa 220 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) vor der Nachtruhe erhöht lassen,
  • bei niedrigen Werten vor dem Bettgang noch zwei zusätzliche Broteinheiten essen.

Fasten erlaubt

Als Anlass für diszipliniertes Essen nach den tollen Tagen eignet sich der Beginn der Fastenzeit. Auch für Diabetiker ist Fasten erlaubt. "Allerdings dürfen sie kein reines Hungerfasten machen", warnt Tombek. Gut gehe jedoch Saft-Fasten oder Saft-Suppen-Fasten als Formen gemäßigteren Nahrungsverzichts. Das Ende einer Fastenperiode sei auch die Chance, das Essverhalten grundlegend zu ändern. "Dass man also sagt: Jetzt habe ich gefastet, jetzt kommt das Fasten brechen, und damit verändere ich meine vorherigen Essgewohnheiten hin zu gesünderen", erklärt Tombek.

Entschließt sich ein Diabetiker zu fasten, geht das jedoch nicht in Eigenregie. Tombek empfiehlt, dies unbedingt mit dem behandelnden Diabetologen zu besprechen. Er erklärt, wie Medikamente und Insulin in der Zeit des Fastens reduziert oder gar ganz abgesetzt werden sollten.

Apothekerin Isabel Weinert

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