Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2012 1. März Die 15 besten Tipps gegen Heuschnupfen

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Junges Paar auf einer Wiese

Frühjahr und Sommer unbeschwert genießen: Das ist für Menschen mit Heuschnupfen alles andere als leicht. Mit den richtigen Maßnahmen und Medikamenten kann es aber gelingen.
© mauritius images

Die 15 besten Tipps gegen Heuschnupfen

Klimaerwärmung bedeutet auch eine längere Heuschnupfenzeit. Bereits am Neujahrstag flogen dieses Jahr die ersten Haselpollen. Und Fachleute rechnen mit einer Verlängerung der Leidenszeit bis in den Oktober. Hier die Top 15 der Schutzmaßnahmen.

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An erster Stelle im Maßnahmenkatalog gegen Heuschnupfen steht, genau herauszufinden, welche Pollen Beschwerden bereiten. Ein auf Allergien spezialisierter Arzt kann das etwa mit Hauttests feststellen. Steht daraufhin beispielsweise fest, dass es vor allem Birkenpollen sind, zeigt der Blick auf den Pollenflugkalender, dass man von März bis Mai mit Beschwerden rechnen und vorsorgen muss. Frühblüher wie Hasel und Erle verursachen normalerweise von Januar bis April Probleme. Welche Medikamente dann helfen, steht unten in dem grauen Infokasten. Es gibt aber auch viele andere Maßnahmen, die vor Pollen schützen.

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Schutzgitter verhindern, dass Pollen durchs Fenster eindringen. Sie können die Pollenbelastung in Wohnräumen verringern. Auch Heuschnupfen-Geplagte können dann unbedenklich lüften.

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Regelmäßiges Saugen und Wischen verringert die Gefahr, dass lose Pollen aufgewirbelt werden, etwa bei Durchzug oder wenn man durch die Wohnung geht.

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Spezielle Filter für den Staubsauger sorgen dafür, dass beim Saugen möglichst wenig Staub herumgewirbelt wird. Wer noch mehr Schutz möchte, kann einen speziellen Allergiker-Staubsauger mit komplett versiegeltem Gehäuse anschaffen, aus dem praktisch keine staub- oder pollenbelastete Abluft herausdringt. Spezielle Tücher zum Wischen können Staub und Pollen elektrostatisch anziehen und festhalten.

Hilfreiche Medikamente

  • Antihistaminika: Um allergische Beschwerden kurzfristig zu bekämpfen, gibt es Arzneistoffe gegen den körpereigenen Botenstoff Histamin, der die allergischen Symptome auslöst. Diese Substanzen nennt man Antihistaminika. Diese meist ohne Rezept in der Apotheke erhältlichen Arzneistoffe gibt es unter anderem in Tablettenform. Als Augentropfen oder Nasensprays lassen sie sich direkt dort einsetzen, wo bei Pollenallergikern häufig Beschwerden auftreten. Der Apotheker berät zu geeigneten, gut verträglichen Präparaten. Fachärzte empfehlen mittlerweile oft, Antihistaminika in der Pollensaison durchgehend und nicht nur von Zeit zu Zeit bei Beschwerden einzusetzen. Dazu den Arzt befragen.
  • Abschwellende Nasentropfen oder -sprays: Als kurzzeitige Hilfe können die rezeptfrei in der Apotheke erhältlichen Mittel Linderung verschaffen, wenn die Nase stark zugeschwollen ist. Für eine Daueranwendung eignen sich diese Sprays allerdings nicht.
  • Kortison: Innerhalb von Stunden bis mehreren Tagen entfalten Präparate mit Kortison-Abkömmlingen – auch Kortikoide genannt – ihre Wirkung. Diese besteht vor allem darin, Entzündungen zu dämpfen. Man setzt die zumeist verschreibungspflichtigen Substanzen über einen bestimmten Zeitraum durchgehend ein. Bei Heuschnupfen sind die Kortikoide meist als Nasensprays im Einsatz. Bei diesen nur lokal wirkenden Darreichungsformen sind bei richtiger Handhabung kaum Nebenwirkungen zu erwarten.
  • Substanzen wie Cromoglicinsäure oder Nedocromil verhindern, dass Histamin überhaupt freigesetzt wird. Um richtig zu wirken, brauchen Cromoglicinsäure oder Nedocromil jedoch einige Tage Vorlauf, bevor die Pollensaison beginnt.

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Pollenfilter für das Auto bieten Schutz vor Pollenflug durch die Lüftung. Daher empfiehlt es sich, beim Autokauf auf gute Pollenfilter zu achten und diese regelmäßig wechseln zu lassen. Bei Pollenflug müssen dann allerdings die Seitenfenster geschlossen bleiben.

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Luftreiniger mit moderner Filtertechnologie für Innenräume können helfen, die Pollenkonzentration der Luft zu Hause und im Büro zu reduzieren. Nicht alle Geräte sind jedoch für Allergiker gleichermaßen gut geeignet, daher sollte man sich vor dem Kauf ausführlich beraten lassen. Testberichte und Prüfsiegel etwa des TÜV geben ebenfalls eine Orientierung.

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Filterwechsel andere machen lassen. Wenn Staubsauger oder andere Geräte gereinigt und Filtereinsätze gewechselt werden müssen, sollte man jemanden darum bitten, der keine Pollenallergie hat.

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Wäsche nicht draußen trocknen, zumindest nicht in der Pollenflugzeit. So vermeidet man es, pollenbehaftete Kleidung zu tragen oder sich in pollenbelastete Bettwäsche zu legen.

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Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln, da sonst an der Wäsche haftende Pollen dort aufgewirbelt werden. Das kann zu nächtlichen Allergieschüben führen. Wenn man von draußen hereinkommt und länger im Haus bleiben möchte, die pollenbehaftete Kleidung gegen frische austauschen.

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Wer abends seine Haare wäscht und sich duscht, entfernt damit in den Haaren und auf der Haut haftende Pollen und geht mehr oder minder "pollenfrei" zu Bett.

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Lüften sollte man auf dem Lande eher am Nachmittag oder Abend, da dort die Pollenkonzentration in der Luft morgens vergleichsweise hoch ist. Umgekehrt in der Stadt, daher hier lieber morgens lüften.

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Die Pollenvorhersage warnt vor starkem Pollenflug. Empfindliche bleiben dann eher im Haus und verschieben Sport oder andere Aktivitäten im Freien, etwa Gartenarbeit. Besuch lädt man lieber nach Hause ein, als selbst auszugehen. Die Telefonnummern der Pollenwarndienste verschiedener Bundesländer stehen in dem Kasten ganz unten auf dieser Seite. Für Aktivitäten im Freien sind Regentage ideal, da der Regen die Pollen aus der Luft "wäscht".

Homöopathische Mittel

Auch im Bereich der saisonalen Allergien bietet die Homöopathie eine Ergänzung zur Schulmedizin. So kommt etwa indisches Lungenkraut (Adhatoda vasica) in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen zum Einsatz. Eine fixe Kombination aus Luffa operculata, Galphimia glauca und Cardiospermum halicacabum kann ebenfalls helfen. Bei den Einzelmitteln wählen homöopathisch arbeitende Ärzte oder Heilpraktiker abhängig von den dominierenden Beschwerden zum Beispiel zwischen Allium cepa, Euphrasia officinalis oder Galphimia glauca.

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Nicht rauchen, da dies die Schleimhäute zusätzlich reizt. Auch Gäste oder Mitbewohner bitten, im Haus oder in der Wohnung nicht zu rauchen.

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Allergieauslöser aus dem Wohnumfeld wenn möglich entfernen, zum Beispiel Birken, wenn man Birkenpollenallergiker ist. Vielleicht kann man sich auch mit Vermietern und Nachbarn einigen, entsprechende Pflanzen zu beseitigen. Beim Anlegen von Gärten empfiehlt es sich, vorher genau zu bestimmen, gegen welche Pflanzen man allergisch ist.

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Bei Bedarf sollte man eine "Allergie-Impfung", die sogenannte Hyposensibilisierung, durchführen. Das gilt besonders, wenn die Beschwerden merklich zunehmen oder Medikamente nicht mehr so gut wirken. Der unten stehende Infokasten informiert über das Verfahren.

Dr. Frank Schäfer

"Allergie-Impfung" mit Tabletten, Tropfen oder Spritzen

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem bei eher harmlosen Reizen über, etwa wenn man Pollen einatmet. Das Immunsystem kann sich bei einer gezielten Therapie aber langsam an diese Reize gewöhnen, so dass es nicht mehr wie ein scharfer "Wachhund" sogleich anspringt. Dabei lernt der Wachhund den Eindringling langsam kennen und akzeptiert ihn schließlich.

Die "Zähmung" gelingt, indem der Arzt dem Patienten die Allergieauslöser spritzt – am Anfang in kurzen Abständen und in steigender Dosis, dann gibt man in größeren Abständen Spritzen in gleichbleibender Dosis. Etwas salopp wird das Verfahren als "Allergie-Impfung" bezeichnet, fachlich als Hyposensibilisierung. Eine Impfung im klassischen Sinne ist es natürlich nicht, sondern eine Gewöhnung. Das Verfahren funktioniert sehr gut bei Insektengiftallergien, außerdem bei Pollenallergien. Auch bei Allergien gegen Katzenhaare, Schimmelpilze oder Milbenkot kann die Hyposensibilisierung wirken.

Begonnen wird bei Pollenallergien teils außerhalb der Saison, es geht gerade bei Gräsern aber auch in der Saison. Man kann je nach Verfahren in der Saison pausieren oder während des ganzen Jahres fortfahren. Normalerweise dauert die gesamte Behandlung drei bis fünf Jahre.

Alternativ zu Spritzen stehen zur "Allergie-Impfung" gegen Gräserpollenallergien auch Schmelztabletten zur Verfügung. Dabei legt sich der Allergiker täglich eine Tablette unter die Zunge, die sich dort langsam auflöst. Ähnlich verfährt man mit Tropfen etwa gegen Gräserpollen oder Schimmelpilze. Auch diese Verfahren scheinen gut zu wirken, allerdings sind die Erfahrungen damit noch nicht so umfassend wie bei der Spritzenbehandlung. Für die Spritzenbehandlung gibt es mittlerweile Hinweise, dass sie allergischem Asthma vorbeugen oder es bei noch nicht lange daran erkrankten Patienten bessern kann.

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