Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2012 1. Mai Die besten Tipps gegen übermäßiges Schwitzen

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Frau benutzt einen Deoroller unter der Achsel

Inhaltsstoffe in Deos richten sich gegen Hautbakterien, binden deren Abbauprodukte und verhindern damit Schweißgeruch.
© Kitty - Fotolia

Die besten Tipps gegen übermäßiges Schwitzen

Eigentlich soll Schwitzen die Haut kühlen. Doch zu viel Schwitzen aus nichtigem Anlass macht Probleme und ist Betroffenen oft peinlich. Hier steht, was sich dagegen tun lässt.

Schwitzen ist bei starker körperlicher Belastung oder bei Hitze völlig normal und sinnvoll. Aber viele Menschen geraten am Tage selbst bei geringstem Anlass übermäßig in Schweiß. Das ist zum Teil Veranlagung. Mediziner sprechen von Hyperhidrose. Aber auch hormonelle Umstellungen und Krankheiten können eine krankhaft erhöhte Schweißproduktion hervorrufen. Mögliche Ursachen dieser sekundären Hyperhidrose sollten vom Arzt gesucht und behandelt werden. Nicht immer aber finden sich eindeutige Auslöser.

Die Betroffenen leiden oft sehr unter übermäßigem Schwitzen. Sie trauen sich nicht, anderen ihre schweißnasse Hand zu reichen, unter den Achseln bilden sich ständig gut sichtbare Schweißflecken, es kann trotz intensiver Körperhygiene immer wieder zu Schweißgeruch kommen – sehr unangenehm für den Partner oder in beruflichen Situationen. Doch es gibt – neben gründlicher Körperhygiene – einige Ansatzpunkte, übermäßiges Schwitzen einzudämmen:

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  • Abnehmen: Wer deutliches Übergewicht hat, kann durch Gewichtsabnahme auch seine Schweißproduktion vermindern.
  • Genussmittel: Auch wer bei scharf gewürzten Speisen, Alkohol und Kaffee zurückhaltend ist, kann möglicherweise den Schweißfluss etwas verringern.
  • Kleidung/Schuhe: Täglich frische Baumwollunterwäsche und -strümpfe und gut luftdurchlässige Schuhe helfen, Schweiß aufzunehmen und abzugeben. Sportschuhe nicht im Alltag tragen. Schuhe jeden Tag nach dem Tragen gut auslüften.
  • Entspannungstechniken: Da Stress und psychische Belastungen das Schwitzen verstärken, kann man mit Entspannungstechniken versuchen, gegenzusteuern.
  • Desodoranzien: Es handelt sich hierbei um Inhaltsstoffe in Deos und Reinigungsprodukten, die sich gegen Hautbakterien richten und deren Abbauprodukte binden. Sie verhindern damit Schweißgeruch. Zusätzlich enthaltene Duftstoffe überdecken ihn, sofern er schon entstanden ist. Den Schweißfluss vermindern diese Stoffe jedoch nicht. Das tun Antiperspiranzien, die oft mit Desodoranzien kombiniert werden.
  • Antiperspiranzien: Diese Mittel verengen die Schweißdrüsengänge, meist handelt es sich um Aluminiumsalze. Zubereitungen damit kann man zur Behandlung von übermäßigem Schwitzen nach ärztlicher Maßgabe in der Apotheke als Rezeptur herstellen lassen, in höherer Konzentration. Zur Anwendung sollte man sich von Arzt und Apotheker gut beraten lassen, da Aluminiumchlorid hautreizend wirken kann. Sinnvoll ist es, Antiperspiranzien vor dem Schlafengehen dünn aufzutragen, da sie dann wegen der nachts geringeren Aktivität der Schweißdrüsen nicht so leicht ausgewaschen werden. Ein weiteres Mittel, um Schweißdrüsen zu verengen, ist das als Salbe erhältliche Methenamin.
  • Gerbstoffe: Bäder oder Salben mit Gerbstoffen können dazu beitragen, die Schweißabsonderung zu mindern. Es gibt Cremes und Bäder mit synthetischen Gerbstoffen. Apotheker beraten dazu.
  • Anticholinergika: Diese verschreibungspflichtigen Mittel blockieren die Wirkung eines Nervenbotenstoffs, des Acetylcholins. Dadurch lässt sich übermäßiges Schwitzen eindämmen, wenn andere Möglichkeiten nicht greifen. Es kann zu Nebenwirkungen wie etwa Mundtrockenheit oder Verstopfung kommen.
  • Botulinum-Toxin: Mit diesem Nervengift kann man nicht nur Falten glätten, sondern punktuell auch übermäßiges Schwitzen eindämmen. Allerdings muss die Spritzenbehandlung ein erfahrener Arzt vornehmen, eventuell unter lokaler Betäubung.
  • Gleichstrom-Behandlung (Iontophorese): In einer mit Wasser gefüllten Wanne, beispielsweise für die Füße, wird Gleichstrom angelegt. Die Behandlung muss in regelmäßigen Sitzungen über einen längeren Zeitraum erfolgen. Es gibt auch Geräte für zu Hause.
  • Operation: Man kann im Bereich der Achselhöhlen Schweißdrüsen über einen Hauteinschnitt entfernen. Dabei wird die Hautschicht mit den Schweißdrüsen abgetragen. In schwierigen Fällen kann auch eine operative Zerstörung für das Schwitzen wichtiger Nerven versucht werden. Zu den Chancen und Risiken solcher Eingriffe sowie zur Kostenübernahme durch Krankenkassen muss man sich vom Arzt sehr gut beraten lassen. Das gilt auch für die anderen hier genannten medizinischen Behandlungsverfahren.

Dr. Frank Schäfer

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