Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2012 15. August Die wichtigsten Diabetes-Begriffe

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Füllige Frau mit Weinglas

Wer die Diagnose Diabetes erhält, ist oft mit vielen unverständlichen Fachbegriffen konfrontiert. Aponet.de bringt Klarheit ins Dickicht der Diabetes-Begriffe.
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Die wichtigsten Diabetes-Begriffe

Wer neu an Diabetes erkrankt, wird mit einer Vielzahl unbekannter Begriffe konfrontiert. Und auch wer sich auskennt, tut gut daran, sein Wissen von Zeit zu Zeit aufzufrischen. Hier finden Sie wichtige Fachbegriffe, lexikalisch aufgeführt.

Basis-Bolus-Schema Prinzip der intensivierten Insulintherapie; die Insulinmenge wird für den Grundbedarf des Körpers und für die Mahlzeiten getrennt berechnet und gespritzt
Betazellen auch Inselzellen genannt; produzieren in der Bauchspeicheldrüse Insulin
Diabetischer Fuß Folgeerkrankung des Diabetes mit gestörter Durchblutung; Verletzungen heilen schlecht; kann eine Amputation erforderlich machen
Gestationsdiabetes Diabetesform, die während einer Schwangerschaft auftritt
Glucagon körpereigenes Hormon, das den Blutzuckerspiegel im Körper erhöht; Gegenspieler des Insulins; wird als Arzneimittel zur Behandlung von Unterzuckerungen eingesetzt
Glucose Traubenzucker; im Körper werden die meisten Kohlenhydrate aus Kartoffeln, Nudeln, Reis, Obst und anderen Lebensmitteln zu Glucose abgebaut
HbA1c Der Wert gibt Auskunft darüber, wie gut der Blutzucker in den letzten zehn bis zwölf Wochen durchschnittlich eingestellt war
Hyperglykämie erhöhter Blutzuckerspiegel
Hypoglykämie Unterzuckerung; bei Bewusstlosigkeit muss der Notarzt gerufen werden, sonst Behandlung mit Traubenzucker
Humaninsulin Arzneimittel, das biotechnologisch hergestellt wird und im Aufbau dem körpereigenen Insulin gleicht
IFG Abkürzung für "impaired fasting glucose", erhöhte Blutzuckerspiegel im nüchternen Zustand; gilt als Vorstufe eines Typ-2-Diabetes
IGT Abkürzung für "impaired glucose tolerance", erhöhte Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit; gilt als Vorstufe eines Typ-2-Diabetes
Inkretine Darmhormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren; einige Diabetesmedikamente erhöhen die Menge der Inkretine im Körper oder ahmen ihre Wirkung nach
Insulin körpereigenes Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt und für die Aufnahme von Glucose in die Körperzellen verantwortlich ist
Insulinanaloga Arzneimittel, die wie körpereigenes Insulin wirken, sich allerdings im Aufbau unterscheiden; dadurch verändert sich die Geschwindigkeit, mit der die Wirkung einsetzt oder anhält
Insulinresistenz relative Unempfindlichkeit des Körpers gegenüber der Insulinwirkung, häufig bedingt durch Übergewicht und fehlende Bewegung; wesentlicher Krankheitsmechanismus beim Typ-2-Diabetes
Intensivierte Insulintherapie Form der Insulintherapie, bei der der Patient die Insulinmenge in Abhängigkeit von den verzehrten Nahrungsmitteln, der Aktivität im Alltag und dem Blutzuckerspiegel selbst festlegt
Ketoazidose Übersäuerung des Blutes durch Insulinmangel; kann zu einem gefährlichen Koma führen; lässt sich mit speziellen Urinteststreifen feststellen
Ketone Abbauprodukte des Körpers, die bei Insulinmangel entstehen
Konventionelle Insulintherapie Form der Insulinbehandlung, bei der die Insulinmenge und die Menge der Kohlenhydrate pro Mahlzeit fest vorgegeben sind
Lipohypertrophie beulenartige Fettansammlung unter der Haut, die bei häufiger Insulininjektion in die gleiche Hautstelle entsteht
Makroangiopathie Folgeerkrankung des Diabetes mit Schäden an den großen Blutgefäßen; kann beispielsweise zu einem Herzinfarkt führen
Mikroalbuminurie Ausscheidung von kleinen Eiweißmengen im Urin; gilt als Warnzeichen für eine beginnende Nierenschädigung
Nephropathie Folgeerkrankung des Diabetes mit Schäden an der Niere; durch die nachlassende Nierenfunktion kann im weiteren Verlauf eine Dialyse (Blutwäsche) notwendig werden
Neuropathie Folgeerkrankung des Diabetes mit Schäden an den Nerven; die Erkrankung kann unter anderem Schmerzen und Taubheitsgefühle verursachen
Normal-/Altinsulin Insulinart, die schnell, aber kurz wirkt
Oraler Glucosetoleranztest Test, bei dem der Patient eine standardisierte Zuckerlösung trinkt, anschließend werden die Blutzuckerwerte bestimmt; dient zur Erkennung eines Gestationsdiabetes oder Typ-2-Diabetes und seiner Vorstufen
Pankreas Bauchspeicheldrüse
Pen Hilfsmittel in Form eines Füllers zur Verabreichung von Insulin
Postprandial nach einer Mahlzeit
Retinopathie Folgeerkrankung des Diabetes mit Schäden an der Netzhaut des Auges; kann das Sehen verschlechtern und bis zur Erblindung führen
Süßstoffe kalorienfreie Stoffe wie Saccharin, Acesulfam, Aspartam oder Cyclamat; mit süßem Geschmack, aber ohne Einfluss auf den Blutzuckerspiegel; häufig in Form von Tabletten oder Flüssigsüße
Typ-1-Diabetes Diabetesform, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert; tritt in der Regel bereits bei Kindern oder Jugendlichen auf
Typ-2-Diabetes Diabetesform, bei der zu Beginn noch genügend Insulin produziert wird, das Insulin allerdings wegen einer Insulinunempfindlichkeit des Körpers nicht ausreichend wirkt; tritt hauptsächlich bei übergewichtigen Menschen auf
Verzögerungsinsulin Insulin, dessen Wirkung lange anhält; wirkt allerdings nur langsam
Zuckeraustauschstoffe süße Stoffe wie Fruktose, Sorbit oder Xylit werden für Diabetiker nicht mehr empfohlen; die meistens verzehrten Mengen unterscheiden sich im Hinblick auf Energiegehalt und Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel nicht wesentlich von Haushaltszucker

Apothekerin Dr. Iris Hinneburg

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