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Zwei verschiedenfarbige Kapseln in einer hohlen Hand

Werden mehrere verschiedene Arzneimittel eingenommen, kann es zu Wechselwirkungen zwischen ihnen kommen.
© Nikolai Sorokin - Fotolia

Wissen, was zusammenpasst

Typ-2-Diabetiker bekommen oft eine ganze Reihe von Arzneimitteln gegen verschiedene Krankheiten. Dabei besteht die Möglichkeit, dass sich die Medikamente in ihrer Wirkung beeinflussen. Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, welche Wechselwirkungen zwischen oralen Antidiabetika und Arzneimitteln gegen hohen Blutdruck, hohe Blutfettwerte oder Herz-Rhythmus-Störungen auftreten können.

Wechselwirkung möglich zwischen BETABLOCKER eingesetzt z.B. bei Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit und Herzrhythmusstörungen. Dazu gehören Arzneistoffe wie Propranolol, Metoprolol, Sotalol oder Carvedilol. LIPIDSENKER Gruppe 1 eingesetzt z.B. bei erhöhten Bluttfettwerten. Dazu gehören Arzneistoffe wie Bezafibrat, Fenofibrat, aber auch Gemfibrozil.
SULFONYLHARNSTOFFE wie Glimepirid, Glibenclamid, Gliquidon oder Gliclazid Blutzuckersenkung verstärkt. Gefahr einer Unterzuckerung. Zudem kann die Wahrnehmung der Warnzeichen einer Unterzuckerung beeinträchtigt sein. Blutzuckersenkung verstärkt. Gefahr einer Unterzuckerung
BIGUANIDE wie Metformin    
ALPHA-GLUCOSIDASE-HEMMER wie Miglitol und Acarbose Blutzuckersenkung verstärkt. Gefahr einer Unterzuckerung  
GLIPTINE wie Vildagliptin, Sitagliptin, Saxagliptin    
GLINIDE wie Repaglinid und Nateglinid Blutzuckersenkung verstärkt. Gefahr einer Unterzuckerung Wechselwirkung mit Gemfibrozil. Blutzuckersenkung verstärkt. Gefahr einer Unterzuckerung
Wechselwirkung möglich zwischen LIPIDSENKER Gruppe 2 eingesetzt z.B. bei erhöhten Blutfettwerten. Dazu gehören Arzneistoffe wie Xantinolnicotinat. ACE-HEMMER eingesetzt z.B. bei Bluthochdruck. Dazu gehören Arzneistoffe wie Ramipril, Enalapril oder Captopril. DIURETIKA eingesetzt z.B. bei Bluthochdruck oder Herzschwäche. Dazu gehören Arzneistoffe wie Hydrochlorothiazid oder Xipamid.
SULFONYLHARNSTOFFE wie Glimepirid, Glibenclamid, Gliquidon oder Gliclazid Blutzuckersenkung vermindert Blutzuckersenkung verstärkt. Gefahr einer Unterzuckerung Blutzuckersenkung vermindert
BIGUANIDE wie Metformin Blutzuckersenkung vermindert Blutzuckersenkung verstärkt. Gefahr einer Unterzuckerung Blutzuckersenkung vermindert
ALPHA-GLUCOSIDASE-HEMMER wie Miglitol und Acarbose     Blutzuckersenkung vermindert
GLIPTINE wie Vildagliptin, Sitagliptin, Saxagliptin     Blutzuckersenkung vermindert
GLINIDE wie Repaglinid und Nateglinid   Blutzuckersenkung verstärkt. Gefahr einer Unterzuckerung Blutzuckersenkung vermindert

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Medikamente können sich gegenseitig in ihrer Wirkung abschwächen oder in ihrer Wirkung verstärken. Fachleute sprechen dann von einer Wechselwirkung. Auch im Beipackzettel wird auf die möglichen Wechselwirkungen eines Arzneistoffs hingewiesen. Damit Sie in der Apotheke umfassend beraten werden können, ist es wichtig, bei einem neu angesetzten Medikament alle anderen Medikamente zu nennen, die Sie einnehmen. Sollten Sie eine Kundenkarte in Ihrer Stammapotheke haben, erfolgt der Abgleich auf Wechselwirkungen automatisch, denn Ihre Medikation ist dann im EDV-System gespeichert.

Müssen Sie ein Medikament einnehmen, das den Blutzuckerspiegel beeinflussen könnte, sollten Sie es auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt absetzen. Er kann gegebenenfalls die Dosis des den Blutzuckersenkenden Mittels anpassen.

In der Tabelle sind häufig eingesetzte Arzneistoffe berücksichtigt. Fragen Sie Ihren Apotheker, falls Ihre Medikamente hier nicht aufgeführt sind und Sie Sicherheit in Bezug auf Wechselwirkungen haben möchten. Der Apotheker ist der Fachmann für Arzneimittel und berät Sie gerne.

Apothekerin Christina Brunner

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