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Kind in Wintermontur mit Schlittschuhen sitzt auf der Eisfläche eines zugefrorenen Weihers

Kinder sollten niemals allein an zugefrorenen Seen spielen.
© studioJowita - Fotolia

Trügerische Eisflächen

Endlich Winter mit Eis und Schnee – nicht nur Kinderherzen erfreuen sich an der weißen Pracht und den gefrorenen Seen. Doch Vorsicht an Teich und Tümpel! Wenn die Eisdecke zu dünn ist, kann ein Einbruch gerade für Kinder Todesgefahr bedeuten.

Da die Kleinen über ihre Körperoberfläche viel Wärme verlieren, lässt die nasse und kalte Kleidung die Körpertemperatur schnell tödlich tief sinken. "Schon nach zwei Minuten Unterkühlung kann es für ein Kind zu spät sein!", warnt Martina Abel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) 'Mehr Sicherheit für Kinder e.V.' in Bonn. "Eltern sollten ihre Kinder niemals allein an zugefrorenen Seen spielen lassen."

Verbote beachten

Die Stadt- und Gemeindeverwaltungen handhaben das Betreten von Eisflächen sehr unterschiedlich, informiert die BAG. Manche Städte verbieten grundsätzlich den Aufenthalt auf vereisten Gewässern. Andere wiederum geben während einer Frostperiode bestimmte zugefrorene Seen fürs Schlittschuhlaufen und Eiswandern frei.

Erwachsene ignorieren oft städtische Verbotsschilder und Warnungen der Feuerwehr. Meist begründen sie den scheinbar harmlosen Übertritt mit den dicken Eisschichten am Rand der zugefrorenen Gewässer. "Mit einem solchen Verhalten können Eltern Kinder in eine konkrete Gefahr bringen", warnt die BAG. Sie unterschätzen die Neugierde und den Entdeckerdrang der Kleinen und den riskanten Nachahmereffekt.

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Vorbild sein!

Diese wollen wissen, wie sich das Eis an anderen Stellen anfühlt, und wagen sich weiter vor. Ein Verhalten, das gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit fatale Folgen haben kann. Deshalb empfehlen Experten Erwachsenen, sich an die Verbotsschilder zu halten und den Kindern zu erläutern, warum sie die Eisfläche nicht betreten, auch wenn viele andere sich bereits dort tummeln.

Folgende Orte sind für Eisunfälle besonders gefährdet:

  • Dunkle Stellen verraten, dass das Eis noch viel zu dünn ist. Hier droht Gefahr, einzubrechen. Betreten verboten!
  • Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten.
  • Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, stellen eine besondere Gefahr dar. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein als auf dem Rest des Sees.

Dass häufig Kinder von Eisunfällen betroffen sind, bestätigt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG. "Darum sollten sie bei Beginn der Frostperiode frühzeitig über die Gefahren aufgeklärt und mit der Möglichkeit der Rettung vertraut gemacht werden."

Sich selbst retten

Eine Rettung aus dem eisigen Nass der winterlichen Gewässer muss innerhalb kürzester Zeit erfolgen. "Bereits wenige Minuten, nachdem der Verunglückte ins Wasser geraten ist, werden seine Glieder durch die Kälte so steif, dass alle Versuche einer Selbstrettung scheitern werden", so die DLRG. "Da die unmittelbare Berührung mit dem eiskalten Wasser starke Schmerzen verursacht, müssen alle geistigen und körperlichen Kräfte mobilisiert werden, um Panik zu vermeiden und möglichst schnell das eiskalte Wasser verlassen zu können." Je nach Beschaffenheit des Eises bieten sich laut DLRG folgende Möglichkeiten an:

  • Wenn das Eis knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen, und in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen.
  • Versuchen, sich mit ausgebreiteten Armen vor- oder rückwärts zum Ufer hin zu bewegen.
  • Das dünne Eis abbrechen. Wenn es wieder trägt, schiebt oder rollt man sich flach in Bauch- oder Rückenlage auf die Eisfläche und kriecht zum Ufer.

Generell gilt: Jeder Eisunfall ist ein Notfall. Deswegen immer sofort den Rettungsdienst unter der 112 alarmieren!

Peter Erik Felzer

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