Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2013 1. Januar Krankenkassen-Ausgaben: Apotheken verursachen nur einen kleinen Anteil

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Apothekerin neben Regal mit Medikamenten

Durch die Rabattverträge haben Apotheker viel Aufwand bei Lagerhaltung und Beratung, bekommen aber kein Extra-Honorar dafür.
© Tyler Olson - Fotolia

Krankenkassen-Ausgaben: Apotheken verursachen nur einen kleinen Anteil

Bei Diskussionen über Ausgaben gesetzlicher Krankenkassen kommt die Sprache auch auf die Arzneimittelversorgung durch Apotheken. Doch belasten Apotheken die Krankenkassen tatsächlich nennenswert oder tragen Apotheken nicht auch zur Kostenkontrolle bei? Die Neue Apotheken Illustrierte fragte dazu Stefan Fink, Apotheker aus Weimar und Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes.

Wie viel bekommen die Apotheken eigentlich im Verhältnis zu den Gesamtausgaben gesetzlicher Krankenkassen?

Fink:

In der Tat ist der Anteil des Apothekenhonorars ziemlich klein. Legt man das Jahr 2011 zugrunde, so sprechen wir über 2,3 Prozent der Kassenausgaben in Höhe von 180 Milliarden Euro. Von diesen 4,2 Milliarden Euro werden 21.000 Apotheken mit ihren 150.000 Beschäftigten bezahlt. Zum Vergleich muss man wissen, dass die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen rund 5,2 Prozent beziehungsweise 9,4 Milliarden Euro ihres eigenen Gesamtbudgets ausmachen. Die Kassen geben also mehr als das Doppelte für sich selbst aus als für alle Apotheken zusammen.

Apotheker Stefan Fink

"Die Krankenkassen geben für sich selbst mehr als das Doppelte aus als für alle Apotheken zusammen", erklärt Apotheker Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes.

Apotheker müssen einen Teil ihres offiziellen Honorars an die gesetzlichen Krankenkassen abgeben. Warum eigentlich?

Fink:

Das klingt zunächst recht merkwürdig. Das Festhonorar pro rezeptpflichtigem Arzneimittel bekommt der Apotheker gleichermaßen vom Privatpatienten und der gesetzlichen Krankenkasse. Die gesetzlichen Kassen erhalten – historisch bedingt – davon jedoch einen Abschlag. Selbiger muss von den Apothekern aber nur gewährt werden, wenn die Kassen ihre Rechnungen innerhalb von zehn Tagen begleichen. Die jährliche Anpassung des Abschlags ist Verhandlungssache. Zuweilen greift der Gesetzgeber jedoch ein, um ein Sonderopfer der Apotheken zu erzwingen. Die Belastung pro Apotheke betrug 2012 insgesamt mehr als 50.000 Euro.

Und dann gibt es ja noch die Rabattverträge. Heißt das, die Kassen bekommen am Ende sowohl von der Industrie als auch von den Apotheken Rabatt?

Fink:

Das stimmt. Tatsächlich müssen die Kassen gar nicht den sogenannten Apothekenverkaufspreis eines Arzneimittels bezahlen, sondern viel weniger. Per Gesetz sind der Herstellerabschlag, der Apothekenabschlag und die Patientenzuzahlungen genau geregelt. Darüber hinaus gibt es noch Rabattverträge, die einzelne Kassen mit einzelnen Herstellern abschließen können. Die Kasse bekommt einen Rabatt, der Hersteller dafür Marktanteile. Die Apotheker haben dadurch viel Aufwand bei Lagerhaltung und Beratung, bekommen aber kein Extra-Honorar dafür.

FS

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