Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2013 1. Januar Warum Großeltern die Keuchhusten-Impfung brauchen

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Großmutter hat sehr jungen Enkel auf dem Arm

Noch nicht gegen Keuchhusten geimpfte Säuglinge können sich bei Erwachsenen anstecken. Daher sollten vorbeugend enge Bezugspersonen des Kindes wie etwa seine Großeltern entsprechend geimpft werden.
© Hubertus Blume - Fotolia

Warum Großeltern die Keuchhusten-Impfung brauchen

"Mia ist da!", verkündete der frisch gebackene Vater aufgeregt am Telefon. Damit die ersten Tage für die junge Familie einfacher werden, macht sich die ebenfalls frisch gebackene Oma sofort auf den Weg. Was sie nicht weiß: Mit ihr kann eine lebensgefährliche Bedrohung für das Baby reisen: Bordetella pertussis, der Erreger des Keuchhustens.

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Pertussis, wie Fachleute den Keuchhusten nennen, ist keine normale Erkältung, und der Husten kann äußerst heftig sein. Von Inkontinenz, Leistenbrüchen und Mittelohrentzündungen, über Lungenentzündungen und Rippenbrüche bis hin zu Schäden am Gehirn reichen die möglichen Komplikationen. Besonders tückisch: In den ersten ein bis zwei Wochen, wenn der Erkrankte am ansteckendsten ist, sind die Krankheitszeichen schwer zu erkennen.

Junge Säuglinge sind besonders gefährdet

Die Bakterien werden bei engem Kontakt durch Tröpfcheninfektion zum Beispiel beim Husten oder Niesen übertragen. Ein Drittel bis rund die Hälfte aller ungeschützten Säuglinge steckt sich bei den eigenen Eltern an. Bei Kindern verursacht Keuchhusten über Wochen und Monate hinweg heftigste, krampfartige Hustenanfälle mit Luftnot bis zur Blaufärbung von Haut und Lippen. Die Hustenattacken enden mit mühevollem Hervorwürgen von zähem Schleim. Besonders gefährdet sind die Kleinsten. Im frühen Säuglingsalter können auch Krampfanfälle oder selten sogar Hirnschäden auftreten. Etwa ein Prozent aller an Keuchhusten erkrankten Babys unter sechs Monaten stirbt an der Erkrankung. Sie husten oft gar nicht, sondern hören auf zu atmen.

Hörbeispiele und Videos

Der inzwischen in Rente befindliche britische Hausarzt Dr. Doug Jenkinson hat über Keuchhusten geforscht und auf seiner Internetseite Hörbeispiele und Videos von erkrankten Kindern gesammelt, die verdeutlichen, wie belastend Keuchhusten ist. Zwei beispielhafte Links stehen in der Linkliste der aktuellen Neuen Apotheken Illustrierten.

Was kann ein Arzt tun?

Erkrankte erhalten Antibiotika, um zu verhindern, dass sie andere anstecken. Bei frühzeitiger Gabe kann sogar der Krankheitsverlauf gemildert werden. Meist geschieht das jedoch zu spät. Sobald die typischen Hustenattacken begonnen haben, ist am Verlauf der Krankheit praktisch nichts mehr zu ändern.

Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren dazugelernt. Heute weiß man, dass sowohl die Krankheit als auch die Impfung nur für etwa sechs bis zehn Jahre Immunität hinterlassen. Etwa alle drei bis vier Jahre kommt es deshalb zu größeren Ausbrüchen, gehäuft in Herbst und Winter. In England und Wales beispielsweise wurden seit Januar letzten Jahres mehr als 3.500 Fälle registriert. Die meisten Betroffenen sind älter als 15 Jahre. Die beste Vorbeugung ist die Impfung.

Wer sollte sich impfen lassen?

Babys werden ab einem Alter von zwei Monaten routinemäßig geimpft, und der Impfschutz wird bis zum 18. Lebensjahr mehrmals aufgefrischt. Der sicherste Weg, um Neugeborene in den ersten Lebenswochen zu schützen, ist die Impfung ihrer engsten Kontaktpersonen. Das sind vor allem Eltern, Geschwister, Tagesmütter und auch Großeltern wie die eingangs erwähnte Großmutter von Mia. Auch jungen Erwachsenen mit Kinderwunsch wird vorbeugend die Keuchhusten-Impfung empfohlen. Ebenso sollen seit 2009 alle Erwachsene bei der nächsten Impfung gegen Tetanus und/oder Diphtherie eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten erhalten.

Heike Thiesemann-Reith

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