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Ärztin berät Patienten.

Wann eine Hämorrhoiden-Operation nötig ist, erklärt der Arzt im Beratungsgespräch.
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Hämorrhoiden-OP wann und wie?

Manchmal führt an einer Hämorrhoiden-Operation kein Weg vorbei. Die wichtigsten Fragen beantworten Dr. Angelika Hartjen und Dr. Klaus-Peter Ullrich, in Hamburg niedergelassene Koloproktologen.

Wann müssen Hämorrhoiden operiert werden?

Für manche Patienten werden Hämorrhoiden zur Qual, denn sie können kaum sitzen. Bei körperlicher Anstrengung treten die Hämorrhoiden hervor. Meist lassen sie sich immer schwieriger wieder zurückdrücken. Dann führt an einer Operation kein Weg mehr vorbei.

Welche Verfahren gibt es?

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwischen offenen und geschlossenen Techniken. Bei den offenen Techniken entfernt der Arzt den vergrößerten Teil der Hämorrhoiden und einen Teil der Analhaut. Geschlossene Verfahren bezeichnen hingegen Methoden, bei denen nur die vergrößerte Hämorrhoide entfernt wird ohne Entfernung der Analhaut. Seit 15 Jahren wenden einige Chirurgen auch die Longo-Methode an. Sie kommt infrage, wenn der Afterkanal noch nicht dauerhaft nach außen getreten ist. Diese Methode hat unter anderem den Vorteil, dass der Patient nach der Operation relativ wenig Schmerzen hat.

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Laufen die Eingriffe stationär ab oder kann man nach der Operation nach Hause?

Die Verfahren werden sämtlich unter Vollnarkose möglichst stationär durchgeführt. Vereinzelt behandeln Ärzte die vergrößerten Hämorrhoiden auch ambulant per Lasertechnik oder mit der sogenannten HAL-Methode. Letzterer Eingriff erfolgt schonend mithilfe eines Endoskops.

Welche Risiken gibt es?

Bei jedem operativen Eingriff bestehen Risiken. Nach der Hämorrhoidenoperation können beispielsweise starke Blutungen und Schmerzen auftreten. Selten kann es auch zu einer Einengung des Analkanals durch die Bildung von Narbengewebe kommen. Die meisten Patienten schreiben wir für ein bis drei Wochen krank.

Was passiert, wenn man eine OP zu lange hinauszögert?

Es kann zu chronischen Hautveränderungen durch Entzündung und Nässen kommen. Im fortgeschrittenen Verlauf drohen zudem ein verstärkter Blutverlust sowie dauerhafte Schäden am Schließmuskel.

"Wachsen" Hämorrhoiden eigentlich nach?

Gelegentlich kommt es nach Operationen zu erneuten Hämorrhoidalbeschwerden. Hier kann der Patient aber selbst etwas dagegen tun. Wir empfehlen, sich mehr zu bewegen, nach Möglichkeit Übergewicht zu reduzieren, viel zu trinken und sich ballaststoffreich zu ernähren. Mit einem speziellen Stuhltraining lernt man auch, zu starkes Pressen auf der Toilette zu vermeiden. Dies alles hilft nicht nur nach einer Operation, sondern beugt generell Hämorrhoidalbeschwerden vor.

Die Fragen stellte Peter Erik Felzer

Hilfe aus der Apotheke

Gerade in einem sehr frühen Stadium können Salben, Einmaltuben und Zäpfchen nicht nur die Symptome von Hämorrhoidenleiden lindern, sondern auch für deren Abklingen sorgen. Selbst wenn eine Beseitigung dadurch nicht erreicht werden kann, so können doch immerhin die Schmerzen und der Juckreiz gebannt werden. Treten die Beschwerden immer wieder auf, empfehlen Fachleute, einen Facharzt für Erkrankungen des Enddarms, einen Koloproktologen, aufzusuchen. Aus falscher Scham neigen viele Patienten dazu, ihre Beschwerden zu verdrängen. Durch gezielte und rechtzeitige Therapie kann das Hämorrhoidalleiden sehr häufig schmerzfrei und effektiv behandelt werden.

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