Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2013 15. April Die 7 wichtigsten Fragen zur Fußgesundheit

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Mittelalte Hand an schmerzendem Fuß

Diabetiker sollten ihre Füße täglich auf kleinste Verletzungen, Risse, trockene oder verhornte Stellen hin inspizieren.
© Robert Kneschke - Fotolia

Die 7 wichtigsten Fragen zur Fußgesundheit

Rund 40.000 Amputationen pro Jahr gehen in Deutschland zu Lasten des diabetischen Fußsyndroms. Der Verlust ließe sich in vielen Fällen vermeiden, wenn Patienten besser Bescheid wüssten und das Syndrom frühzeitig erkannt und richtig behandelt würde.

1. Was ist ein diabetisches Fußsyndrom?

Das Syndrom entwickelt sich in Folge Diabetes-bedingter Nerven- und oft auch Durchblutungsstörungen. Die geschädigten Nerven leiten Reize nicht mehr vollständig weiter. Auch das Signal "Schmerz" gelangt nur abgeschwächt oder gar nicht mehr von einer Wunde über die Nervenbahnen zum Gehirn. Verletzungen am Fuß bleiben unbemerkt, werden größer beziehungsweise tiefer. Zusammen mit einer schlechten Wundheilung entwickelt sich daraus das diabetische Fußsyndrom.

2. Was kann man selbst dazu beitragen, das Risiko klein zu halten?

Diabetiker besitzen grundsätzlich ein erhöhtes Risiko. Sie können es minimieren, wenn sie auf eine möglichst gute Stoffwechseleinstellung achten. Zudem gehört für jeden Diabetiker eine sorgfältige Fußpflege zum täglichen Programm. Die Füße nach dem Waschen auch zwischen den Zehen abtrocknen und, wenn nötig, mit Hilfe eines Spiegels täglich auf kleinste Verletzungen, Risse, trockene oder verhornte Stellen inspizieren. Die Fußpflege übernimmt idealerweise ein Fußpfleger, der sich auf die Behandlung von Diabetikern spezialisiert hat. Besteht bereits ein diabetisches Fußsyndrom, erstatten die Krankenkassen die Kosten für die Fußpflege. Auch die Wahl des richtigen Schuhwerks spielt eine wichtige Rolle: nicht zu eng, ohne Nähte. In regelmäßigen Abständen sollte der Diabetologe die Fußgesundheit überprüfen.

3. Wohin wendet man sich mit Beschwerden?

Erste Anlaufstelle sollte ein Diabetologe sein. Er überweist bei Bedarf an andere Spezialisten. Die Arbeitsgemeinschaft diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft bietet einen Suchservice nach speziellen Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet an. Den Link dazu findet man in der Linkliste der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. April 2013.

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4. Was folgt, wenn der Arzt ein Fußsyndrom diagnostiziert?

In diesem Fall richtet sich die weitere Therapie nach dem Schweregrad des Syndroms. Die vorhandene Wunde muss regelmäßig kontrolliert, abgestorbene Gewebeteile entfernt, die Wunde auch mittels Einlagen von Druck entlastet und Gefäßerkrankungen behandelt werden. Wichtig: die Therapie Experten auf diesem Gebiet zu überlassen. Noch immer führen auch in Deutschland unsachgemäße Behandlungen zu Amputationen.

5. Wie sieht die moderne Wundbehandlung des diabetischen Fußes aus?

Die lokale Behandlung der Wunde richtet sich nach deren Stadium. Die Auswahl der Wundauflage hängt von der Menge an Wundsekret und dem Vorhandensein oder Fehlen einer Infektion ab. Die Wundoberfläche muss bei jedem Verbandswechsel gründlich gereinigt werden.

6. Reicht ein einziger Arzt für die Therapie des diabetischen Fußsyndroms?

Die erfolgreiche Behandlung dieses Krankheitsbildes braucht die Zusammenarbeit mehrerer Fachleute. Dazu gehören Diabetologen, Gefäßmediziner (Angiologen), Chirurgen, Diabetesberater, Schuhmacher und medizinische Fußpfleger (Podologen).

7. Muss man Angst vor einer Amputation haben?

Rund die Hälfte der Amputationen bei Diabetikern ließe sich tatsächlich vermeiden, zeigte jüngst eine Studie schwedischer Wissenschaftler. In Deutschland wären das 20.000 von derzeit etwa 40.000 Amputationen jährlich, die auf das Konto des diabetischen Fußsyndroms gehen. Die Initiatoren der Studie legten ihren Forschungsschwerpunkt auf den Schutz der Fußsohle vor Fehlbelastungen. Hierfür trugen die Teilnehmer über zwei Jahre eine von drei verschiedenen Einlagen. Nur 0,9 Prozent entwickelten im ersten Jahr neue Fußgeschwüre. Ohne Einlagen lagen die Werte bei drei bis acht Prozent. Gute Schuhe in Kombination mit Einlagen, die den auf die Fußsohle wirkenden Druck verteilen, mindern die Gefahr für Fußgeschwüre effektiv. Ansprechpartner für Diabetiker zu diesem Thema sind neben dem Diabetologen der Orthopädieschuhmacher sowie der medizinische Fußpfleger.

Apothekerin Isabel Weinert

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