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Seniorin beim Singen mit erhobenen Händen

Mit dem Alter verändert sich der Klang der Stimme: Sie klingt rauer und brüchiger. Darunter leiden begeisterte Sänger womöglich mehr als andere.
© itsmejust - Fotolia

Gute Stimme bis ins hohe Alter

Mit dem Alter verändert sich die Stimme. Sie wird schwächer, und im Extremfall bleibt sie ganz weg. Es gibt allerdings Wege, eine gute Stimme zu erhalten und eine schwache Stimme wieder zu stärken.

"Der Leise hat eine starke Stimme", lautet eine chinesische Weisheit. Doch wenn nur noch heisere Töne aus dem Mund kommen, fällt selbst das einfachste Gespräch schwer. Für einen guten Klang sorgen die Stimmlippen, die im Kehlkopf sitzen. Doch im Alter kann der Kehlkopf verknöchern, Muskeln und Gewebe werden dünner und weniger elastisch, die Schleimhaut der Stimmlippen steifer. Dies liegt unter anderem an Hormonumstellungen im Alter. Männer bilden mit der Zeit weniger vom Sexualhormon Testosteron. Folge: Die Muskeln nehmen ab, was auch die Stimmlippen betrifft. Bei Frauen macht sich die Hormonumstellung schon in den Wechseljahren und damit früher als bei Männern bemerkbar.

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Weniger Luft

Dazu kommt, dass bei älteren Menschen die Lunge nicht mehr so viel Luft fasst wie früher. Damit verändert sich die Atmung. Auch das führt dazu, dass die Stimme im Alter Schaden nimmt. Daneben beeinflussen eine veränderte Körperhaltung und ein veränderter Stoffwechsel den Klang der Stimme: Sie klingt rauer und brüchiger.

Das Problem: Wessen Stimme leidet, hat Schwierigkeiten, sich anderen mitzuteilen. Gerade Menschen, die nicht gut zu Fuß sind und Kontakte vor allem übers Telefon pflegen, leiden oft darunter und ziehen sich zurück.

Behandeln oder nicht?

Ab wann ist eine Altersstimme behandlungswürdig? Welche Änderung gilt noch als normal? Und sollten die Veränderungen einfach akzeptiert werden? Das kann zum einen eine Untersuchung beim Facharzt klären. Hierbei kommen ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein sogenannter Phoniater infrage, einem Facharzt für Sprach- und Stimmstörungen. Eine wichtige Rolle spielt auch die persönliche Wahrnehmung. Wer nicht unter der veränderten Stimme leidet, muss sich auch nicht behandeln lassen. Zwei Dinge sollten allerdings berücksichtigt werden: Zum einen schlagen Ärzte Alarm, wenn man nicht mehr ordentlich husten kann. Dies gefährdet die ausreichende Reinigung der Atemwege. Zum anderen sollte ein Patient immer noch so viel Stimme besitzen, um im Notfall angemessen um Hilfe bitten zu können.

Hygiene für die Stimme

Schon kleine Maßnahmen der Stimmhygiene können helfen. Zum Beispiel kann man die Atemluft befeuchten. Dies gelingt, wenn man durch die Nase atmet. Auf diese Art und Weise wird die Luft ganz natürlich befeuchtet. Ein weiterer Tipp: Ausreichend Flüssigkeit hält die Schleimhäute der Stimmlippen feucht, und die Stimme bleibt geschmeidig. Auf Zigaretten und Alkohol besser verzichten, sie schaden der Stimme.

Stellt der Facharzt eine echte Störung der Stimme fest, schickt er viele Patienten zur Stimmübungstherapie. Unter Anleitung eines Therapeuten machen Patienten Übungen, die die Stimme trainieren. In schweren Fällen kommt eine Operation infrage. Bei dem Eingriff verändert der Chirurg die Stimmlippen oder das Kehlkopfgerüst. Oft lässt sich die Stimme damit kräftigen und der Klang verbessern.

Apotheker Fabian Henkel

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