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Auf Holztisch: rundliches Schraubglas mit Honig, darauf Honigspindel, daneben Honigwaben

Die Volksmedizin schätzt Honig schon seit der Antike als Heilmittel.
© Nitr - Fotolia

Honig: Balsam auch für Wunden

Schon die alten Griechen schätzten Honig als Medizin. Wie recht sie damit hatten! Spezialhonige zur Wundbehandlung gibt es heute in Apotheken.

Wir sind Weltmeister im Honigschlecken: 1,4 Kilogramm Honig verspeist ein Bundesbürger im Schnitt pro Jahr. Das ist mehr als in jedem anderen Land der Erde. So viel können die heimischen Bienen beim besten Willen nicht sammeln. Vier Fünftel des hierzulande angebotenen Honigs kommt deshalb aus anderen Ländern. Die Verbraucher haben die Wahl zwischen 100 verschiedenen Sorten. Je nach Herkunft und Zusammensetzung sind sie hell oder dunkel, fest, cremig oder flüssig. Manche schmecken mild, andere blumig oder würzig-herb.

Fleißige Bienen

Grundsätzlich unterscheidet man Blüten- und Honigtauhonig. Grundstoff des Blütenhonigs bildet der Nektar von Blüten, den die Bienen während des Sammelflugs aufsaugen, in ihrem Honigmagen speichern und bei den Arbeiterinnen im heimischen Bienenstock abliefern. Sie entziehen dem Nektar Wasser und reichern ihn mit Enzymen an, die den Zucker spalten. Dann lagern sie ihn in Waben ein, verschließen ihn luftdicht mit einem Wachsdeckel und lassen ihn reifen. Honigtau nennt man die zuckrigen Ausscheidungen von Blattläusen oder anderen saugenden Insekten, die Zweige, Blätter oder Nadeln von Blumen anstechen. Die Bienen sammeln den Honigtau und bringen ihn zum Bienenstock. Dort entsteht ein dunkler, malzig-würziger Blatt-, Wald- oder Nadelhonig.

Viele meinen, Honig sei gesünder als Zucker. Das ist jedoch ein Trugschluss. Auch Honig besteht hauptsächlich aus Trauben- und Fruchtzucker. Vitamine und Mineralstoffe kommen in so minimalen Mengen vor, dass sie keine Rolle spielen. Obendrein klebt der Bienensaft an den Zähnen und löchert sie. Vielmehr machen Enzyme, organische Säuren, Aromastoffe und viele weitere Substanzen den Honig zu einem ganz besonderen Naturprodukt. So schätzt ihn die Volksmedizin seit der Antike als Heilmittel. Bereits Hippokrates verordnete Honig bei Fieber, Verletzungen, Geschwüren und eitrigen Wunden.

Heute weiß man, warum: Honig setzt im Kontakt mit Flüssigkeiten Wasserstoffperoxid frei, das desinfizierend wirkt. Es entsteht durch einen Stoff, den die Bienen den Pollen nach der Ernte mit dem Speichel beimischen. Es gibt sogar medizinische Spezialhonige, die zur Förderung der Wundheilung zugelassen und in Apotheken erhältlich sind. Diese Honige müssen spezielle Kriterien bezüglich Reinheit, Wirkung und biologischer Sicherheit erfüllen. Sie werden extra sterilisiert, damit keine weiteren Keime in die Wunde kommen. Besonders stark antibakteriell wirkt der neuseeländische Manukahonig, der darüber hinaus auch Pilze abtötet. Keinesfalls sollte man normalen Speisehonig auf Wunden auftragen; die Gefahr einer Verunreinigung mit Bakterien wäre zu groß.

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Kein Honig für Kinder unter einem Jahr

Kinder sollten vor dem ersten Geburtstag keinen Honig bekommen. Er könnte das Bakterium Clostridium botulinum enthalten, das mitunter schwere Infektionen auslöst. Ein solcher Säuglings-Botulismus kann lebensbedrohlich sein. Älteren Kindern und Erwachsenen macht das Bakterium dagegen nichts aus. Sie haben eine stabile Darmflora, die eine Infektion verhindert.

Aus der Küche lässt sich Honig nicht wegdenken. Er schmeckt viel aromatischer als Zucker und versüßt den Tee ebenso wie Obstsalate, Müsli, Desserts oder Plätzchen. Honig gibt auch herzhaften Gerichten Pfiff, etwa glasierter Ente. Pudding, Soßen oder andere mit Speisestärke gebundene Gerichte vertragen keinen Honig: Er enthält ein Enzym, das die Stärke spaltet und die Speise auf diese Weise verflüssigt.

Edles Honigdessert

Fehlt noch ein Dessert fürs Weihnachtsmenü? Dann machen Sie doch dieses Waldhonig-Parfait mit Himbeersauce! Es schmeckt köstlich, ist einfach und schnell gemacht. Für vier Personen zwei frische Eier, ein frisches Eigelb und 100 Gramm Waldhonig im Wasserbad schaumig aufschlagen. 50 Gramm Pumpernickel fein zerbröseln und mit 50 Gramm gehackten Walnüssen in einer Pfanne ohne Fett rösten und unter die Eiermasse mischen. Die Creme etwas abkühlen lassen. Einen viertel Liter Sahne steif schlagen und unter die Creme ziehen. In Förmchen füllen und im Gefrierschrank drei Stunden gefrieren lassen. Inzwischen ein 300-Gramm-Paket Tiefkühl-Himbeeren auftauen lassen, durch ein Sieb passieren, mit einem Esslöffel Waldhonig abschmecken. Parfait eine halbe Stunde vor dem Servieren aus dem Gefrierschrank nehmen, auf Teller stürzen und mit Himbeersauce umgießen. Guten Appetit!

Diplom-Oecotrophologin Dorothee Hahne

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