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Gut gelaunte Senioren, ca. Ende 60, sportliche Freizeitklamotten, in der Küche beim Salatschneiden. Er sitzt und schaut zu ihr hoch. Sie umarmt ihn lachend von hinten

Ran an den Herd! Auch gemeinsam zu kochen und zu speisen fördert den Appetit.
© JackF - Fotolia

Wege zu einem guten Appetit

Mit dem Älterwerden vergeht vielen Menschen der Appetit. Verschiedene hormonelle Faktoren und das Nachlassen von Geruchs- und Geschmackssinn spielen eine Rolle. Senioren geraten dann leicht in einen Mangelzustand. Was dagegen hilft, lesen Sie hier.

Bei älteren Menschen sinkt mit den Jahren der Energiebedarf. Etwa ab dem 70. Lebensjahr nehmen Senioren kontinuierlich ab, und zwar jährlich zwischen 250 und 450 Gramm. Fehlt es an Appetit, geht der Gewichtsverlust oft darüber hinaus. So werden der natürlicherweise stattfindende Abbau an Muskulatur und der Umbau zu Fett noch verstärkt. Der Mangel an wichtigen Nähr- und Mineralstoffen sowie Spurenelementen kann mehr Kraft rauben und die Immunabwehr schwächen als es altersbedingt normalerweise der Fall wäre. Im Alter kommt es also mehr noch als in jungen Jahren darauf an, das Richtige zu essen, damit man zum Beispiel einem Infekt oder anderen Krankheiten etwas entgegensetzen kann.

Wie lässt sich der Appetit dafür wieder aktivieren? Schon kleine Veränderungen können Wirkung zeigen:

  • Wer sich täglich an der frischen Luft bewegt, steigert damit seinen Appetit.
  • Frische Luft in die eigenen vier Wände zu lassen, lässt ältere appetithemmende Gerüche weichen.
  • Mahlzeiten reichlich mit Gewürzen abschmecken. Deren Aromen fordern Geruchs- und Geschmackssinn heraus.
  • Weil auch die Augen mitessen und für das Appetitempfinden eine Rolle spielen, darf der Tisch gerne schön gedeckt und das Essen appetitlich zubereitet sein.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag bekommen Menschen mit wenig Appetit oft besser als drei große Mahlzeiten.
  • Ein Aperitif kann den Appetit zusätzlich anregen.

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Appetitanreger aus der Apotheke enthalten sogenannte Bitterstoffe, die in verschiedenen Pflanzen vorkommen. Diese Substanzen machen im wahren Wortsinne den Mund wässrig, weil sie die Speichelproduktion fördern, so wie den Ausstoß des Magen-Darm-Hormons Gastrin unterstützen. Dadurch werden verschiedene Prozesse angeregt, die den Körper auf Nahrungsaufnahme vorbereiten und so auch den Appetit fördern.

Bitter macht Hunger

Die beste Wirkung zeigen Zubereitungen aus Bitterstoffen, wenn sie eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen werden. Säfte, Tees und Tinkturen wirken im Mund und eignen sich deshalb besonders gut. Zu den Bitterstoffpflanzen bei Appetitmangel zählen unter anderem Enzianwurzel, Wermut-, Tausendgülden- und Schafgarbenkraut sowie Angelikawurzel und Chinarinde.

Neben Bitterstoffen fördern auch einige ätherische Öle den Appetit, so etwa die in Anis und Fenchel enthaltenen. Knoblauch und Ingwer enthalten Scharfstoffe. Sie wirken ähnlich wie Bitterstoffe. Ein weiterer Aspekt, der hilft, genug zu essen: die Mahlzeit in geselliger Runde einzunehmen. Wer kann, sollte soziale Kontakte aktivieren und vorschlagen, öfter mal gemeinsam zu speisen.

Apothekerin Isabel Weinert

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