Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2014 15. Februar Kaminofen: Behaglichkeit mit Nebenwirkung

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Junge Frau liegt vor einem Kamin und liest ein Buch

Kaminöfen verbreiten nicht nur wohlige Wärme, sondern auch Feinstaub.
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Kaminofen: Behaglichkeit mit Nebenwirkung

Kamin- und Kachelöfen werden immer beliebter. Das liegt vor allem daran, dass sie gemütliche Wärme verbreiten. Doch der Trend zum Heizen mit Holz hat auch Nebenwirkungen.

Gern reden wir von einer klaren Winterluft. Doch die gibt es mitunter seltener als angenommen. Denn: "Die Feinstaubbelastung unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen. Die höchsten Konzentrationen treten in den Wintermonaten auf, in denen durch verstärktes Heizen und höheren Energieverbrauch auch die Feinstaub-Emissionen erhöht sind", erklärt Ute Dauert, Meteorologin am Umweltbundesamt.

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Verstärkte Allergien, mehr Asthma-Anfälle

Beim Verbrennvorgang im Ofen oder Kamin entsteht unter anderem Staub. Er gelangt in die Luft und besteht zu über 90 Prozent aus Feinstaub. Die darin enthaltenen, sehr feinen, mit dem Auge nicht sichtbaren Partikel können beim Einatmen bis in die Lunge vordringen und so die Gesundheit beeinträchtigen. Zu den möglichen Folgen gehören die Verstärkung von Allergien und die Zunahme von asthmatischen Anfällen. Wissenschaftler wiesen in einem deutsch-amerikanischen Forschungsprojekt sogar nach, dass eine erhöhte Feinstaubbelastung Herz- und Gefäßkrankheiten hervorrufen kann. Außerdem stehen die kleinen Partikel in Verdacht, Krebs zu erzeugen und die Hautalterung zu beschleunigen.

Die etwa 15 Millionen kleinen Holzfeuerungsanlagen hierzulande haben einen überraschend großen Anteil an der Feinstaubemission. Sie stoßen insgesamt etwa so viel des gesundheitsschädlichen Staubes aus wie die Motoren von Pkw, Lkw und Motorrädern zusammen, teilt das Umweltbundesamt mit.

INFOKASTEN FEINSTAUB

  • Als Feinstaub bezeichnet man Teilchen in der Luft, die kleiner als 10 Millionstel Meter sind.
  • Wichtige Quellen der kleinen Partikel sind Kraftfahrzeuge, Kraftwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern und bestimmte Industrien.
  • Eine weitere wichtiger Ursprung ist die Landwirtschaft. In Ballungsgebieten ist vor allem der Straßenverkehr eine bedeutende Feinstaubquelle.
  • Winterliche Hochdruckwetterlagen mit geringen Windgeschwindigkeiten und einem ein geschränkten vertikalen Luftaustausch begünstigen die Anreicherung von Feinstaub.

Feinstaub-Hochsaison

Dass der Feinstaub im Winter Hochsaison hat, liegt nicht nur an Ofen und Kamin, sondern auch an Witterungseinflüssen. Meteorologin Dauert: "Winterliche Hochdruckwetterlagen mit geringen Windgeschwindigkeiten und einem eingeschränkten vertikalen Luftaustausch begünstigen die Anreicherung von Schadstoffen in den unteren Luftschichten."

Übrigens: Das Umweltbundesamt wertet die Daten zur Feinstaubbelastung aus den Messnetzen der Länder und des Umweltbundesamtes jährlich aus. Betrachtet man die Anzahl der Tage, an denen in den vergangenen Jahren die gesetzlichen Grenzwerte überschritten wurden, führten die Monate Januar und Februar die Rangliste an.

Holz richtig verwenden

Dabei ist Holz – richtig verwendet – ein umweltgerechter Brennstoff. Wer die wichtigsten Grundregeln beachtet, wie beispielsweise richtiges Anfeuern oder Regeln der Luftzufuhr, kann Gesundheitsrisiken minimieren. Dabei hilft der Ratgeber "Heizen mit Holz" vom Umweltbundesamt. Er gibt Tipps zum sauberen Heizen und informiert über gesetzliche Bestimmungen, wie Kamine und Co. schadstoffarm betrieben werden können. Der Ratgeber kann kostenfrei per E-Mail oder Telefon 01888 305-3355 bestellt oder im Internet heruntergeladen werden.

Peter Erik Felzer

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