Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2014 15. März Die wichtigsten neuen Medikamente

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Braune AM-Kapseln in Blisterpackung; Großaufnahme

Jedes Jahr kommen neue Medikamente auf den Markt. Nicht alle sind innovativ.
© Oleksii Sagitov - Fotolia

Die wichtigsten neuen Medikamente

Im vergangenen Jahr sind 23 neue Arzneistoffe auf den deutschen Markt gekommen. Mit ihrer Zulassung wurde ihnen von den Behörden bescheinigt, dass sie wirksam, unbedenklich und von guter Qualität sind. Die Pharmazeutische Zeitung, das offizielle Mitteilungsorgan der deutschen Apothekerschaft, bewertet Jahr für Jahr, ob eine neue Substanz die Palette an Behandlungsmöglichkeiten bereichert oder einem schon existierenden Wirkstoff stark ähnelt und keine bedeutende Verbesserung der Therapie darstellt. Im Jahr 2013 erhielten 12 Stoffe die Note sehr gut oder gut.

Arzneistoff Gegen was wird er eingesetzt? Wie wirkt er? Sein Vorteil
Note 1: sehr gut      
Ocriplasmin Vitreomakuläre Traktion (Augenerkrankung) Beim natürlichen Alterungsprozess löst sich der Glaskörper des Auges von der anliegenden Netzhaut. In einigen Fällen bleibt er jedoch teilweise haften. Dies kann zu verzerrtem Sehen führen. Ocriplasmin kann die Eiweißbestandteile des Glaskörpers und der Grenzschicht zur Netzhaut auflösen und hilft, dass der Glaskörper nicht kleben bleibt. Ocriplasmin ist das erste Medikament überhaupt zur Behandlung dieser Krankheit.
Teriflunomid Multiple Sklerose Der Arzneistoff senkt die Zahl solcher Immunzellen, die sich im Rahmen einer Multiplen Sklerose gegen den eigenen Körper richten. Die Tablette muss nur einmal täglich eingenommen werden.
Vismodegib Basalzellkarzinom (Hautkrebs) Bei 90 Prozent dieser Form des Hautkrebses ist ein bestimmter Signalweg in Zellen aktiv, der im Erwachsenenalter normalerweise stillgelegt ist. Vismodegib stoppt die Signalübertragung und verhindert, dass sich die bösartigen Krebszellen vermehren. Vismodegib ist der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse.
Lomitapid Erblich bedingte Störung des Fettstoffwechsels Betroffene haben aufgrund eines genetischen Defekts extrem hohe Cholesterinspiegel. Durch Lomitapid gelangen weniger Fette in den Blutkreislauf. Der Cholesterin-Blutspiegel sinkt. Es kann eine Blutwäsche, die das Cholesterin aus dem Blut entfernt, überflüssig werden.
Note 2: gut      
Elvitegravir HIV-Infektion Elvitegravir hemmt die Vermehrung von HI-Viren. Die Substanz ist mit drei weiteren Arzneistoffen gegen HIV kombiniert. Patienten müssen nur einmal pro Tag eine Tablette einnehmen.
Enzalutamid Prostatakrebs Enzalutamid bremst den sogenannten Androgenrezeptor-Signalweg. In der Folge nimmt das Wachstum der Krebszellen ab. Enzalutamid blockiert gleich mehrere Schritte im genannten Signalweg.
Fidaxomicin Bakterielle Infektion des Darms Fidaxomicin gehört zu einer neuen Gruppe von Antibiotika. Es wirkt nur lokal im Magen-Darm-Trakt und dort sehr spezifisch gegen eine bestimmte Bakterienart, Clostridium difficile. Nebenwirkungen, die den ganzen Körper betreffen, sind unwahrscheinlicher. Durch die spezifische Wirkweise wird die übrige Darmflora geschont.
Ingenolmebutat Aktinische Keratose (Hauterkrankung) Aktinische Keratosen entstehen durch zuviel Sonnenstrahlung. Die Oberhaut wird dabei chronisch geschädigt und verhornt. Der Wirkmechanismus von Ingenolmebutat ist noch nicht vollständig geklärt. Bei gleichen Behandlungserfolgen wie bei anderen Mitteln ist die Anwendungsdauer kürzer.
Linaclotid Reizdarmsyndrom mit Verstopfung Linaclotid beschleunigt die Darmpassage und beugt so einer Verstopfung vor. Zudem lindert es Eingeweideschmerzen. Bisher gibt es keine Standardtherapie. Auf Linaclotid, das der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse ist, ruhen große Hoffnungen.
Loxapin Schizophrenie und bipolare Störung Loxapin wirkt beruhigend und gegen Psychosen. Loxapin muss im Gegensatz zu vorherigen Medikamenten nicht gespritzt werden, sondern kann vom Patienten eingeatmet werden.
Pertuzumab Brustkrebs Pertuzumab verhindert, dass sich Krebszellen vermehren. Zudem wirkt es als Zellgift. Patienten können durch die Behandlung länger überleben, ohne dass die Erkrankung weiter fortschreitet.
Regorafenib Dickdarmkrebs Regorafenib wirkt gegen Krebsgeschwulste. Zudem beugt es der Neuentstehung von Blutgefäßen vor, was Tumore "austrocknet". Die Tabletten werden einmal täglich eingenommen.

Apotheker Fabian Henkel

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