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Nahaufnahme eines Gesichts einer Frau, Fokus liegt auf dem Auge, aus dem zwei Tränen kullern

Tränen sind nicht nur Ausdruck von Emotionen, sondern schützen auch das Auge vor äußeren Einflüssen.
© Anna Omelchenko - Fotolia

Wozu Tränen gut sind

Durchfall, Fieber und Erkältung gelten als Urlaubskiller Nummer eins. Eine Reisekrankheit hingegen, die man oft ignoriert oder vergisst: das Trockene Auge. Auf Reisen begünstigt vieles die Symptome oder verschlechtert sie sogar. Augentropfen aus der Apotheke können helfen, dass es erst gar nicht dazu kommt.

Ob im Urlaub oder zu Hause: Das Trockene Auge ist die häufigste Augenkrankheit, eine wahre Volkskrankheit. In Deutschland sind schätzungsweise 15 Millionen Menschen betroffen. Viele Faktoren auf Reisen begünstigen die Entstehung oder Verschlechterung des Trockenen Auges. So lassen zum Beispiel das Gebläse im Auto, die Klimaanlage im Zug, die trockene Luft im Flugzeug oder auch die hohe Sonneneinstrahlung und starker Wind am Urlaubsort den Tränenfilm schneller verdunsten. Dies hat zur Folge, dass die Augen nicht ausreichend mit Feuchtigkeit benetzt werden. Es kann zu Reizungen kommen, oft auch Rötungen und dem Gefühl, ein Sandkorn im Auge zu haben.

Schon einfache Maßnahmen können dazu beitragen, dass Symptome gar nicht erst entstehen: beispielsweise das Tragen einer eng anliegenden Sonnenbrille, häufiges Blinzeln oder das Vermeiden frontaler Belüftung. "Auch Tränenersatzmittel aus der Apotheke helfen, dem Trockenen Auge entgegenzuwirken. Sie können schnell und einfach selbst angewendet und problemlos im Handgepäck mitgeführt werden. Das macht sie zum idealen Begleiter für die Reise", so Dr. Philipp Steven, Leiter der Spezialsprechstunde Trockenes Auge der Uniklinik Köln. "Dabei sollte man darauf achten, dass die Produkte keine Konservierungsstoffe enthalten, die die Augen noch zusätzlich reizen können."

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Künstliche Tränen

"Die künstlichen Tränen benetzen die Augenoberfläche und lindern so die Beschwerden", erklärt sein Kollege Dr. Thomas Kaercher vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Dabei kommt es darauf an, eine gute, stabile Mischung der körpereigenen und der künstlichen Träne zu erreichen. Heute sind zahlreiche Substanzen verfügbar. Hier kann der Augenarzt den Patienten beraten, welcher Wirkstoff im individuellen Fall hilft. Schon länger bekannt sind Tränenersatzmittel mit Zellulose und Hyaluronsäure. Neuere Produkte beeinflussen verschiedene Eigenschaften der Träne, macht Kaercher deutlich: "Der pH-Wert lässt sich normalisieren, aber auch die Fließfähigkeit und die Osmolarität."

In der überwiegenden Zahl der Fälle ist der ölige Anteil des Tränenfilms gestört mit der Folge, dass die Tränen zu schnell verdunsten. Kaercher rät: "In diesem Fall ist es sinnvoll, ölhaltige Tränenersatzmittel zu verwenden, die den Tränenfilm stabilisieren."

Hilfreiche Tipps gegen trockene Augen:

  • Achten Sie darauf, dass die Raumluft ausreichend frisch und feucht ist. Das gelingt beispielsweise durch regelmäßiges Stoßlüften.
  • Meiden Sie Zugluft.
  • Wer den ganzen Tag am Bildschirm arbeitet, dem tun regelmäßige Pausen gut. Dabei immer ein paar Mal blinzeln.
  • Gönnen Sie Ihren Augen bei einem Spaziergang frische Luft.
  • Beim Autofahren den Strahl des Gebläses nicht direkt auf die Augen richten.
  • Vermeiden Sie Tabakrauch.
  • Wer Kontaktlinsen trägt, nimmt sie am besten abends heraus.
  • Wichtig ist es, viel zu trinken. Mindestens eineinhalb Liter pro Tag empfehlen Experten, etwa Wasser, Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen.

Sprays und neue OP-Methoden

Augensprays eignen sich besonders für Personen mit trockenen Augen, die mit der Anwendung von Tropfen nicht gut zurechtkommen. Da beim Auftragen des Sprays zudem kein Spiegel benötigt wird und Make-up sowie Kontaktlinsen kein Problem darstellen, ist seine Anwendung auch unterwegs problemlos möglich. Das Spray wird einfach und schnell auf das geschlossene Lid gesprüht. Beim Öffnen des Auges verteilen sich die in der Flüssigkeit enthaltenen Wirkstoffe. Das schließt die Risse im Tränenfilm und stabilisiert ihn.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, die natürliche Produktion der Lipide anzuregen, die den öligen Bestandteil der Tränenflüssigkeit ausmachen. Sie werden in kleinen Drüsen an den Lidkanten gebildet. Beim Trockenen Auge sind diese Drüsen oft verändert und verstopft. Neu ist ein Verfahren, um sie wieder zu öffnen: Einige Minuten lang wird über eine Spezial-Kontaktlinse, die der Augenarzt für die Behandlung auf die Augenlinse setzt, Wärme und sanfter Druck an die Lidkanten weitergeleitet und öffnet so die verstopften Drüsen.

Peter Erik Felzer

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