Service

Ältere Frau in rosa Strickjacke führt Tablette mit recher Hand zum Mund, Glas Wasser in der anderen Hand

Bisphosphonate immer mit einem vollen Glas Leitungswasser einnehmen und dabei aufrecht sitzen oder stehen.
© Vladimir Voronin - Fotolia

Aufgepasst bei Osteoporosemitteln

Menschen, die unter Knochenschwund leiden, sind oft von starken Schmerzen gebeutelt und nicht mehr so mobil wie früher. Medikamente wie die sogenannten Bisphosphonate können den Knochenabbau aber bremsen. Damit sie richtig wirken, kommt es auf die spezielle Art der Einnahme an.

Zu den Bisphosphonaten gehören Arzneistoffe wie Alendronat, Ibandronat, Risedronat und Zoledronat. Sie stärken die Knochen erfolgreich. Die Wirkstoffe werden allerdings – wenn in Form von Tabletten geschluckt – sehr schlecht in den Körper aufgenommen. Spezielle Nahrungsmittel und andere Medikamente verschlechtern die Aufnahme noch zusätzlich. Zudem können Bisphosphonate die Speiseröhre reizen und schädigen, wenn sie dort haften bleiben. Aus diesen beiden Gründen ist es äußerst wichtig, die strengen Anwendungshinweise gewissenhaft zu befolgen.

Demnach gilt es, Bisphosphonate morgens nach dem Aufstehen einzunehmen, und zwar auf nüchternen Magen. Mindestens 30 Minuten – bei Ibandronat sogar mindestens 60 Minuten – vor dem Frühstück und vor der Einnahme anderer Arzneimittel. Das vermeidet Wechselwirkungen. Welche Zeitabstände bei welchem Wirkstoff jeweils genau gelten, kann man beim Arzt und Apotheker nachfragen oder im Beipackzettel nachlesen. Schuld daran, dass es zu Wechselwirkungen kommen kann, sind Calcium-, Eisen-, Aluminium- und Magnesiumsalze, die in den im unten stehenden Kasten genannten Lebensmitteln und Arzneien stecken. Diese Salze verbinden sich im Magen-Darm-Trakt mit den Bisphosphonaten. Dies hindert die Arzneien daran, in den Blutkreislauf zu gelangen. Tritt dieser Fall ein, können sie nicht ihren vollen Effekt entfalten. Passiert dies häufiger, kann sich die Knochendichte – wenngleich mit Verzögerung – weiter verringern.

Anzeige

Aufrecht und viel Wasser

Damit die Tablette sicher in den Magen gelangt und nicht in der Speiseröhre kleben bleibt und diese reizt, raten Apotheker, sie mit einem vollen Glas Wasser, rund einem Viertelliter, einzunehmen und dabei aufrecht zu sitzen oder zu stehen. Außerdem sollte man sich danach 30 bis 60 Minuten lang nicht hinlegen. Die Tablette darf auch nicht gekaut oder gelutscht werden.

Komfortablere Alternativen

Für Patienten, die angesichts dieser strengen, aber wichtigen Anwendungsregeln zu Therapie-Muffeln werden und bei der Einnahme schludern, gibt es Alternativen. Tabletten, die seltener eingenommen werden müssen – nur einmal wöchentlich oder monatlich – erleichtern eine regelmäßige und gewissenhafte Einnahme. Daneben gibt es Vierteljahresspritzen und Infusionslösungen, die nur einmal jährlich verabreicht werden müssen. Hierbei entfällt auch die Gefahr für Wechselwirkungen mit Lebensmitteln und anderen Arzneien und die Belastung der Speiseröhre.

Nebenwirkungen vermeiden

Bisphosphonate können in extrem seltenen Fällen (bei 1:1.000 bis 1:100.000 Osteoporose-Patienten) zu sogenannten Kiefernekrosen führen. Dabei werden Teile des Kieferknochens nicht mehr von Mundschleimhaut bedeckt. Diese unerwünschte Nebenwirkung ist wahrscheinlicher, wenn die Zähne nicht gesund sind. Aus diesem Grund vereinbaren Patienten am besten, bevor sie mit der Therapie beginnen, einen Termin beim Zahnarzt, um Zähne und Kiefer untersuchen und gegebenenfalls sanieren zu lassen. Und auch während der Therapie gilt es, den Mundraum sauber zu halten. Weitere Risikofaktoren für Kiefernekrosen sind Diabetes und eine medikamentöse Behandlung mit Kortison. Daher tut man gut daran, den Diabetes behandeln zu lassen und die Kortisondosis mit dem Arzt kritisch zu hinterfragen und – wenn möglich – zu drosseln.

Apotheker Fabian Henkel

Zeitabstand zu Essen und Arzneien wahren

Zu den Nahrungsmitteln und Medikamenten, die Wechselwirkungen mit Osteoporosemitteln verursachen können, zählen folgende:

  • Milch
  • Milchprodukte
  • calcium- oder magnesiumreiche Mineralwässer
  • Fruchtsäfte, besonders Orangensaft, die mit Calcium angereichert sind
  • Kaffee
  • Gemüse
  • Obst
  • Calcium-Präparate (etwa zur Vorbeugung und ergänzenden Behandlung von Knochenschwund)
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Multivitamin- oder Eisen-Tabletten
  • Magnesium-Präparate (zum Beispiel gegen nächtliche Wadenkrämpfe)
  • Antacida (gegen Sodbrennen)

Zur Einnahme der Tabletten kann man Leitungswasser verwenden. Da in manchen Regionen aber auch das Leitungswasser sehr hart und damit calciumreich ist, empfiehlt es sich hier, auf calciumarmes Flaschenwasser zurückzugreifen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen