Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2015 15. November Nase: Auf die inneren Werte kommt es an

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So wichtig ist das Riechorgan für die Gesundheit.

Bei dem Wort Nase denkt jeder zunächst an Riechen. Doch das Organ kann noch viel mehr.
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Nase: Auf die inneren Werte kommt es an

Schaut man einem Menschen ins Gesicht, hat die Form der Nase großen Einfluss auf sein Aussehen. Doch es sind die »inneren Werte«, die sie zu einem leistungsfähigen und unverzichtbaren Organ für Gesundheit und Wohlbefinden machen. Ihre Größe oder Form spielen dabei keine Rolle.

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Beim Einatmen durch die Nase gelangt die Luft in ihren inneren Teil, die Nasenhöhle. Laut der HNO-Ärztin Dr. Annette Fürst aus Halle ist sie "etwa so groß wie eine Kiwi". Diesen Raum trennt die Nasenscheidewand in eine linke und eine rechte Hälfte. Von jeder Seite ragen die sogenannten Nasenmuscheln, knöchernde Leisten, in die Höhle. Sie sind so geformt, dass sie drei übereinanderliegende Etagen bilden.

Luftfilter Nase

Die aufwändige Konstruktion schützt Rachen, Kehlkopf, Bronchien und Lunge, denn in der Nasenhöhle wird die Luft erwärmt, befeuchtet und gereinigt. Kleine Partikel bleiben am Sekret der Schleimhaut hängen und große werden von unzähligen Härchen abgefangen, die die Schleimhaut bedecken. Die sogenannten Flimmerhärchen transportieren durch ihre wellenartige Bewegung
Fremdkörper in Richtung Rachen. Dort werden sie heruntergeschluckt und von der Magensäure unschädlich gemacht. Außerdem befördert dies Partikel und Sekret durch Niesen nach außen.

Schnarch-Nase

Neben vielen anderen Möglichkeiten kann die Ursache für nächtliches Schnarchen in der Nase liegen. Sind die Nasenlöcher zu eng, können Klammern oder Pflaster helfen, diese zu weiten. HNO-Ärztin Dr. Annette Fürst gibt einen anderen Tipp: "Vielen hilft es schon, täglich etwas pflegende Nasensalbe in jedes Nasenloch zu geben. Wenn das nach zwei bis drei Wochen nicht zum Erfolg führt, kann der HNO-Arzt die Ursache klären und eine geeignete Therapie vorschlagen."

LF

Im Wechsel tätig

Die Schleimhäute wechseln sich mit der Aufgabe, täglich 10.000 Liter Luft zu befeuchten, ab. Der Mediziner Professor Dr. Gunter Mlynski aus Greifswald hat jahrelang über die Nase geforscht: "Bei jedem Menschen schwillt die linke und die rechte Nasenschleimhaut wechselseitig an und ab."

Nur wenig größer als eine Briefmarke ist der Bereich, dem wir es verdanken, köstliche Speisen zu schmecken und nicht geputzte Toiletten zu meiden. Am oberen Ende der Nasenhöhle drängen sich etwa 10 Millionen Riechsinneszellen. Über lange Fortsätze, die wie Haare in die Nase hineinragen, verbessern sie unsere Fähigkeit, Gerüche wahrzunehmen.

Manchmal hilft nur eine Operation

Die vier Hohlräume, die von der Nase abgehen, Nasennebenhöhlen genannt,
bereiten vielen Menschen Beschwerden. In ihnen kann sich zum Beispiel aufgrund einer Infektion Sekret sammeln und wegen der geschwollenen Schleimhäute kaum abfließen. Wer unter einer solchen Entzündung leidet, kann mit Schleimlösern das Sekret verflüssigen und mit Nasensprays dafür sorgen, dass die Schleimhäute abschwellen.

Auch pflanzliche Präparate, die zum Beispiel Inhaltsstoffe des Eukalyptus oder Kombinationen von Schlüsselblume, gelbem Enzian, Sauerampfer, schwarzem Holunder und Eisenkraut enthalten, können den Krankheitsverlauf verbessern. Bei Infektionen mit Bakterien kommen Antibiotika zum Einsatz. Dennoch hilft manchmal nur eine Operation.

Pharmazeut Lukas Fürst

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