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Wie sicher sind Busreisen? Ein Experte klärt auf.

Wie sicher sind Busreisen? Ein Experte klärt auf.
© Gina Sanders - Fotolia.com

Sicher mit dem Bus unterwegs

Wie lange darf der Busfahrer hinter dem Steuer sitzen? Gibt es einen Gesundheitscheck für ihn? Und muss man sich als Passagier eigentlich anschnallen? Diese und andere wichtige Fragen rund um Busreisen beantwortet
Hermann Meyering, Vorsitzender der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk).

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Wie sicher ist es, mit dem Bus zu reisen?

Meyering: Busse gehören zu den sichersten Verkehrsmitteln. Dafür sorgen strenge Gesetze, moderne Technologien und
verantwortungsbewusste Chauffeure, die in regelmäßigen Schulungen für die
Herausforderungen des Straßenverkehrs fit gemacht werden. Deshalb können Busreisegäste ihren Urlaub von der ersten Minute an entspannt genießen.

Gibt es Zahlen, die das belegen können?

Meyering: Dass der Bus zu den sichersten Verkehrsmitteln zählt, bestätigt alljährlich neben den Zahlen des Statistischen Bundesamtes auch der jüngste TÜV-Bus-Report. Mehr als 80 Prozent aller Fahrzeuge bekommen auf Anhieb die TÜV-Plakette. Mit dieser Quote schneidet der Bus deutlich besser ab als LKW und PKW.

Moderne Technik hat bei vielen Neuwagen Einzug gehalten. Auch bei Bussen?

Meyering: Natürlich findet sich auch in Bussen modernste Technik. In den Reisebussen gibt es zahlreiche Fahrerassistenzsysteme. So warnt der Spurassistent den Fahrer, wenn die Gefahr droht, von der Fahrbahn abzukommen. Der Abstandsregel-Tempomat hält das Fahrzeug auf sichere Distanz zu voraus fahrenden Fahrzeugen. Damit trägt dieses System dazu bei, Auffahrunfälle zu verhindern.

Ebenso sind in allen neueren Fahrzeugen Anti-Blockier-Systeme, Antriebs-Schlupf-Regelungen und auch Bremsassistenten zu finden. Hochwertige Fahrzeuge verfügen über eine Rückfahrkamera sowie ein Elektronisches Stabilitätsprogramm. Es verhindert ein Schleudern des Fahrzeugs im Grenzbereich und hilft so dem Fahrer, den Bus auch in brenzligen Situationen
unter Kontrolle zu halten.

So viel zur Technik. Doch wie sieht es mit dem Fahrer aus?

Meyering: Neben dem eigentlichen Führerschein braucht ein Bus-Chauffeur einen speziellen Omnibus-Führerschein, der auf jeweils fünf Jahre befristet ist. Die Tageslenkzeit von neun Stunden darf nur zweimal pro Woche um eine Stunde überschritten werden. Spätestens nach viereinhalb Stunden ist eine Pause von mindestens 45 Minuten vorgeschrieben. In der Regel legen die Fahrer aber alle zwei Stunden eine Pause ein.

Der Erwerb des Führerscheins mag mitunter viele Jahre zurückliegen.

Meyering: Bus-Chauffeure müssen ihre Qualifikation mit theoretischen Schulungen und fahrpraktischen Sicherheitstrainings permanent aktualisieren. Dabei werden sie mit den Grundlagen der Fahrphysik vertraut gemacht und üben mit Brems- und Ausweichmanövern auf dem präparierten Parcours, wie man auch in Extremsituationen das Fahrzeug souverän neherrscht. Mit der Einführung des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes müssen Busfahrer solche Schulungen seit 2013 regelmäßig nachweisen.

Gibt es auch einen Gesundheits-Check?

Meyering: Ja, bevor die Fahrgenehmigung erteilt wird, muss die gesundheitliche Eignung des künftigen Fahrers attestiert werden. Ab dem 50. Lebensjahr müssen sich Busfahrer sogar alle fünf Jahre einer eingehenden medizinischen Untersuchung unterziehen, bei der Orientierungsleistung, Konzentrationsfähigkeit, Belastbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit kontrolliert werden.

Kommen wir zum Schluss zu den Passagieren. Können sie auch etwas für eine gelungene Reise tun?

Meyering: Auch die Busreisenden können etwas für ihre Sicherheit tun. Dazu gehört in erster Linie, dass sie den Sicherheitsgurt anlegen und ihre Taschen in der Gepäckablage verstauen. Sie sollten nichts auf dem Sitz liegen oder im Gang herumstehen lassen. Und sie können den Busfahrer unterstützen, indem sie ihn nicht unter Zeitdruck setzen und ihm seine gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten gönnen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Peter Erik Felzer.


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